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Fussball

Jahn träumt vom nächsten Dreier

Der SSV kann die Traumwoche perfekt machen: drei Spiele – neun Punkte. Dafür braucht es aber einen Sieg in Duisburg.
Von Jürgen Scharf und Thomas Gottschling

Aufgepasst! Jann George (links) und Adrian Fein tauschen sich aus. Foto: Nickl
Aufgepasst! Jann George (links) und Adrian Fein tauschen sich aus. Foto: Nickl

Regensburg.Spielen, ausruhen, spielen, ausruhen, spielen! In einer Woche mit drei Partien erfahren Fußballprofis, wie viel Wahrheit doch in dem alten Spruch, dass nach dem Spiel gleich wieder vor dem Spiel ist, steckt. Beim SSV Jahn dürfte der eng getaktete Terminkalender allerdings für wenig Stress sorgen. Schließlich läuft es in dieser Woche bislang nicht nur gut, es läuft nahezu perfekt. Wenn am Samstag nun auch noch der dritte Sieg in Folge gelingt, könnten sich die Regensburger über eine absolute Traumwoche freuen. „Das wär ein Wahnsinn“, erinnert Trainer Achim Beierlorzer daran, was eine derartige Ausbeute für seinen Klub bedeuten würde.

Um 13 Uhr geht es am Samstag für den SSV Jahn beim MSV Duisburg los. Beierlorzer sagt, dass dies eine „Riesenchance ist, diese englische Woche zu einer Sensationswoche für uns zu machen“. Sensationell war zwar eigentlich alleine schon der Sieg beim Hamburger SV am vergangenen Sonntag, mit drei Erfolgen am Stück würde der SSV Jahn nun jedoch endgültig auf die Erfolgsüberholspur einbiegen.

Der MSV steht unter Druck

In dieser Wunschvorstellung der Regensburger gibt es allerdings noch ein großes Problem: den MSV Duisburg. Der in der Rhein-Ruhr-Region gelegene Traditionsverein wird nämlich einiges dagegen haben, dass die Gäste aus der Oberpfalz alle drei Punkte mit nach Hause nehmen. Das liegt insbesondere daran, dass der MSV die Punkte eigentlich unbedingt selbst braucht. Die mit großen Erwartungen in die Saison gestarteten „Zebras“ hinken diesen mächtig hinterher. Sie haben in den ersten sieben Partien noch kein einziges Mal gewinnen können. Mit zwei mickrigen Pünktchen sind sie Tabellenletzter.

Jahn-Coach Achim Beierlorzer konnte sich auf Innenverteidiger Marcel Correia (rechts) zuletzt voll verlassen. Foto: Nickl
Jahn-Coach Achim Beierlorzer konnte sich auf Innenverteidiger Marcel Correia (rechts) zuletzt voll verlassen. Foto: Nickl

Duisburgs Trainer Ilija Gruew will von Krisenstimmung allerdings dennoch nichts wissen: „Unsere Mannschaft lebt und hat Charakter“, sagt er. Dass es langsam Zeit für einen Erfolg wird, weiß er aber auch. „Das Spiel am Samstag wollen, werden und müssen wir gewinnen. Wir brauchen am meisten von allen Mannschaften in der 2. Liga die Punkte.“ Wie der MSV zum Erfolg kommen kann, weiß Gruew auch: „Unser Siegeswille muss größer sein als der bei Regensburg.“

Sein Regensburger Kollege steht ihm in Sachen motivierender Ansprachen allerdings in nichts nach. Beierlorzer setzt darauf, dass seine Spieler in dieser englischen Woche „über Grenzen gehen“. Motto: Richtig ausruhen können wir uns dann auch noch nach dem Spiel in Duisburg. Dass es beim MSV noch nicht läuft, wertet Beierlorzer nicht unbedingt als Vorteil. „Die stecken in einer ganz ganz schwierigen Situation und sind momentan in einer Krise“, sagt er. Umso mehr Duisburg alles dafür tun werde, endlich den ersten Sieg einzufahren: „Aber wir wollen da eigentlich nicht Pate sein.“

Hinten gut stehen, vorne eiskalt zuschlagen – mit dieser Ausrichtung kam der Jahn zuletzt zu den zwei so wichtigen Siegen. In der Abwehr ist dabei der immer stärker werdende Marcel Correia einer der Garanten dafür, dass wenig anbrennt. Der gibt das Lob allerdings gleich an die Angreifer weiter. Zuletzt gegen Heidenheim hätten Marco Grüttner, Sargis Adamyan, Sebastian Stolze und Jann George bereits vorne mit dem Verteidigen angefangen, findet Correia: „Diese konzentrierte Arbeit gegen den Ball ist elementar dafür, Spiele zu gewinnen.“

„ Das ist eine verrückte 2. Liga, da sollten wir schön die Füße auf dem Boden lassen“

Marcel Correia

Correia ist nicht zuletzt deswegen Fan davon, dass sich die gesamte Mannschaft beim Verhindern von Gegentoren mit einbringt, „weil ich ja langsam in ein Alter komme, wo ein bisschen Pause gut ist“, wie der 29-Jährige mit einem Schmunzeln sagt. In dieser Woche sei das allerdings nicht möglich. Zumindest hat der Termindruck den Vorteil, dass die Spieler gar nicht groß über ihre Erfolgsserie nachdenken können. Sich auf den Lorbeeren auszuruhen, wäre schließlich der komplett falsche Weg, findet Correia. „Demütig bleiben“, empfiehlt er: „ Das ist eine verrückte 2. Liga, da sollten wir schön die Füße auf dem Boden lassen.“

„Schauen nicht auf die Tabelle“

Es ist dieser Spagat zwischen Bescheidenheit und Selbstbewusstsein, den die Regensburger meistern wollen. „Wir schauen jetzt nicht auf die Tabelle, es sind noch so viele Spiele zu gehen“, sagt Stürmer Sargis Adamyan: „Aber wenn man halt zwei Spiele hintereinander gewinnt, dann wollen wir jetzt nachlegen und das dritte Spiel gewinnen und die Woche vergolden.“ Kapitän Marco Grüttner hofft einfach, „dass wir da jetzt in einem Flow drinbleiben, so lange wie möglich ungeschlagen bleiben“. Die Punkte, die der Jahn im Lauf der Erfolgswoche auf sein Konto schaufelt, könnten in der Endabrechnung nämlich Gold wert sein, findet er: „Weil’s gleich wieder ganz anders ausschaut, wenn du mal wieder zwei Spiele verlierst.“

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