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Fussball

Jahn geht in Paderborn leer aus

Die Regensburger machen im ersten Auswärtsspiel der Saison zu viele Fehler – und müssen eine klare Niederlage hinnehmen.
Von Jürgen Scharf

Regensburgs Albion Vrenezi (rechts) kämpfte mit Christian Strohdiek um den Ball. Foto: Ina Fassbender/dpa
Regensburgs Albion Vrenezi (rechts) kämpfte mit Christian Strohdiek um den Ball. Foto: Ina Fassbender/dpa

Paderborn.Der SSV Jahn Regensburg kehrt von seiner ersten Auswärtsreise in dieser Saison ohne Punkte zurück. Am Freitagabend kriegen die Oberpfälzer in der 2. Liga den SC Paderborn nicht in den Griff und verlieren vor 9458 Zuschauern beim stark aufspielenden Aufsteiger mit 0:2 (0:1).

Jahn-Trainer Achim Beierlorzer wollte sich bis kurz vor dem Spiel in punkto Aufstellung nicht in die Karten schauen lassen. Am Ende kam er zu dem Schluss, dass die Formation, mit der seine Mannschaft in der vergangenen Wochenende einen tollen Saisonstart geschafft hatte, auch in Paderborn die richtige sein könnte. Er schickte exakt dieselben elf Spieler ins Rennen, die den FC Ingolstadt mit 2:1 geschlagen hatten. Als zweite Spitze neben Kapitän Marco Grüttner lief somit wieder Albion Vrenezi auf und auf der linken Abwehrseite erhielt abermals Jonas Föhrenbach den Vorzug gegenüber Alexander Nandzik.

Paderborner starteten mit beherzten Angriffen

Die Paderborner feierten den Treffer zum 1:0. Foto: Ina Fassbender/dpa
Die Paderborner feierten den Treffer zum 1:0. Foto: Ina Fassbender/dpa

Föhrenbach und seine Kollegen in der Jahn-Defensive waren sogleich gefordert, denn die Paderborner starteten mit mehreren beherzten Angriffen. Diese erste Drangphase der Gastgeber überstanden die Regensburger letztlich aber souverän und wagten sich dann selbst langsam nach vorne. Im Lauf der ersten Halbzeit entwickelte sich zunächst eine ausgeglichene Partie, in der die Paderborner allerdings stets etwas gefährlicher wirkten.

Nach einem Absatzkick von Bernard Tekpetey trudelte der Ball in der 27. Minute etwa nur knapp am Regensburger Torpfosten vorbei. Vier Minuten später war es dann endgültig passiert. Nach einem Eckball schraubte sich Klaus Gjasula im Jahn-Strafraum hoch und köpfte den Ball präzise zum 1:0 für Paderborn ins Netz.

Stimmen zum Spiel

  • Jahn-Trainer Achim Beierlorzer:

    „Es war ein verdienter Sieg von Paderborn, das mehr investiert hat und aggressiver in den Zweikämpfen gestanden ist. Wir haben heute zu viele falsche Entscheidungen getroffen. So wie auch beim 2:0, das ist fast unser Assist. Wir haben aus unseren Chancen nichts gemacht und so können wir hier auch keinen Punkt holen. Das ist schade, aber es wird uns in keinster Weise umwerfen. Wir werden unsere Lehren daraus ziehen und schauen, dass wir es beim nächsten Mal besser machen.“

  • Marco Grüttner:

    „Wir waren alle elf nicht in der Lage, unsere beste Leistung auf den Platz zu bringen. Da können wir auch keinen rausnehmen. Das war heute eine Mannschaftsleistung, die nicht gepasst hat und wir haben verdient verloren. Wir haben gekämpft, aber unterm Strich war es definitiv zu wenig heute.“

  • Philipp Pentke:

    „Wir wussten, was uns hier erwartet. Die sind nicht umsonst mit 90 Toren aufgestiegen letztes Jahr. Wir haben es aber einfach nicht wie sonst geschafft, die Räume in der Defensive zu schließen und vorne selbst Lücken zu reißen. Haben zu oft mehr reagiert als selbst agiert. Wir werden aber auf jeden Fall daraus lernen und die nächsten Spiele wieder Vollgas geben.“

  • Andy Geipl:

    „Die waren stark, das muss man einfach sagen. Und wir haben nicht die Leistung auf den Platz gebracht, die wir uns vorgenommen haben. Wir haben zu viele Fehler gemacht, das muss man ganz klar sagen. Da muss jeder vor seiner Haustür kehren. Auch ich hab Abspielfehler gehabt, die mir normalerweise nicht passieren sollten. Es hat sich heut keiner so richtig getraut, irgendwas zu machen. Das müssen wir jetzt nacharbeiten.“

Viele Chancen auf beiden Seiten

In den letzten Minuten vor der Pause war noch einiges geboten. Auf beiden Seiten gab es beste Torchancen. Zunächst schoss Paderborns Torjäger Sven Michel den Ball knapp übers Jahn-Tor. Kurz danach schaffte es Regensburgs Innenverteidiger Asger Sörensen, einen brandgefährlichen Konter der Gastgeber in allerletzter Sekunde zu stoppen. Auf der Gegenseite hatte dann ausgerechnet Sörensens Abwehrkollege Marcel Correia, der zuvor manchmal etwas unsicher gewirkt hatte, die bislang beste Chance des Jahn. Sein toller Kopfball wurde von einem Paderborner aber noch zur Ecke geklärt. Einen schönen Schuss von Föhrenbach konnte dann noch SC-Keeper Leopold Zingerle abwehren.

Die Jahn-Spieler in der Einzelkritik:

Jahn: die Einzelkritik

Zur Halbzeit blieb es somit bei dem einen Treffer der Gastgeber, die sich die Führung letztlich auch redlich verdient hatten. Jahn-Coach Beierlorzer wird der Verlauf des ersten Durchgangs insgesamt nicht gefallen haben. Zwar versuchte seine Mannschaft, nach Kräften dagegenzuhalten. Am Ende konnte sie aber zu viele Angriffe der Paderborner nicht rechtzeitig unterbinden, so dass diese immer wieder gefährlich vors Jahn-Tor kamen und dadurch auch die Stimmung in der Benteler-Arena anheizten.

Jahn-Trainer Achim Beierlorzer coachte sein Team. Foto: Ina Fassbender/dpa
Jahn-Trainer Achim Beierlorzer coachte sein Team. Foto: Ina Fassbender/dpa

In der zweiten Hälfte hatte der Jahn die knifflige Aufgabe, zum einen einen zweiten Treffer der selbstbewussten Gastgeber verhindern zu müssen und zum anderen selbst erfolgreich zu sein, um zumindest einen Punkt mitnehmen zu können. Dass die Paderborner ihrerseits nun auf Konter setzen konnten, dürfte Beierlorzer überhaupt nichts in Konzept gepasst haben. Er hatte schließlich bereits vor der Partie eindringlich darauf hingewiesen, dass der SC einige pfeilschnelle Spieler in seinen Reihen hat.

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In der 58. Minute war es dann genau so ein überfallartig vorgetragener Konter, der den Paderbornern beinahe ihren zweiten Treffer eingebracht hätte. Jahn-Keeper Philipp Pentke reagierte bei dem Schuss von Michel überragend und wehrte den Ball mit dem Fuß ab. Kurz danach war er allerdings machtlos. Marc Lais verlor in der eigenen Hälfte den Ball, die Paderborner konnten den Jahn damit mitten in dessen eigenem Spielaufbau überlaufen. Philipp Klement zirkelte den Ball am Ende punktgenau in den Winkel des Regensburger Tors (61. Minute).

Adamyan traf den Pfosten

Regensburgs Jann George (Mitte) umringten die Paderborner. Foto: Ina Fassbender/dpa
Regensburgs Jann George (Mitte) umringten die Paderborner. Foto: Ina Fassbender/dpa

Die schnelle Antwort darauf hätte nur zwei Minuten später Sargis Adamyan geben können. Der Flügelstürmer kam frei zum Abschluss, setzte den Ball aber lediglich an den Pfosten. Beierlorzer mischte dann personell durch und wechselte Alexander Nandzik, Jonas Nietfeld und Hamadi Al Ghaddioui ein. Neuen Schwung konnten aber auch diese nicht in das Spiel des Jahn bringen. Vielmehr waren die Paderborner nun endgültig Herr im eigenen Haus. Nur noch vereinzelt schaffte es der Jahn, eigene Akzente in der Offensive zu setzen. Ansonsten war er vor allem damit beschäftigt, einen dritten Treffer der Paderborner zu verhindern. Diese wurden von ihren Fans für einen tollen Auftritt mit Gesängen gefeiert.

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Die knapp 300 Regensburger Fans, die nach Nordrhein-Westfalen gereist waren, mussten dagegen verfolgen, wie ihr Team an diesem Tag zu viele Fehler machte und zu Recht den Kürzeren zog. In der Schlussphase verwalteten die Paderborner ihre Führung clever. Die Regensburger kamen nur noch zu wenigen eigenen Angriffen und konnten die Niederlage nicht mehr abwenden.

„So können wir hier keinen Punkt holen“

Achim Beierlorzer, Trainer des SSV Jahn Regensburg

„Es war ein verdienter Sieg von Paderborn“, meinte Beierlorzer nach der Partie. „Wir haben zu viele falsche Entscheidungen getroffen und aus unseren eigenen Chancen nichts gemacht. So können wir hier keinen Punkt holen“, analysierte der Jahn-Coach. Das sei schade, „aber es wird uns in keinster Weise umwerfen. Wir werden unsere Lehren daraus ziehen und schauen, dass wir es beim nächsten Mal besser machen“.

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