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Fussball

Jahn schlägt gegen St. Pauli zurück

Die Regensburger laufen gegen die Hamburger lange einem Rückstand hinterher – und werden am Ende für ihr Engagement belohnt.
Von Felix Kronawitter

  • Sargis Adamyan und seine Teamkollegen vom SSV Jahn Regensburg lieferten sich gegen St. Pauli einen packenden Kampf. Foto: Nickl
  • Jahn-Trainer Achim Beierlorzer (links) begrüßte Markus Kauczinski, Coach von St. Pauli, in Regensburg. Foto: Nickl

Regensburg.So um die 80. Minute herum gibt es in den Fußball-Stadien hierzulande oft ein Phänomen zu beobachten: Um das Gedränge und Stau nach Schlusspfiff zu vermeiden, machen sich die ersten Zuschauer auf den Heimweg. In der Regensburger Continental-Arena ist das allerdings nur selten der Fall. Mittlerweile hat es sich herumgesprochen, dass der SSV Jahn in der 2. Fußball-Bundesliga für späte Treffer gut ist. Beim 1:1 (0:1) gegen den FC St. Pauli zeigten die Oberpfälzer einmal mehr ihre Comeback-Qualitäten.

„Das Einzige, was mir nicht gefällt, ist, dass wir nicht gewonnen haben“, sagte Achim Beierlorzer. „Ich hätte uns gerne als Sieger gesehen, weil es verdient gewesen wäre“, erklärte der Jahn-Coach nach „einem richtig guten Fußballspiel“. Sein Team habe mehr investiert. 25 zu 9 Torschüsse nannte der Jahn-Trainer als aussagekräftiges Beispiel für seine Sicht der Dinge. „Ich will die Statistik eigentlich gar nicht immer heranziehen. Denn wir hatten auch schon Statistiken, wo wir überall verloren haben und am Schluss drei Punkte geholt haben.“ Dem Jahn-Coach hat es gefallen, dass sein Team „ein tolles Fußballspiel abgerufen hat gegen eine Topmannschaft“. „Den Punkt nehmen wir mit. Mit 21 Punkten sind wir sehr, sehr gut in der Spur.“ Die Beierlorzer-Elf ist nunmehr schon seit neun Spielen in Folge ungeschlagen und steht prächtig da im Rennen um den Klassenerhalt. „Das ist wieder ein weiterer Punkt mehr im Kampf gegen den Abstieg“, sagte Mittelfeldmann Andy Geipl nach der unterhaltsamen Partie.

Joker Stolze schlägt zu

Sebastian Stolze (links) schießt den Ball aus spitzem Winkel zum Ausgleich ins Pauli-Tor. Fotos: Andreas Nickl
Sebastian Stolze (links) schießt den Ball aus spitzem Winkel zum Ausgleich ins Pauli-Tor. Fotos: Andreas Nickl

Dass die Regensburger am Sonntagnachmittag nicht leer ausgingen, hatten sie wieder mal einem Joker zu verdanken: Sebastian Stolze. Zehn Minuten nach seiner Einwechslung war der Offensivmann zur Stelle und traf für den Jahn drei Minuten vor Ablauf der regulären Spielzeit zum Ausgleich. „Der Ball rollt mir quasi vor die Füße und dann hab ich aus spitzem Winkel einfach geschossen“, sagte der 23-Jährige. „Dass er am Ende reingeht, schön für alle, schön für mich.“

„Dass er am Ende reingeht, schön für alle, schön für mich.“

Sebastian Stolze

Stolze musste gegen St. Pauli erst mal wieder auf der Bank Platz nehmen. Seine Position auf der rechten Außenbahn nahm Sargis Adamyan ein. In der Sturmspitze feierte dafür Hamadi Al Ghaddioui seine StartelfPremiere im Jahn-Dress. „Der Trainer hat vorher mit mir gesprochen und hat mir gesagt, ich soll, wenn ich reinkomme, richtig Gas geben und dass ich das am Ende mit dem Tor wiedergegeben habe, das freut mich natürlich“, gab Stolze zu Protokoll.

„Das Einzige, was mir nicht gefällt, ist, dass wir nicht gewonnen haben.“

Achim Beierlorzer

Dass es so lange dauerte, bis die Regensburger im Duell gegen die Hamburger einen Treffer bejubeln durften, hätte nicht sein müssen. An Torchancen mangelte es jedenfalls nicht. Paulis Henk Veermann stellte das Spiel mit seinem Treffer, bei dem Asger Sörensen nicht mehr klären konnte, kurz vor der Pause auf den Kopf. Denn bis zur 40. Minute waren es vor allem die Regensburger, die den Ton angaben. Abschlüssen von Marco Grüttner (7.), Jann George (15./18.) und Benedikt Saller (16.) fehlte es aber an Präzision. Die beste Chance zur Jahn-Führung hatte Geipl. Der Jahn-Sechser setzte den Ball aber knapp neben das Tor (25.). „16 Meter zentral vor dem Tor. Da wünscht man sich als Trainer, dass er das so umsetzt, wie er es im Training macht. Und das Ding einfach in die Ecke donnert“, sagte Beierlorzer. Einem Regensburger Treffer war dann der Fuß von Paulis Keeper Robin Himmelmann im Weg (32.). Nur sechs Minuten später krönten die Gastgeber einen starken Angriff nicht. Adamyan schickte Grüttner. Der Jahn-Kapitän legte per Hacke ab auf George, doch der traf den Ball nicht richtig (38.).

Weil auch Grüttner (57.) mit seinem Drehschuss und Al Ghaddioui (72.) dicke Chancen nach der Pause nicht im Tor unterbrachten, wäre das Spiel dann fast gelaufen gewesen für den Jahn. Aber dieses Mal behielt Philipp Pentke im Eins-gegen-Eins gegen Veermann die Oberhand (82.).

SSV Jahn vs. St. Pauli die Einzelkritik

Im dritten Anlauf klappt es

Das Hamburger Tor schien dagegen wie vernagelt. In der 87. Minute klappte es erst im dritten Anlauf. Grüttner scheiterte am Pfosten, Adamyan am Keeper, dafür war Stolze dann zur Stelle und drosch den Ball zum Ausgleich ins Tor. Jetzt hielt es im Stadion niemanden mehr auf dem Sitz. In der Nachspielzeit gelang dem Jahn aber kein weiterer Treffer mehr. Die Zuschauer waren dennoch zufrieden, Zeugen einer weiteren Aufholjagd gewesen zu sein. Nach dem Abpfiff feierten beide Fanlager ihre Teams.

Der frühere Jahn-Spieler Marvin Knoll kehrte mit seiner neuen Mannschaft nach Regensburg zurück. Foto: Nickl
Der frühere Jahn-Spieler Marvin Knoll kehrte mit seiner neuen Mannschaft nach Regensburg zurück. Foto: Nickl

Auch für Marvin Knoll, der an seine alte Wirkungsstätte zurückkehrte, gab es Applaus von der Hans-Jakob-Tribüne. Während des Spiels hatte es Pfiffe gegeben, als sich der Defensivmann den Ball zum Freistoß zurechtlegte. „Das ist doch auch verständlich. Die feuern ihr Team an und da haben ein paar gepfiffen. Aber zum Schluss haben alle applaudiert. Da bin ich sehr froh drüber“, sagte Knoll, neben Philipp Ziereis der zweite Ex-Regensburger beim Kultklub aus Hamburg. „Der Jahn hat sehr gut gespielt. Da muss man den Hut vor ziehen. Ein Punkt ist gut für uns“, sagte Knoll, der sich wie die anderen Spieler und die Zuschauer zufrieden auf die Heimreise machte.

In unserem Newsblog können Sie das Spiel nochmals verfolgen:

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