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Fussball

Pauli feiert Aufholjagd gegen den Jahn

Nach einer 2:1-Halbzeitführung der Regensburger schlagen die Hamburger zurück. Auch Marvin Knoll trifft.
von Felix Kronawitter

Der Jahn (rechts Sargis Adamyan) und St. Pauli (hier Marvin Knoll) lieferten sich einen heißen Schlagabtausch. Foto: Eibner
Der Jahn (rechts Sargis Adamyan) und St. Pauli (hier Marvin Knoll) lieferten sich einen heißen Schlagabtausch. Foto: Eibner

Hamburg.Der FC St. Pauli hat die Erfolgsserie des SSV Jahn gestoppt. In einer ereignisreichen Partie gaben die Regensburger eine 2:1-Halbzeitführung noch aus der Hand und kassierten am Ende eine 3:4 (1:2)-Niederlage.

Mit zunehmender Spieldauer gewann die Zweitliga-Partie im mit 29546 Zuschauern ausverkauften Stadion am Millerntor immer mehr an Unterhaltungswert. Al Ghaddioui gelang in der ersten Halbzeit ein Doppelpack (27./40.). Dimitrios Diamantakos hatte für den zwischenzeitlichen Ausgleich gesorgt (35.). Nach der Pause schlugen die Gastgeber, die das Spiel nun klar dominierten, erneut zurück. Johannes Flum (52.) markierte das 2:2. Der Ex-Regensburger Marvin Knoll (72.) machte die Aufholjagd perfekt. Ryo Miyaichi (85.) sorgte für die Entscheidung. Der Treffer von Sargis Adamyan in der Nachspielzeit war nur noch Ergebniskosmetik.


„Unglaubliche Energieleistung“

„Es ist nicht so einfach, nach so einem Spiel die richtigen Worte zu finden“, erklärte Achim Beierlorzer. „Die beiden Gegentreffer in der zweiten Halbzeit waren schwer hinzunehmen. Das darf uns so nicht passieren“, kritisierte der Jahn-Trainer, der St. Pauli Respekt zollte für einen starken Auftritt nach der Pause. Mit der Leistung des Schiedsrichters war der Regensburger Coach nicht einverstanden. Bei Hamburgs Treffer zum 4:2 habe Patrick Alt eine Abseitsposition nicht geahndet, monierte Beierlorzer. Pauli-Trainer Jos Luhukay sprach von einer „unglaublichen Energieleistung“ seiner Mannschaft.

„Es ist nicht so einfach, nach so einem Spiel die richtigen Worte zu finden.“

Achim Beierlorzer

Beierlorzer schenkte derselben Elf wie beim 1:0-Heimsieg gegen Magdeburg das Vertrauen. Im Jahn-Tor durfte wieder Andre Weis ran. „Diese bisher überragend verlaufene Saison können wir noch besser machen. Diese Gier hat jeder in sich“, hatte der Jahn-Coach vor dem Spiel zu Protokoll gegeben. Dass der Jahn-Hunger noch nicht gestillt ist, zeigten die Regensburger in der Anfangsphase. Angefeuert von rund 1500 mitgereisten Fans waren es die Oberpfälzer, die erste Warnschüsse absetzten. Maximilian Thalhammer (4.) und Sargis Adamyan (7.) hatten ihr Visier aber noch nicht richtig eingestellt. Ähnlich sah es in der 16. Minute bei Paulis Jeremy Dudziak aus. Richtig brenzlig im Pauli-Strafraum wurde es dann, als Andreas Geipl Marco Grüttner bedienen wollte. Keeper Robin Himmelmann war aber gerade noch dazwischen (17.).

So bewertet die MZ die Leistungen der Regensburger:

Der Jahn am Millerntor gegen St. Pauli

Grüttner behält die Übersicht

Zehn Minuten später bewies Grüttner Übersicht. Nach überragender Vorarbeit von Adamyan legte er im Sechzehner quer auf Al Ghaddioui, der die Jahn-Führung erzielte. Die Gastgeber ließen sich vom Gegentreffer aber nicht beeindrucken und kamen durch Ryo Miyaichi zu ihrem bis dato gefährlichsten Vorstoß. Jahn-Torhüter Weis war aber auf der Hut (28.). Die Kiezkicker hatten dann Glück, dass ein Fernschuss von Thalhammer sein Ziel nur ganz knapp verfehlte (34.). Direkt im Gegenzug der überraschende Ausgleich. Dimitrios Diamantakos ließ Sebastian Nachreiner aussteigen - und Weis keine Chance. Der Treffer gab den Paulianern Auftrieb. Die Regensburger durften sich bei ihrem Keeper bedanken, dass es nicht erneut im Jahn-Tor klingelte. Gegen Diamantakos klärte Weis stark im Stile eines Handballtorwarts. Den Nachschuss von Mats Möller Daehli parierte er per Fußabwehr. Weil danach ein Hamburger im Strafraum zu Boden ging, forderten die Gastgeber einen Strafstoß. Vergeblich! (38.).

Genauso überraschend wie der Ausgleich fiel die erneute Regensburger Führung. Mitten in Paulis Drangphase zeigte Adamyan einen Galaauftritt. Der armenische Nationalspieler schüttelte seine Gegenspieler ab und bediente Al Ghaddioui so mustergültig, dass der den Ball nur noch über die Linie drücken musste (40.). Kurz vor dem Halbzeitpfiff gab es noch eine Schrecksekunde für den Jahn. Miyaichi traf den Ball im Strafraum aber nicht.

Dem Jahn gelingt nichts mehr

Nach der Pause schlug Pauli erneut zurück. Weis lenkte einen Freistoß des Ex-Regensburgers Knoll zur Seite ab. Die Gastgeber reagierten am schnellsten und schnappten sich den Ball erneut. Florian Carstens flankte auf Flum, der zum 2:2 einnickte (52.). Da war die Jahn-Hintermannschaft unsortiert. Die Kiezkicker drängten jetzt auf das 3:2. Die Gäste hatten Glück, dass Knoll nur den Pfosten traf (62.). Mit Adrian Fein für Thalhammer brachte Beierlorzer einen frischen Sechser (64.).

In der zweiten Halbzeit schafften es die Regensburger einfach nicht, offensiv Akzente zu setzen. Die Hamburger bestimmten das Spiel und krönten ihre Aufholjagd. Schlitzohr Knoll brachte einen Freistoß aus spitzem Winkel direkt aufs Tor. Der Ball landete im Regensburger Kasten (72.). Da sah Keeper Weis unglücklich aus. Mit Jonas Nietfeld (für Benedikt Saller) und Sebastian Stolze (für Geipl) wechselte der Jahn-Coach neues Offensivpersonal ein. Miyaichi hätte den Deckel draufmachen können. Aus fünf Metern schoss er aber am Tor vorbei (83.). Zwei Minuten später machte er es besser, umkurvte Weis und sorgte für die Entscheidung. Weis verhinderte gegen Dudziak einen weiteren Hamburger Treffer (88.). Adamyan brachte den Jahn in der Nachspielzeit nochmal heran. Dann war aber Schluss.

Den Liveticker gibt es hier zum Nachlesen:

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