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GEBURTSTAG

Kurt Schauppmeier freut sich auf den SSV Jahn

MZ-Urgestein wird am Samstag 90 Jahre und berichtet immer noch aus dem Stadion.
Von Dieter Krelle, MZ

Regensburg. Kaum zu glauben, aber es ist schon 39 Jahre her, dass Kurt Schauppmeier während der Olympischen Spiele in München die Stellung in der Sportredaktion der Mittelbayerischen Zeitung hielt. Die Schmerzen im Fuß linderte der damals 61-Jährige nach einer gerade überstandenen Achillessehnen-Operation im Wasserbad. Diese Geschichte fällt mir zum Thema Pflichterfüllung ein, während ich Schauppmeier im höchst angeregten Gespräch auf der Terrasse vor dem gepflegten Garten gegenübersitze.

Ich ertappe mich bei der ungläubigen Betrachtung. 90 soll der Doyen der Regensburger Sportjournalisten sein – so sieht er wirklich nicht aus. Und doch, am heutigen Samstag ist es soweit: Der Autor, ehemalige Sport-Ressortleiter und Chef vom Dienst der MZ feiert einen runden Geburtstag – bescheiden mit den beiden Töchtern und ihren Familien sowie einigen engen Bekannten.

„Ich bin froh, dass ich das bei so guter Gesundheit erleben kann“, sagt er und freut sich schon auf die Saisonpremiere seines SSV Jahn Regensburg, den er seit dem Oberliga-Auftakt 1949 (1:2 gegen den VfB Stuttgart) journalistisch begleitet. Wie immer wird er da der Deutschen Presseagentur (dpa) Mannschaftsaufstellung, Zahlen, Daten, Fakten zur Partie und natürlich „die besten Spieler“ liefern – seit kurzem mit dem nur widerwillig angeschafften Handy.

Den Weg hinab zum Stadion und die Steigung zurück zum schmucken Heim absolviert er mit dem Fahrrad. „Ich müsste da schon schieben“, bewundert Ehefrau Helma, die die Spätfolgen eines Sturzes ein wenig in den Knien spürt, den Gatten. 1999 hörte sie das Tennisspielen ebenso auf wie der Jubilar nach einer Hüftoperation. Schwimmen ist jeden Montag im Westbad angesagt, ansonsten die eine oder andere Radrunde unter der Woche und viel Beschäftigung mit dem Garten.

Eher zurückgezogen, aber mit wachem Interesse für alle Entwicklungen im Sport- wie Weltgeschehen, hofft das seit 64 Jahren verheiratete Paar, dass ihm der große Rummel um den 90. Geburtstag erspart bleibe. Doch darf daran erinnert werden, dass Kurt Schauppmeier der erste Gewinner des Tischtennisturniers der RT um den „Silbernen Schläger“ war und bis hoch in die 60 aktiv Tennis in Teams des TC Rot-Blau Regensburg spielte.

Nur mit dem Kicken hatte er es nicht mehr, seit der damals noch beim Tages-Anzeiger beschäftigte Journalist 1962 bei einem Spiel zwischen Presse und Stadttheater einen offenen Wadenbeinbruch erlitt. „Die Zuschauer glaubten damals, das sei inszeniert“, beschreibt er das Ende der Fußballkarriere.

Dieses Ende markierte den Einstieg in die Autoren-Laufbahn. „Heute spielt der Uridil“, betitelte er die Erinnerungen an einen ganz Großen, der vor 50Jahren beim SSV Jahn als Trainer wirkte. Dazu gesellten sich unter anderem Bundesliga-Bücher über den FC Bayern und Borussia Mönchengladbach. Schließlich publizierte er auch Oskar Kloses erfolgreiche Box-Fernsehserie „They never come back“.

Das ist Geschichte, nicht aber die Erinnerung an einen Kollegen, den die Leidenschaft für seinen Beruf trieb, seit er 1951 beim Tagesanzeiger volontierte, nachdem dem ehemaligen Offizier einer Nachrichtentruppe nach Kriegsende zunächst nur das Studium zum Bauingenieur am Polytechnikum für den gebürtigen Schwabacher offengestanden hatte. „Er kann halt nicht streiten“, beschreibt die Gattin das auch in seinem Berufsleben meist verbindliche Wesen des Kurt Schauppmeier. Er hat es sich verdient, seinen Jubeltag bei so guter Gesundheit zu erleben. Wir wünschen ihm alle, dass es noch lange so bleiben möge.

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