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Fussball

Marco Grüttners historischer Treffer

Der Jahn-Kapitän setzt eine neue Bestmarke in Regensburg. Mit Marvin Knoll hat er zudem eine kuriose Wette am Laufen.
von Felix Kronawitter

Gegen St. Pauli bejubelt Marco Grüttner sein zwölftes Saisontor. Foto: Nickl
Gegen St. Pauli bejubelt Marco Grüttner sein zwölftes Saisontor. Foto: Nickl

Regensburg. Beim 3:1-Heimsieg gegen den FC St. Pauli brach Marco Grüttner mit seinem Treffer einen Rekord. So viele Tore erzielte noch nie ein Spieler des SSV Jahn Regensburg innerhalb einer Zweitliga-Saison. „Das freut mich, dass ich da so eine Marke setzen konnte. Das ist eine schöne Randnotiz“, sagt der Angreifer, der bis dato schon zwölf Mal erfolgreich war und fügt hinzu: „Mir ist es aber nicht wichtig, wie viele Tore ich schieße, sondern das Team steht im Vordergrund.“

Der alte Rekordtorschütze ist nicht traurig, dass er seinen Titel nun los ist – ganz im Gegenteil: „Das ist phänomenal, was Marco und seine Teamkollegen leisten“, sagt Herfried Ruhs. Der 67-Jährige erzielte in der Saison 1975/1976 elf Tore für die Regensburger in der 2. Bundesliga Süd. In der darauffolgenden Spielzeit, seiner zweiten und letzten bei den Oberpfälzern, legte er noch mal zehn Buden drauf. Und das mit einem ungewöhnlichen Handicap: „Mir fehlt der rechte große Zeh“, erzählt der gebürtige Lappersdorfer und fügt hinzu: „Ich war damals der einzige höherklassige Fußballer in Deutschland mit neun Zehen.“ Passiert ist das Malheur in jungen Jahren: „Ich stand bei meinem Bruder hinten aufm Radl drauf und bin mit meinem Fuß ins Zahnrad gekommen“, erklärt Ruhs. Doch dank eines Spezialschuhs, extra angefertigt bei Adidas in Herzogenaurach, hinderte ihn das nicht am Toreschießen.

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Doppelpack im Visier

Marvin Knoll fürchtet um seine Bartpracht. Foto: Nickl
Marvin Knoll fürchtet um seine Bartpracht. Foto: Nickl

Grüttner, der in der 3. Liga 13 Mal für den Jahn getroffen hat, hat seine Tore in dieser Saison brav verteilt. Ein Doppelpack war noch nicht mit dabei. „Gut“ für Marvin Knoll. Denn der 28-Jährige fürchtet um seine Bartpracht. Die beiden Regensburger haben eine kuriose Wette am Laufen: Trifft Grüttner bei einem Jahn-Sieg doppelt, wird Knoll rasiert. Entstanden ist die Idee bereits in der Vorsaison. Nach Grüttners Dreierpack in Chemnitz musste der Regensburger Innenverteidiger unters Messer. „Ich finde meinen Bart trendy. Marco gefällt er aber nicht“, erzählt Knoll zur Genese des Duells. Nach dem Aufstieg starteten beide eine neue Runde.

„Ich finde meinen Bart trendy. Marco gefällt er aber nicht.“

Marvin Knoll

Und am 31. Spieltag musste Knoll ordentlich zittern. Denn Grüttner hatte bereits in der 10. Minute vorgelegt. „Nach dem ersten Tor hat er auf dem Weg zurück zum Mittelkreis gesagt: ‚Heute ist mein Bart fällig.‘ Ich glaube, dann hat er das ganze Spiel voll geschwitzt“, erzählt Grüttner mit einem Lächeln im Gesicht. Beim Stand von 3:1 wurde es brenzlig. „Bei der Großchance von Marco habe ich ganz kurz mal an meinen Bart gedacht. Wirklich nur eine Sekunde. Dann musste ich schmunzeln“, sagt Knoll. Mindestens drei Spiele hat Grüttner noch Zeit, um doch noch doppelt zuzuschlagen. „Im Spiel denkt man da nicht dran. Es wäre aber schon cool, wenn ich ihn mal wieder ohne Bart sehe“, sagt Grüttner, der zusammen mit Knoll seinen Fokus voll auf den Endspurt richtet.

Meichel sieht einige Parallelen

  • Jahn-Legende Hans Meichel

    sieht viele Parallelen zwischen seinem ehemaligen Mitspieler Herfried Ruhs und Marco Grüttner

  • Der 71-Jährige

    nennt einige Beispiele dafür, was Ruhs früher auszeichnete und Grüttner heute so stark macht: „Überragende Schusstechnik, Kaltschnäuzigkeit im Sechzehner, kopfballstark und beide als Leader.“

Reichlich Lob vom Kollegen

Wie bedeutsam Grüttner für den Jahn ist, formuliert Knoll folgendermaßen: „Marco ist ein absoluter Anführer – auf und neben dem Platz. Er ist brutal wichtig für unsere Mannschaft“, lobt der Innenverteidiger, der mit sieben Treffern zweitbester Regensburger Torjäger ist. „Wenn ich irgendeine Fußballschlacht austragen müsste, dann möchte ich Marco immer an meiner Seite wissen“, sagt Knoll.

Herfried Ruhs, dem früher im alten Jahnstadion die Fans zujubelten, hat es bisher noch nicht geschafft, die Atmosphäre im neuen Regensburger Stadion zu genießen. Der 67-Jährige, der mittlerweile in Murnau zu Hause ist und die Jahn-Spiele am TV verfolgt, kündigt aber an: „Wenn es der Jahn tatsächlich in die Relegation schafft, dann komme ich ins Stadion und drücke Grüttner und seinen Kollegen ganz fest die Daumen.“

Und so sieht es derzeit in der Tabelle aus:

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