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Fussball

Jahn: Spätstarter Dominic Volkmer

Der Regensburger Neuzugang ist ein Mann mit einer ungewöhnlichen Karriere. Jetzt wagt er den Sprung in die 2. Liga.
von Felix Kronawitter

Dominic Volkmer erfüllte sich seinen Traum von einer Profikarriere doch noch. Foto: Nickl
Dominic Volkmer erfüllte sich seinen Traum von einer Profikarriere doch noch. Foto: Nickl

Regensburg.Seine Heimat hat Dominic Volkmer immer bei sich. Auf seinem Oberarm hat er ein „Nord-Tattoo“. „Da ist das Wattenmeer abgebildet mit einem Fischkutter und einer Möwe. Als Identifikation mit meiner Herkunft“, erzählt der Neuzugang des SSV Jahn Regensburg. Auf seinem Unterarm prangen die Anfangsbuchstaben der Vornamen seiner Eltern Claudia und Matthias und das Geburtsdatum der beiden. „So was wollte ich immer schon mal haben. Sie haben mich immer unterstützt“, sagt der gebürtige Bremer.

Fast 700 Kilometer südlich ist der 22-Jährige jetzt zu Hause. „Ich habe noch leichte Probleme mit dem Dialekt, aber das kommt auch mit der Zeit“, sagt Volkmer. Seine Eltern werden am Samstag ihrem Sohn in der Continental-Arena die Daumen drücken. „Ansonsten werde ich wohl eher auswärts mehr Unterstützung bekommen“, sagt Volkmer mit Blick auf die räumliche Distanz zu seiner alten Heimat. Neben dem Platz beschreibt sich Volkmer selbst als einen eher ruhigeren Typen. „Dominic ist ein offener Mensch, der alles aufnimmt und unsere Art Fußball zu spielen verinnerlicht“, sagt Trainer Achim Beierlorzer.

Traum doch noch erfüllt

Dass Volkmer bald schon in der 2. Bundesliga auflaufen könnte, das hat sich so nicht abgezeichnet. Er ist ein Mann mit einer ungewöhnlichen Karriere. Ein klassischer Spätstarter, der selbst nicht mehr damit rechnete, dass sich seine Träume von einer Profikarriere doch noch erfüllen würden. Mit fünf Jahren spielte er zum ersten Mal für Werder Bremen. Nach der U 9 hat er sich einem Provinzklub, dem SC Borgfeld, angeschlossen. „Ich war da nicht weit genug“, erzählt Volkmer. Ein Satz, den er wenige Jahre später wiederholen sollte.

„Ich habe noch leichte Probleme mit dem Dialekt, aber das kommt auch mit der Zeit.“

Dominic Volkmer

In der U 13 versuchte er es erneut in Bremen. Nach einem Jahr war aber schon wieder Schluss. „Ich habe schnell gemerkt, dass die anderen schon viel weiter sind in meinem Alter.“ Danach legte er den Fokus auf seine schulische Ausbildung. Und kickte nur noch mit Freunden in ländlichen Provinzklubs. Aus Spaß. In der U 17 fand er den Spaß wieder am leistungsorientierten Fußball. Beim SC Weyhe rückte er in die Regionalliga-Mannschaft auf. In der U 19 wechselte er zum JFV Nordwest, einen Zusammenschluss des VfL und VfB Oldenburg. Dort rückte Volkmer in die Erste des VfB auf. „Im richtigen Moment habe ich den nächsten Schritt gemacht“, blickt der 1,94-Meter-Mann zurück. In Oldenburg sei er zusammen mit dem Team auf einer Welle des Erfolgs mitgeschwommen.

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Dominic Volkmer im Steckbrief:

Dominic Volkmer im Steckbrief

Florian Kohfeldt als Mentor

Und fast wäre es schon vor zwei Jahren zu einem Aufeinandertreffen mit seinem neuen Klub gekommen. Mit Oldenburg verpasste er aber knapp den Meistertitel in der Regionalliga Nord. Der VfL Wolfsburg II hatte die Nase vorne. Und dann klopfte Bremen erneut an. Der Innenverteidiger wagte den dritten Anlauf. Jetzt 3. Liga mit der U 23 von Werder. Die Umstellung war groß. „Ich habe nie ein NLZ durchlaufen. Das unsichtbare Training, das, was nicht auf dem Platz stattfindet, aber dennoch wichtig ist für den Profifußball, das habe ich nie mit auf den Weg bekommen. Das musste ich alles Schlag auf Schlag lernen“, erzählt Volkmer. Er hatte nicht den Lebensstil, der im Profifußball erforderlich ist. Ernährung, sich auch ausreichende Ruhephasen gönnen: Da war er nicht profihaft unterwegs. „Florian Kohfeldt hat mich auf den richtigen Weg geschubst“, sagt Volkmer. Der Coach, der mittlerweile Cheftrainer des Bundesligisten aus Bremen ist, habe es verstanden, dass er Anlauf brauche. „Nicht nur fußballerisch, auch als Typ bin ich unter ihm einen großen Schritt nach vorne gekommen. Jetzt sieht man ja, welche großartige Arbeit er beim Bundesliga-Team leistet.“ Er schätze sich glücklich, dass er bei ihm lernen durfte.

„Florian Kohfeldt hat mich auf den richtigen Weg geschubst.“

Dominic Volkmer

Seine vergangenen beiden Bremer Jahre standen im Zeichen des Abstiegskampfes. In der Saison 2016/2017 mit einem Happy End: Die U 23 rettete sich auf den 17. Platz. Am letzten Spieltag erlebte Volkmer „seinen ersten großen Fußballmoment“. Sein einziges Kopfballtor in 62 Spielen für Werder bescherte den Bremern den Klassenerhalt. In der vergangenen Saison reichte es nicht für die Bremer. „Mich mit einem Abstieg zu verabschieden, war sehr schwer für mich“, sagt Volkmer und fügt hinzu: „Nichtsdestotrotz war mir klar, dass ich den nächsten Schritt gehen will. Trotz laufenden Vertrags ließ Werder den Innenverteidiger nach Regensburg ziehen.

Volkmers Lernprozess soll in Regensburg weitergehen: „Ich kann enorm viel lernen von den erfahrenen Spielern. Nicht nur fußballerisch, sondern auch charakterlich.“

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