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Fussball

Jahn: Keller will nicht weglaufen

Der Regensburger Sportchef steht arg in der Kritik. Ob Keller auch in der Regionalliga weitermachen darf, bleibt ungewiss.

Jahn-Sportchef Christian Keller saß im Publikum und wurde von MZ-Sportredakteur Jürgen Scharf zur Situation beim Regensburger Fußball-Drittligisten befragt.
Jahn-Sportchef Christian Keller saß im Publikum und wurde von MZ-Sportredakteur Jürgen Scharf zur Situation beim Regensburger Fußball-Drittligisten befragt. Alle Fotos: Andreas Nickl

Regensburg.Der Jahn steht seit Monaten auf dem letzten Tabellenplatz der 3. Liga. Sportchef Christian Keller steht deswegen arg in der Kritik. Etwas vage blieben bei der Podiumsdiskussion die Aussagen dazu, ob Keller auch in der Regionalliga weitermachen darf. Von Klubboss Hans Rothammer und auch Keller selbst war zumindest die Tendenz herauszuhören, die Zusammenarbeit selbst im Falle eines Abstiegs fortsetzen zu wollen.

„Sollte der Steuermann als Erster von Bord gehen, wenn man versucht, das Schiff wieder in ruhiges Fahrwasser zu bringen?“, stellte Keller bei der Podiumsdiskussion als Frage in den Raum. Und erhielt prompt Rothammers Antwort: „Ich will, dass der Steuermann an Bord bleibt.“ Der Jahn-Boss pries vor allem Kellers erfolgreiche Arbeit in der Jugendsparte. Der Jahn werde heuer Nachwuchsleistungszentrum, was ein wichtiger Schritt für den Klub sei. Er glaube auch, dass einige Jugendtrainer den Verein verlassen würden, wenn Keller geht, „weil diese sehr stark mit ihm als Sportchef verbunden sind“.

„Ich habe nach wie vor Lust auf die Lebensaufgabe Jahn Regensburg. Das Potenzial hier ist riesig, aber es hat lange geschlummert“, sagte Keller. „Bei Rekrutierung und Scouting müssen wir uns viel breiter aufstellen, professioneller werden“, forderte er. Auch Oberbürgermeister Joachim Wolbergs gab zu verstehen, dass er Kellers Beitrag zur finanziellen Konsolidierung und seriösen Außendarstellung des früher oft als Chaos-Klub verschrienen SSV Jahn zu schätzen weiß.

Wenn er bleibt, hat Keller für die sportliche Zukunft des Vereins bereits Pläne. Die Mannschaft, die jetzt beisammen sei, stufte er als prinzipiell drittligatauglich ein. Wird der Klassenerhalt geschafft, müsste sie „auf drei bis fünf Positionen gezielt verstärkt werden“. Bei einem Abstieg wäre die Aufgabe ungleich schwieriger, meinte er, da kaum ein Vertrag für die Regionalliga gilt und in dieser Spielklasse die Verdienstmöglichkeit für die Spieler „noch einmal geringer wären“. „Somit müssten wir da wohl einen Neuaufbau machen“, sagte Keller.

Zu persönlichen Anfeindungen, die er in den vergangenen Monaten erlebte, sagte Keller: „Das war natürlich alles andere als angenehm. Aber ich bin letztendlich dafür verantwortlich und muss mich auch dieser Verantwortung stellen.“

Übrigens zog Rothammer durchaus die Möglichkeit in Erwägung, neue sportliche Berater – etwa im Scoutingbereich – zum Verein zu holen, die Keller dann unterstützen würden: „Dieser Vorschlag kam von Christian Keller übrigens selbst.“ (gr/js)

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