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Fussball

Jahn profitiert von seinen Erfahrungen

Die Regensburger haben in dieser Saison viel erlebt. Das soll dabei helfen, auch auf der Zielgeraden erfolgreich zu sein.
Von Jürgen Scharf

Im Hinspiel ging es eng zu: Marvin Knoll, Oliver Fink, Jonas Nietfeld, Kaan Ayhan und Andreas Geipl (von links) gehen auf Tuchfühlung. Foto: Bohla/Eibner
Im Hinspiel ging es eng zu: Marvin Knoll, Oliver Fink, Jonas Nietfeld, Kaan Ayhan und Andreas Geipl (von links) gehen auf Tuchfühlung. Foto: Bohla/Eibner

Regensburg.Das erste Drittel der Saison war okay, das zweite Drittel überragend. Wie wird nun das dritte? Der SSV Jahn Regensburg hat in dieser Spielzeit in der 2. Liga bereits viel erlebt. In den ersten Partien zahlte er immer wieder Lehrgeld, dann drehte er plötzlich auf und spielte sich in einen Rausch, der erst am vergangenen Sonntag mit der Niederlage in Dresden beendet wurde. Im Profi-Fußball ist aber keine Zeit, lange die Wunden zu lecken. Zum Auftakt der letzten Saisonphase empfängt der Jahn am Freitagabend mit Fortuna Düsseldorf einen Aufstiegskandidaten. „Das ist ein richtiges Brett“, sagt Coach Achim Beierlorzer: „Es ist aber auch eine weitere Chance.“

23 Spiele liegen nun hinter dem Jahn, elf noch vor ihm. Für seine Arbeit mit der Mannschaft sei es zwar grundsätzlich nicht von Bedeutung, in welcher Phase der Saison man sich gerade befinde, sagt Beierlorzer, eines sei nun allerdings ein echter Vorteil: „Wir können jetzt schon auf ganz viele Erfahrungen zurückgreifen, weil wir schon ganz viele Spiele gespielt haben.“

„Das ist ein richtiges Brett, es ist aber auch eine weitere Chance.“

Jahn-Coach Achim Beierlorzer über den Gegner Fortuna Düsseldorf

Am Anfang der Saison musste sich der Jahn in die 2. Liga langsam hineintasten. Neue Gegner, neue Stadien – unzählige Eindrücke prasselten da auf die Spieler, die teilweise schon in der Regionalliga für den Jahn gekickt hatten, ein. Die Eingewöhnungsphase ist nun aber bereits lange abgeschlossen. 2. Liga – das ist für den Jahn kein mysteriöses Wunderland mehr. „Wir wissen genau, was auf uns zukommt“, sagt Beierlorzer auch vor dem Spiel gegen Düsseldorf.

Voraussichtliche Aufstellungen

  • SSV Jahn – Fortuna Düsseldorf:

    Anpfiff am Freitag um 18.30 Uhr

  • SSV Jahn Regensburg:

    Pentke – Saller, Nachreiner, Knoll, Nandzik – Geipl, Gimber – George, Mees – Grüttner, Adamyan

  • Jahn-Reserve:

    Weis (ETW), Palionis, Hofrath, Sörensen, Stolze, Nietfeld; Freis

  • Beim Jahn fehlen:

    Lais (fünfte gelbe Karte), Hoffmann (Adduktorenzerrung)

  • Fortuna Düsseldorf:

    Wolf – Zimmer, Ayhan, Hoffmann, Gießelmann – Bodzek, Neuhaus – Raman, Fink, Usami – Hennings

  • Schiedsrichter:

    Fritz (Korb)

  • Auswärtsfahrt:

    Der Jahn-Fanklub Power vom Tower fährt am Sonntag, den 4. März, zum Auswärtsspiel nach Braunschweig. Abfahrt ist um 5 Uhr morgens an der OMV-Tankstelle in der Prüfeninger Straße. Kosten pro Teilnehmer: 25 bis 30 Euro. Anmeldung unter Tel. (0151) 11 91 22 48 oder (0151) 11 91 23 41

Beim Hinspiel im vergangenen September war das noch etwas anders. Der Jahn reiste als Abstiegskandidat zur Fortuna und lieferte dann auch erwartungsgemäß die Punkte ab. Und das, obwohl es „ein sehr gutes Spiel von uns war“, wie sich Beierlorzer erinnert. Ein sehr gutes Spiel, das am Ende aber die Düsseldorfer mit dem Tor des Tages von Emir Kujovic clever für sich entschieden. Diese Phase, als es meist viel Lob, aber wenig Punkte gab, sollte der Jahn dann aber bald hinter sich lassen.

„Müssen unzufrieden sein“

Mit dem sensationellen Zwischenspurt im zweiten Saisondrittel arbeitete er sich bis ins obere Mittelfeld der Tabelle vor. Mehrere Monate schwebten die Regensburger fast durchgehend auf einer Erfolgswelle. Durch die Niederlage in Dresden solle diese aber nicht endgültig beendet sein, hofft Beierlorzer. Es gehe nun darum, schleunigst wieder in die alte, erfolgreiche Spur zu kommen. Von Schönheitspreisen hält der Coach nämlich nach wie vor nichts. Die Leistung seiner Mannschaft habe auch in Dresden grundsätzlich gestimmt: „Wir müssen aber unzufrieden sein, wenn wir nach so einem Spiel nicht mit Punkten nach Hause fahren.“

Nun hat seine Mannschaft aber eine neue Chance, Punkte zu holen. Und das vor einer großen Kulisse. Knapp 11 000 Zuschauer werden am Freitag in der Continental-Arena erwartet, davon etwa tausend aus Düsseldorf. Und insbesondere die Fußballer, die von der rheinischen Metropole in die Oberpfalz reisen werden, haben es Beierlorzer zufolge in sich. Er kommt ins Schwärmen, wenn er über die Fortuna spricht. Die Innenverteidigung sei exzellent, Florian Neuhaus spiele im zentralen Mittelfeld eine hervorragende Saison, Benito Raman sei ein Ausnahmespieler und Rouwen Hennings ein absoluter Torjäger. Er bezeichnet die Düsseldorfer als absolute Top-Mannschaft, die den Aufstieg vor Augen hat. Ein Aufstieg, der einem waschechten Oberpfälzer im Herbst der Karriere nochmal das Highlight Bundesliga bescheren könnte: Oliver Fink. Der ist bei den Düsseldorfern einer der „erfahrenen Recken“, wie es Beierlorzer bezeichnet – und außerdem einer mit Jahn-Vergangenheit.

Finks Rückkehr in die Heimat

Vor 13 Jahren begann in Regensburg Finks Karriere im Profi-Fußball. Der gebürtige Hirschauer stieg beim Jahn, der damals ebenfalls in der 2. Liga war, zum Stammspieler auf. Nach dem Abstieg der Regensburger spielte er noch in Burghausen und Unterhaching, bis er in Düsseldorf heimisch wurde. Bereits acht Jahre ist der gebürtige Hirschauer nun bei der Fortuna. Seine Wurzeln hat er aber nicht vergessen, das Spiel in Regensburg ist „ein besonderes“ für ihn, wie er dem Kölner Express sagte: „Das ist natürlich eine andere Bindung, als wenn wir bei anderen bayerischen Vereinen spielen. Dazu freue ich mich auf das Stadion, an dem ich bisher nur vorbeigefahren bin.“

Viele alte Bekannte wird Fink am Freitag aber nicht treffen. Von seiner eigenen Zeit beim Jahn seien nur die Ärzte noch im Klub, sagt er. Zwei Spieler der Regensburger kennt er dennoch sehr gut: Marcel Hofrath und Alexander Nandzik, die als Jungspunde einst im Kader der zweiten Mannschaft von Fortuna standen.

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