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Fussball

Jahn holt gegen Berlin einen Punkt

Das 1:1 gegen den 1. FC Union ist für die Regensburger das vierte Unentschieden in Folge. Jann George erzielt ein Traumtor.
Von Jürgen Scharf

Sargis Adamyan vom SSV Jahn Regensburg kämpft mit Berlins Florian Hübner (Mitte) und Grischa Prömel um den Ball. Foto: Nickl
Sargis Adamyan vom SSV Jahn Regensburg kämpft mit Berlins Florian Hübner (Mitte) und Grischa Prömel um den Ball. Foto: Nickl

Regensburg.Die Serien des SSV Jahn werden immer länger. Am Sonntagnachmittag spielen die Oberpfälzer in der 2. Fußball-Bundesliga vor 10 884 Zuschauern in der Continental-Arena gegen den 1. FC Union Berlin 1:1 (1:1). Das ist das siebte Spiel in Folge, in dem die Regensburger nicht besiegt wurden, zugleich aber auch das vierte Spiel in Folge, in dem sie nicht gewonnen haben – weil es immer ein Unentschieden gab.

Der Berliner Trainer Urs Fischer brachte es nach der Partie auf den Punkt. Es sei ein echtes Kampfspiel gewesen, das die Zuschauer in Regensburg gesehen hätten, meinte er. Da hatte er zweifellos Recht. Beide Mannschaften kämpften über die gesamten 90 Minuten verbissen um jeden Zentimeter Raumgewinn. Technische Finesse gab es selten zu sehen, dennoch war die Partie durchaus interessant. Dies lag daran, dass es immer gerade dann, wenn die Partie langweilig werden zu drohte, echte Aufreger gab.

Die Abwehrketten standen sicher

Als kurz vor dem Pausenpfiff eigentlich alles auf eine torlose erste Halbzeit hindeutete, schlugen plötzlich die Gäste zu. Grischa Prömel setzte sich gegen den zu zaghaft angreifenden Andy Geipl durch, spielte auf den freistehenden Sebastian Polter zurück und der vollendete in der 45. Minute locker zum 0:1. Jahn-Coach Achim Beierlorzer urteilte später über die Abwehrleistung seines Teams in dieser Szene hart. „Als Zweitligamannschaft dürfen wir so ein Tor nie im Leben bekommen“, sagte er und kündigte an, mit seiner Mannschaft die Szene noch einmal im Detail durchzugehen.

Jann George feiert seinen Treffer. Foto: Nickl
Jann George feiert seinen Treffer. Foto: Nickl

Beierlorzer wies allerdings ebenso unmissverständlich darauf hin, dass er bis auf diese Szene mit der Vorstellung seiner Jungs hochzufrieden gewesen sei. Seine Mannschaft habe die Berliner praktisch andauernd beschäftigt: „Wir wollten den Gegner stressen, das ist uns über weite Teile des Spiels richtig, richtig gut gelungen.“

Hier gibt es eine Einzelkritik der Regensburger Spieler:

SSV Jahn - die Einzelkritik

Richtig gut gelang Jann George im Endeffekt auch kurz vor der Halbzeit eine Flanke. Nach dem Tor der Berliner waren nur noch ein paar Sekunden bis zum Halbzeitpfiff zu spielen, die reichten dem Jahn aber für einen Angriff – und den nutzte George aus. Aus 20 Metern schlenzte der Flügelstürmer der Regensburger den Ball traumhaft zum Ausgleich in den Winkel. Später räumte er aber offenherzig ein, dass sein Schuss grundsätzlich nur als Vorlage für seine Mitspieler gedacht war. Irgendwie „mit Dampf Richtung Tor“ – das sei der Plan bei seinem Schuss gewesen: „Ich würd lügen, wenn ich sage, ich wollte ihn genau da oben rein.“

Pentke reagiert überragend

Nach der Pause ließen es beide Teams zunächst wieder etwas ruhiger angehen. Nach einer knappen Stunde gab der Jahn aber wieder Gas, konnte aus mehreren guten Chancen aber kein Kapital schlagen. Dann hätte es allerdings beinahe im eigenen Tor geklingelt. Polter kam fünf Meter vor dem Tor völlig frei zum Kopfball. Jahn-Torhüter Philipp Pentke reagierte überragend und konnte das Gegentor verhindern. „Da muss man dann halt da sein“, meinte Pentke ganz gelassen zu seiner Glanztat.

Als Prömel eine Viertelstunde vor Schluss dann mit der Gelb-Roten Karte vom Platz musste, hatte der Jahn Überzahl. Diese konnte er aber kaum zu gezielten Angriffen nutzen, ganz im Gegenteil hatte er noch eine ganz brenzlige Szene zu überstehen. Ken Reichel schoss den Ball fünf Minuten vor Schluss ins Regensburger Tor. Nach längerer Beratung mit seinem Assistenten entschied Schiedsrichter Sascha Stegemann jedoch auf Abseits. „Wenn du dann schon eine Minute jubelst, dann ist es gefühlt wie ein Videoschiedsrichter, obwohl es keinen Videoschiedsrichter gibt in der 2. Liga“, beschrieb Reichel später seine Gefühle.

Andreas Geipl (Mitte) im Zweikampf mit Berlins Akaki Gogia Foto: Nickl
Andreas Geipl (Mitte) im Zweikampf mit Berlins Akaki Gogia Foto: Nickl

Ob es wirklich Abseits gewesen war, wusste nach dem Spiel keiner so richtig – für den Jahn war dies aber ein Grund mehr, mit dem einen Punkt zufrieden zu sein. „Vom Spielverlauf her kann man natürlich sagen, dass wir zwei Punkte verloren haben. Aber letztendlich kann auch das Tor der Berliner noch zählen, dann stehen wir mit leeren Händen da“, meinte Kapitän Marco Grüttner. „Das Tor wäre aus dem Nichts gekommen, weil Union in der zweiten Halbzeit nicht mehr so viel entgegen zu setzen hatte. Da hätten wir uns ziemlich betröppelt angeguckt, wenn wir das Spiel verloren hätten“, meinte Pentke. Zum absoluten Dauerzustand sollte das Nicht-Gewinnen aber auch nicht werden, befand der Keeper: „Auf Dauer machen Unentschieden nicht glücklich.“

In unserem Liveticker können Sie das Spiel nochmals verfolgen:

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