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Karlsruhe beendet die Serie des SSV Jahn

Nach sieben Spielen ohne Niederlage müssen sich die Regensburger dem Aufsteiger mit 1:4 beugen. Nur Max Besuschkow trifft.
Von Heinz Gläser

So fiel die KSC-Führung: Philipp Hofmann (Nummer 33) köpft, Anton Fink (3. von rechts) staubt anschließend ab. Foto: Eibner-Pressefoto/Sascha Walther
So fiel die KSC-Führung: Philipp Hofmann (Nummer 33) köpft, Anton Fink (3. von rechts) staubt anschließend ab. Foto: Eibner-Pressefoto/Sascha Walther

Karlsruhe.Für den SSV Jahn wachsen die Bäume vorerst nicht in den Himmel. Beim Karlsruher SC kassierten die Regensburger am Freitagabend eine 1:4 (0:2)-Niederlage, nachdem sie zuvor sieben Partien in Folge unbesiegt geblieben waren. Vor 12454 Zuschauern trafen Anton Fink (17. Minute), der überragende Philipp Hofmann (21., 56.) und Marvin Wanitzek (90.) für den Aufsteiger, dessen Erfolg verdient war. Max Besuschkow (70.) glückte der einzige Treffer für die Gäste, denen vor allem defensive Aussetzer zum Verhängnis wurden.

„Zu Beginn war es ein ganz normales Spiel – dann liegen wir plötzlich 0:2 hinten und wissen selber nicht, wieso, weshalb und warum. Beim zweiten Tor haben wir uns einfach zu naiv angestellt und in der ersten Halbzeit nicht mehr richtig ins Spiel gefunden“, bilanzierte Jahn-Coach Mersad Selimbegovic nach dem Abpfiff. „In der zweiten Hälfte war’s besser. Wir waren nach dem 1:3 sehr, sehr nahe dran am Anschlusstreffer, und dann wäre es noch sehr interessant geworden“, fügte der 37-Jährige hinzu.

Selimbegovic hatte es bei der Aufstellung des 3:1-Heimsiegs gegen den 1. FC Heidenheim belassen. Innenverteidiger Tim Knipping stand überraschend erneut in der Startformation, obwohl Marcel Correia seine Gelbsperre verbüßt hat. „Wir müssen hier richtig dagegenhalten“, gab der Jahn-Trainer seinen Schützlingen im Wildparkstadion mit auf den Weg.

Nachdem sich der Qualm des Feuerwerks im KSC-Fanblock verzogen hatte, verlor der Jahn vorübergehend den Durchblick. Binnen dreieinhalb Minuten schlug es zweimal hinter dem Regensburger Keeper Alexander Meyer ein. Erstmals nach einer Ecke von rechts, die Marvin Wanitzek trat. Hofmann kam trotz enger Bewachung durch Knipping an den Ball, köpfte seinen Teamkollegen Fink an, der den Abpraller im Fünfmeterraum gedankenschnell zur Führung nutzte.

Alle Freiheiten

Der Treffer wurde wegen eines vermeintlichen Handspiels überprüft, zählte aber letztlich. Selimbegovic hatte sein Team nicht umsonst vor der Stärke des KSC bei Standardsituationen und speziell vor Hofmann gewarnt. Völlig schlafmützig stellte sich die Jahn-Abwehr beim zweiten Treffer der Gastgeber an. Wanitzek genoss bei einer Flanke von rechts alle Freiheiten. Marc Lorenz legte ab auf Hofmann, der ebenso unbedrängt zum 2:0 einschob. Lorenz war es wenig später auch, der mit einem strammen Linksschuss Meyer zu einer Glanzparade zwang. Der Jahn-Torhüter war noch mit den Fingerspitzen am Ball.

Vage Chancen von Andreas Albers und Marco Grüttner blieben lange Zeit der einzige Arbeitsnachweis der Regensburger. Die Gäste traten nicht wie erwartet mit breiter Brust, sondern seltsam verzagt auf. Max Besuschkow traf in der 34. Minute die Latte, jedoch hatte das Schiedsrichtergespann vorher auf Abseits entschieden.

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Jahn: Weiterhin Gerangel um jeden Punkt

Die Regensburger können in Karlsruhe ihre jüngste Erfolgsstory fortschreiben. Coach Selimbegovic sieht sein Team im „Flow“.

Ein völlig missratener Querpass von Knipping landete pünktlich zum Halbzeitpfiff von Schiedsrichter Arne Aarnink im Seitenaus. Eine Szene, die das Auftreten des Jahn bis dahin illustrierte. Auch wenn sich die Spielanteile in etwa die Waage hielten, war der Aufsteiger aus Baden mit mehr Engagement und Zug zum Tor unterwegs.

Mit mehr Dampf kamen die Regensburger aus der Kabine. Allerdings mangelte es ihnen weiterhin an der Präzision beim Spiel in die Spitze. Exemplarisch dafür war ein Flankenball von Chima Okoroji, der auf dem Oberrang statt im Strafraum landete.

Hofmanns Fallrückzieher

Spektakulär war dann der neunte Saisontreffer von Philipp Hofmann. Per Fallrückzieher am Fünfmeterraum überwand der 26-Jährige den abermals chancenlosen Meyer. Und erneut war Knipping in dieser Szene nicht eng genug am Mann. Mit der Hereinnahme von Jann George für Erik Wekesser, an dem das Spiel vorbeigelaufen war, setzte Selimbegovic personell ein Zeichen.

Doch die Signale auf dem Platz deuteten zunächst eher auf einen vierten KSC-Treffer hin. Meyer schnappte sich im letzten Moment eine Hereingabe von Damian Roßbach. Besuschkow war es dann, der ein wenig Hoffnung schürte. Er köpfte zum 1:3 ein, nachdem Torhüter Benjamin Uphoff eine Okoroji-Ecke unterlaufen hatte.

Okoroji traf anschließend die Latte, und Besuschkow visierte aus abseitsverdächtiger Position den Pfosten an. Der Jahn drängte aufs Anschlusstor, das jedoch nicht mehr fiel. Stattdessen markierte auf der Gegenseite Wanitzek im Nachschuss den Endstand.

Statistik

Karlsruhe – SSV Jahn 4:1 (2:0)

Karlsruher SC: Uphoff – Thiede, Gordon, Pisot, Roßbach – Stiefler (90.+1 Camoglu), Kobald, Wanitzek, Lorenz – A. Fink (81. Fröde), P. Hofmann (90.+2 Saliou Sané)

Jahn Regensburg: Meyer – Saller, Nachreiner, Knipping, Okoroji – Gimber (85. Palacios), Besuschkow – Wekesser (65. George), Stolze (78. Schneider) – Grüttner, Albers

Schiedsrichter: Arne Aarnink (Nordhorn)

Zuschauer: 12 454

Tore: 1:0 A. Fink (17.), 2:0 P. Hofmann (21.), 3:0 P. Hofmann (56.), 3:1 Besuschkow (70.), 4:1 Wanitzek (90.)

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