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Fussball

Jahn verliert in Ingolstadt – ohne Fans

Die Regensburger halten sich mit einem Testspiel fit. Dieses findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.
Von Jürgen Scharf

In der Hinrunde der 2. Liga waren beim Spiel des SSV Jahn viele Regensburger Fans mit nach Ingolstadt gereist. Foto: Nickl
In der Hinrunde der 2. Liga waren beim Spiel des SSV Jahn viele Regensburger Fans mit nach Ingolstadt gereist. Foto: Nickl

Regensburg.Der SSV Jahn Regensburg hat das Testspiel am Donnerstag beim FC Ingolstadt mit 0:2 (0:1) verloren. Die Tore für die Gastgeber erzielten Max Christiansen (35. Minute) und Robert Leipertz (90.). Die Partie war vereinbart worden, um auch in der Länderspielpause Spielpraxis zu haben. Für Jahn-Coach Achim Beierlorzer war sie „trotz der Niederlage ein sehr guter und sinnvoller Test“.

Dass der Jahn gegen Ingolstadt spielte, hatte nicht zuletzt logistische Gründe: „Die Anreise ist sehr kurz und der FCI kann auf seinem Gelände auch bei der aktuellen Witterung Top-Bedingungen bieten“, meinte Beierlorzer.

Jahn-Statistik

  • Ergebnis:

    FC Ingolstadt – SSV Jahn 2:0 (1:0)

  • Aufstellung SSV Jahn:

    Weis – Hein (39. Vrenezi), Palionis (46. Zitzelsberger), Knoll (46. Kopp), Hofrath – Geipl (75. Pfab), Hoffmann (65. Hesse) – Stolze (76. George), Freis (75. Mees) – Al Ghaddioui (75. Grüttner), Nietfeld (75. Saller)

  • Tore:

    1:0 Christiansen (35.), 2:0 Leipertz (90.)

Während der Partie waren die Spieler und Trainer ganz unter sich, da diese ohne Zuschauer stattfand. „Die Ingolstädter haben uns gesagt, dass sie das Spiel aufgrund des erhöhten Risikos dieser Begegnung unter Ausschluss der Öffentlichkeit austragen wollen. Das war für uns auch absolut nachvollziehbar“, sagte Jahn-Sprecher Martin Koch der Mittelbayerischen. Erhöhtes Risiko bedeutet in diesem Fall allerdings nicht, dass es vor der Partie konkrete Hinweise auf zu erwartende Ausschreitungen gegeben hätte. Auch hat die Begegnung zwischen dem FC Ingolstadt und dem SSV Jahn keine dunkle Tradition im Sinne einer bekannten Fan-Feindschaft. „Eine gewisse Rivalität besteht, allerdings ist es nicht so, dass es von unserer organisierten Fanszene als Derby angesehen wird, bei dem es eine besondere Rivalität gibt“, sagt Koch.

Es gibt drei Risikokategorien

Jahn-Coach Achim Beierlorzer Foto: Nickl
Jahn-Coach Achim Beierlorzer Foto: Nickl

Die Partie zwischen Ingolstadt und Regensburg war vielmehr bereits vor der Saison bei der Sicherheitsbewertung der Zweitligaduelle grundsätzlich als riskante Begegnung – – wohl auch weil die Städte nur 60 Kilometer Luftlinie auseinander liegen – eingestuft worden. In der Sommerpause gibt es Koch zufolge immer eine gemeinsame Besprechung von Vertretern aller Gruppen, die mit der Sicherheit bei den Spielen des SSV Jahn zu tun haben, zum Beispiel Stadt, Polizei, Ordnungsdienst, Sanitätsdienst und Verein. Hier werden die Spiele eingestuft. Dabei gibt es Partien ohne besonderes Risiko, Spiele mit erhöhtem Risiko – etwa das Spiel des Jahn gegen St. Pauli – oder Hochrisikospiele, etwa die Partien des Jahn gegen Ingolstadt, Dresden und Nürnberg. Diese Einschätzung wird dann auch bei Freundschaftsspielen berücksichtigt. Eine erneute Analyse gab es nun jedenfalls nicht. „Die Entscheidung unter welchen Bedingungen dieses Testspiel stattfindet, wurde ohne Einbindung der Polizei getroffen“, erzählt Hans-Peter Kammerer, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord.

Umzug ins Stadion zu aufwendig

Wenn Zuschauer zugelassen werden, müssten die Vereine nach eigener Aussage auch umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen treffen. „Um den Rahmenbedingungen gerecht zu werden und die Sicherheit zu gewährleisten hätte man beispielsweise in das Stadion des FCI oder das Stadion des SSV Jahn ausweichen müssen. Dieser Aufwand würde aber in keiner Relation zum Nutzen der Partie stehen“, sagte ein Sprecher des FC Ingolstadt der Mittelbayerischen. Er verweist darauf, dass zuletzt „bei der Partie unserer U21 gegen den TSV 1860 München in der Regionalliga auch unter Berücksichtigung des nicht zu stemmenden logistischen Aufwands von der Option, in den Audi-Sportpark auszuweichen, abgesehen wurde“. Und auf dem Trainingsgelände habe der FC „gar nicht die Möglichkeit eine große Anzahl von Zuschauern zu stemmen und deren Sicherheit zu gewährleisten“.

Jahn-Fan Peter Fähnrich
Jahn-Fan Peter Fähnrich

Peter Fähnrich vom Fanklub „Jahnspezln“ aus Regensburg findet es allerdings gar nicht so schlimm, dass die Partie ohne Zuschauer stattfand. „Denn es ist ja nur ein Testspiel, das ist ja eigentlich auch nur ein Trainingsspielchen. Wer das sehen will, kann auch zu einem Training mal gehen.“ Und selbst wenn Zuschauer zugelassen gewesen wären, wäre er nicht hingefahren – aus einem ganz einfachen Grund: „Weil ich arbeiten muss.“

Die Jahn-Spieler können sich derweil nun auf ein freies Wochenende freuen. Zwar „arbeiten die Jungs mit individuellen Plänen“, wie Beierlorzer erzählt, „sie sollen in der Zeit mit ihren Familien aber auch ein wenig den Kopf freibekommen“.

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