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Linke stellt die Weichen für die Zukunft

Zur Person Ex-Profi steigt in Salzburg ins Management ein, spielt aber die Regionalliga-Saison fertig

Von Claus Gehr, MZ

REGENSBURG. Seine Titelsammlung ist höchst imposant: Fünfmal deutscher Meister, österreichischer Meister, dreifacher DFB-Pokal-Gewinner, Champions League- und Weltpokal-Sieger sowie nicht zuletzt die Vize-Weltmeisterschaft 2002. Vor dieser Trophäensammlung, die Thomas Linke da angehäuft hat, kann man sich nur verneigen. Einen Musterprofi wie den 37-jährigen Innenverteidiger wünscht sich jeder Trainer – Hermann Gerland, der Coach des Fußball-Regionalligisten FC Bayern München II hat ihn in seinen Reihen und baut auch an diesem Wochenende im Spiel beim Tabellenführer SSV Jahn Regensburg (Sa., 14 Uhr) auf ihn.

Leitwolf für die jungen Spieler

Die Rückkehr vom österreichischen Meister Red Bull Salzburg zu den Bayern hatte schon fast etwas Übersinnliches. „Eigentlich wollte ich in Salzburg noch weiterspielen. Doch der Verein wollte eine Verjüngung und hat den Vertrag nicht verlängert. Da habe ich an die Bayern gedacht – und Hermann Gerland gleichzeitig an mich. Das war fast schon Gedankenübertragung“, verrät der 43-fache deutsche Nationalspieler.

Im Herbst seiner Karriere hat Linke die Lust auf Fußball noch längst nicht verloren: „Es macht immer noch Spaß, sonst würde ich es nicht machen. Die Regeneration dauert zwar länger als noch mit 22, aber der Körper macht noch gut mit.“ Für den FC Bayern ein absoluter Glücksfall, nachdem man mit der zweiten Mannschaft die Qualifikation für die neue dritte Liga schaffen will.

Für Linke, den ehemaligen Bundesliga-Profi der Bayern, ist dabei im Regionalliga-Team eine ganz besondere Rolle vorgesehen. Er soll die Mannschaft führen und damit als Leitwolf die guten Erfahrungen die Hermann Gerland mit seinen Vorgängern Hansi Pflügler und Thorsten Fink gemacht hat, fortführen. Erfahrene Kräfte sind im Bayern II-Kader rar. Nur Christian Saba in der Verteidigung und der ehemalige Post/Süd-Akteur Vitus Nagorny im Sturm werden diesem Anspruch gerecht. „Wir sind dafür zuständig, die jungen Spieler weiterzuentwickeln. Technisch und taktisch sind sie sehr gut ausgebildet. Aber sie sind jung und machen noch Fehler. Unsere Aufgabe im Spiel ist es daher, ihre Fehler zu erkennen und sie zu führen“, erklärt Linke und sieht darin nach 391 Erstliga-Einsätzen in Deutschland und Österreich eine „reizvolle Herausforderung“.

Richtig neu ist diese Situation für ihn nicht. In Salzburg, wo er zwei Jahre unter Vertrag stand, galt er als absolute Führungspersönlichkeit. „Der Unterschied zu Bayern II ist nur, dass die Spieler dort schon erfahrener waren und deshalb auch weniger Fehler gemacht haben. Aber daran wollen wir ja gerade arbeiten“, meint der 37-Jährige im Hinblick auf das Spiel beim Jahn. „Was die bisher geleistet haben, ist beachtlich. Wenn man sieht, wie sie in Siegen Stand gehalten haben, stehen sie im Moment zurecht da oben. Aber vielleicht können wir ja den Bock umstoßen.“

Talentschmiede braucht Punkte

Nach einem nicht gerade optimalen Saisonstart könnte die Talentschmiede der Bayern die Punkte gut brauchen. „Doch da wird uns einiges erwarten“, erinnert sich der Innenverteidiger an ein Gastspiel mit dem Profi-Team der Bayern im Jahn-Stadion und freut sich daher auf die Fahrt nach Regensburg. Diese hat Priorität, auch wenn Linke während der Woche die Weichen für seine Karriere nach der aktiven Zeit gestellt hat. Künftig wird er bei Red Bull Salzburg als Assistent des neuen Sportdirektors Heinz Hochhauser arbeiten. Bis zum Ende der Saison noch tageweise, ab kommenden Sommer dann fest. „Was meine Aufgaben sind und wie das genau laufen wird, muss erst noch geklärt werden. Bis zum Saisonende spiele ich aber auf jeden Fall bei Bayern II weiter“, erklärt Finke.

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