MyMz
Anzeige

Fussball

Jahn: Föhrenbachs Karriereplan

Beim SSV will sich der Defensivmann wieder für höhere Aufgaben empfehlen. In Regensburg erinnert ihn vieles an Freiburg.
von Felix Kronawitter

Hat gute Karten, beim Auftakt gegen Ingolstadt in der Startelf zu stehen: Jonas Föhrenbach Foto: Nickl
Hat gute Karten, beim Auftakt gegen Ingolstadt in der Startelf zu stehen: Jonas Föhrenbach Foto: Nickl

Regenburg.Wenn Jonas Föhrenbach über seine Heimat spricht, gerät der gebürtige Freiburger ins Schwärmen. Freiburg gilt gemeinhin als schönste Stadt Deutschlands. Seit rund fünf Wochen ist der 22-Jährige nun aber in Regensburg zu Hause. Und versteht, warum so mancher hierzulande die Domstadt in solchen Rankings vorne sieht. „Hier fühlt man sich ein bisschen wie im Urlaub. Die Altstadt, mit ihren vielen kleinen Gassen, hat Urlaubsflair – ähnlich wie Freiburg. Beide Städte haben viele schöne Seiten. Hier die Donau, dort die Dreisam.“

Auch bei seinem neuen Klub Jahn Regensburg hat er schon einige Gemeinsamkeiten mit dem SC Freiburg ausgemacht. Beide Klubs seien eher klein und bodenständig. „Und zeigen, dass man mit nicht ganz so viel Geld viel erreichen kann. Das beweist Freiburg in der Bundesliga und der Jahn in der 2. Bundesliga.“

Kollegen als Nachbarn

Im Regensburger Westen hat Föhrenbach, der vom Bundesligisten für eine Saison ausgeliehen ist in die Oberpfalz, ein Appartement bezogen. Asger Sörensen und Dominic Volkmer sind seine Nachbarn. Mit seinen anderen neuen Nachbarn gibt es manchmal noch klitzekleine Verständigungsprobleme. Dialekttechnisch. „Wenn man ein Wort mal nicht kennt, kann man sich es ja meistens aus dem Zusammenhang erschließen“, sagt Föhrenbach mit einem Lächeln im Gesicht.

Lesen Sie hier: Jahn: Saisonstart fast ausverkauft

Die wichtigsten Infos zu Jonas Föhrenbach gibt es im Steckbrief:

Jonas Föhrenbach im Steckbrief

In der Jahn-Kabine freut sich Marc Lais dafür umso mehr über die Verstärkung aus der Heimat. Der zweite waschechte Freiburger im Regensburger Team. Beide kennen sich aus dem Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) im Breisgau. Dass ihn der „Landsmann“ aber besonders unter seine Fittiche nimmt, sei gar nicht nötig gewesen, erklärt Föhrenbach. Gleich von Beginn an seien diverse Einladungen, beispielsweise zum Essengehen, eingetrudelt. Und neue Kartenspieler sind ohnehin immer gerne gesehen bei den Regensburgern. Mit Lais, Sörensen und Sebastian Stolze spielt Föhrenbach schon fleißig Watten. Achim Beierlorzer freut sich, dass neue Spieler so schnell integriert werden in seine Mannschaft. „Jonas ist ein sehr offener, aufgeschlossener Typ.“

„Als Junge habe ich davon geträumt, mal in der Nationalmannschaft zu spielen, mich mit den Besten messen.“

Jonas Föhrenbach

Der 1,84 Meter Mann hat mit seinen 22 Jahren schon eine sehr spannende Vita. „Ich hatte schon viele schöne Erlebnisse im Fußball“, erzählt Föhrenbach. Mit der Freiburger U19 hat er den DFB-Pokal gewonnen gegen Schalke 04. Acht Mal streifte er sich zudem das Nationaltrikot für die U19 über, sieben Mal für die U18. An die U19-Europameisterschaft 2015 in Griechenland denkt er gerne zurück. Auch wenn das deutsche Team bereits in der Vorrunde knapp scheiterte. Im ersten Gruppenspiel bekam es der Linksverteidiger mit Real-Star Marco Asensio zu tun. „Das war schon ein cooles Gefühl. Als Junge habe ich davon geträumt, mal in der Nationalmannschaft zu spielen, mich mit den zu Besten messen.“

Lesen Sie hier: Jahn: Generalprobe knapp verloren

Schritt für Schritt zum Ziel

Mit Leroy Sané, Timo Werner, Jonathan Tah oder Mo Dahoud hatte Föhrenbach in der DFB-Auswahl einige Spieler an seiner Seite, die den Durchbruch geschafft haben. Acht Zweitliga-Einsätze und drei Auftritte in der Bundesliga für Freiburg stehen schon auf seinem Konto. An Christian Günter kam er in Freiburg aber nicht vorbei. Die Nummer zwei will er aber nicht sein. Er will spielen. Und so schmiedete Föhrenbach einen Karriereplan, der ihn Schritt für Schritt seinem Ziel näherbringen soll: „Ich will wieder in der Bundesliga spielen.“

Föhrenbach ist ein reflektierter Typ. Einer, der genau weiß, in welchen Bereichen er sich noch verbessern muss. In der vergangenen Saison ging es erst mal zwei Schritte zurück. In die 3. Liga. Zum Karlsruher SC. Dort verpasste er nur ein Spiel, scheiterte mit dem Klub aber in der Aufstiegsrelegation an Erzgebirge Aue. „Die 3. Liga ist sehr zweikampfbetont. Da musste ich mich weiterentwickeln. Der KSC war eine gute Station für meine Entwicklung. Dort konnte ich sehr viel Spielpraxis sammeln – und das ist jetzt auch genau mein Ziel beim Jahn.“ Mit dem Wechsel nach Regensburg hat Föhrenbach den nächsten Aufstieg geschafft. „Ich hätte auch in Freiburg bleiben können. Aber wenn du als junger Spieler auf der Bank sitzt, dann entwickelst du dich nicht weiter“, erklärt Föhrenbach seine Beweggründe. Der Regensburger Cheftrainer hält viel von dem Linksverteidiger. „Jonas hat in Freiburg eine Ausbildung genossen, die ihn in technischer und taktischer Ausprägung, zu einem sehr guten Spieler macht“, lobt Beierlorzer.

Ob er den neuen Mann am Samstag beim Kracher gegen Ingolstadt von Beginn an auf den Rasen schickt, verrät er noch nicht. Es ist aber wahrscheinlich, dass Föhrenbach die Nase vorne hat vor Alexander Nandzik. Gleich auf Anhieb einen Stammplatz beim Jahn? Das bleibt abzuwarten. Es wäre jedenfalls wieder ein Schritt nach vorne.

Alle wichtigen Nachrichten zum SSV Jahn lesen Sie im Newsblog:

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht