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Fussball

Kollektives Durchatmen beim Jahn

Nach dem Remis in Berlin fällt ordentlich Last ab bei den Regensburgern. Man gibt sich aber weiter bescheiden.
von Felix Kronawitter

Nach dem Treffer durch Marvin Knoll (Mitte) zum 2:2-Ausgleich kennt die Freude bei den Jahn-Spielern keine Grenzen mehr. Foto: Eibner
Nach dem Treffer durch Marvin Knoll (Mitte) zum 2:2-Ausgleich kennt die Freude bei den Jahn-Spielern keine Grenzen mehr. Foto: Eibner

Regensburg.37, 34, 37, 40 und 37: Diese Punktzahlen haben in den vergangenen fünf Jahren jeweils für Platz 15 in der 2. Fußball-Bundesliga gereicht. Dank des 2:2-Unentschiedens bei Union Berlin geht der SSV Jahn Regensburg mit einem satten Punktepolster von 40 Zählern in die Länderspielpause. Die Korken knallten bei den Oberpfälzern aber noch nicht nach dem Erreichen der magischen Marke. „Wer uns kennt, weiß auch, dass das nicht die letzten Punkte sind, die wir holen werden“, sagte Marco Grüttner, der mit seinen Kollegen schon bald endgültig den Deckel draufmachen will in der extrem ausgeglichenen Liga.

„Wer uns kennt, weiß auch, dass das nicht die letzten Punkte sind, die wir holen werden.“

Marco Grüttner

„Wir freuen uns jetzt auf die Länderspielpause, dass wir auch mal durchschnaufen können“, erklärte der Jahn-Kapitän. Mit Genuss werden die Regensburger da auf die Zweitliga-Tabelle blicken. Der Aufsteiger sorgt als Vierter für Furore. Der Aufstiegs-Relegationsplatz ist in greifbarer Nähe. Auch zum Tabellenzweiten aus Nürnberg sind es nur sechs Zähler. Die Protagonisten hüten sich aber weiter, neue Ziele zu formulieren.

Dritte Relegation in Folge? „Dann hätten wir ja wieder weniger Urlaub“, sagte Marvin Knoll mit einem Lachen im Gesicht und fügte hinzu: „Ich freue mich einfach nur über die 40 Punkte und auf die restlichen Spiele, weil jetzt auch der Druck ein bisschen abgefallen ist.“

„Dann hätten wir ja wieder weniger Urlaub.“

Marvin Knoll mit einem Augenzwinkern zur Relegation

Dass der Jahn bereits am 27. Spieltag die magische Marke knackt, hatten den Oberpfälzern nur wenige zugetraut: „Ich bin auch positiv überrascht, dass wir diese Punktezahl so früh haben. Ich war aber immer schon überzeugt davon, dass wir mit dieser Mannschaft die Klasse halten können. Es war mir aber schon bewusst, dass es auch bis zum letzten Spieltag gehen kann. Dass wir jetzt so da stehen ist einfach grandios“, freute sich Trainer Achim Beierlorzer über den Erfolgslauf. Aber auch der Coach bleibt bescheiden. Eine Zielkorrektur gibt es weiter nicht: „Wir werden jedes der verbleibenden Spiele so annehmen wie bisher: Total fokussiert, mit 100 Prozent Einsatz und Leidenschaft.“

Lesen Sie hier: Jahn: „Überhappy“ nach Remis in Berlin

Akkus wieder aufladen

Keeper Philipp Pentke formuliert die weiterhin gültige Jahn-Devise: „Wir schauen weiter von Spiel zu Spiel – und genießen es, 2. Liga spielen zu dürfen.“ In der Länderspielpause gelte es, letzte Kraft für den Endspurt zu tanken. „Und dann greifen wir weiter an. Wenn wir uns dann alle in die Geschichtsbücher einschreiben können, ist das doch schön“, sagte Pentke mit Blick auf den Klassenerhalt.

Um die Akkus wieder aufzuladen, gewährt Beierlorzer seinen Schützlingen in dieser Woche drei freie Tage. „Bei der Taktung ist es kaum möglich, mal durchzuschnaufen. Insofern ist das jetzt auch mal wichtig“, sagte der Jahn-Coach. Das um den Freitag verlängerte freie Wochenende nehmen die Regensburger dankend an: „Das werden die meisten von uns dazu nutzen, etwas mit der Familie zu machen und einfach mal abzuschalten. Ich mache vielleicht ein bisschen Wellness mit meiner Familie“, erzählte Knoll.

Grüttner pirscht sich an Spitze heran

  • Nach dem Aufstieg hatte

    Marco Grüttner mit selbstironischem Blick auf sein „hohes Fußball-Alter“ noch folgendes zu Protokoll gegeben: „Es ist ein Traum für mich, dass ich das noch erleben darf.“ Und dass der SSV Jahn Regensburg so blendend dasteht in der 2. Fußball-Bundesliga hat einiges mit den Qualitäten des 32-Jährigen zu tun, der kämpft und rackert – und trifft und trifft.

  • Mit dem zwischenzeitlichen

    Ausgleich zum 1:1 gegen Union Berlin erzielte Grüttner bereits sein elftes Saisontor. Damit gehört der Jahn-Angreifer aktuell zu Top fünf der Torjäger in der 2. Liga. An der Spitze rangiert Kiels Marvin Ducksch mit 14 Toren. Grüttner hat bisher zudem auch noch fünf Treffer aufgelegt.

Zuvor sind der Regensburger Innenverteidiger und seine Teamkollegen am Donnerstag noch in einem nichtöffentlichen Testspiel im Einsatz. Beim Ligakonkurrenten FC Ingolstadt wird voraussichtlich der eine oder andere Reservist Spielpraxis sammeln dürfen. Die Oberbayern haben sich nach längerer Durststrecke mit einem 4:2-Sieg gegen Dynamo Dresden am vergangenen Sonntag zurückgemeldet und sich bei drei Punkten Rückstand auf die Oberpfälzer auf den sechsten Rang vorgeschoben. Die beiden Liga-Duelle mit Ingolstadt sind den Regensburgern derweil noch in bester Erinnerung. Der 4:2-Auswärtssieg im August vergangenen Jahres markierte den ersten Regensburger Saisonsieg. Beim Rückspiel in der Continental-Arena drehte der Aufsteiger ein 0:2 gegen den Bundesliga-Absteiger noch in ein famoses 3:2.

Nicht mit dabei sein werden in Ingolstadt Sargis Adamyan, Asger Sörensen und Benedikt Gimber. Das Trio ist international im Einsatz. Sörensen ist mit der dänischen U21-Nationalmannschaft in der EM-Qualifikation in Georgien gefordert. Adamyan weilt bei der armenischen Nationalmannschaft und freut sich auf den Länderspiel-Doppelpack gegen Estland und Litauen – an der Seite von Arsenal-Star Henrikh Mkhitaryan. Gimber spielt mit der deutschen U20-Auswahl gegen Portugal und Polen.

Regensburger Understatement

In der Liga sind die Regensburger dann wieder am 1. April gefordert. Am Ostersonntag geht es in der Festung Continental-Arena gegen Erzgebirge Aue. Hält die weiße Jahn-Heimweste weiter im Fußball-Jahr 2018, dann haben die Rechenspielchen in Sachen Klassenerhalt jedenfalls endgültig ein Ende. „Wir werden jetzt noch so viele Punkte wie möglich sammeln – und dann schauen wir, wohin der Weg uns führt“, formulierte es Grüttner mit einem Lächeln im Gesicht.

Mit diesem Understatement sind die Regensburger jedenfalls schon in der vergangenen Saison nicht schlecht gefahren.

Und so steht der Jahn derzeit in der Tabelle da:

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