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Fussball

SSV Jahn: Achtung, heißer Endspurt!

Die Regensburger sind an den Relegationsplatz herangerückt. Drei Spiele sind noch Zeit, auch den letzten Schritt zu machen.
Von Jürgen Scharf

Im Hinspiel zeigte der SSV Jahn eine Gala-Leistung und besiegte den MSV Duisburg mit 4:0. Hier dreht Marco Grüttner (rechts) nach seinem Treffer jubelnd ab, Jonas Nietfeld freut sich mit. Foto: Nickl
Im Hinspiel zeigte der SSV Jahn eine Gala-Leistung und besiegte den MSV Duisburg mit 4:0. Hier dreht Marco Grüttner (rechts) nach seinem Treffer jubelnd ab, Jonas Nietfeld freut sich mit. Foto: Nickl

Regensburg.Crunchtime werden im Basketball die letzten Minuten einer engen Partie genannt. Hier werden genauso Helden wie Pechvögel geboren – je nachdem, ob der Ball im Korb landet oder nicht. Für die Fußballer des SSV Jahn Regensburg geht es nun auch in die alles entscheidende Phase der Saison. Und irgendwie beginnt ihre Crunchtime bereits jetzt. Drei Spiele stehen noch an. Insgesamt 270 Minuten werden sie in dieser Saison noch auf dem Platz stehen. Im Fernduell mit Holstein Kiel könnte aber schon ab sofort jedes einzelne Tor den Ausschlag geben. Deswegen gibt es für die Oberpfälzer bereits für den Start an diesem Sonntag in Duisburg nur ein Ziel: gewinnen.

Voraussichtliche Aufstellungen

  • MSV Duisburg:

    Flekken – Wiegel, Bomheuer, Nauber, Wolze – Schnellhardt, Fröde – Stoppelkamp, Oliveira Souza – Iljutcenko, Tashchy

  • SSV Jahn Regensburg:

    Weis – Saller, Palionis, Sörensen, Nandzik – Geipl, Lais – George, Mees – Adamyan, Grüttner
    Lerch (ETW), Gimber, Hofrath, Stolze, Vrenezi, Freis (Hesse), Kopp
    Pentke (Rippenbruch), Knoll (fünfte Gelbe Karte), Nachreiner (Kreuzbandanriss), Hoffmann (Innenmeniskusriss), Al Ghaddioui (Muskelfaserriss), Hein (Knieverletzung)

  • Schiedsrichter:

    Tobias Reichel (Stuttgart)

Seit dem vergangenen Spieltag stellt sich das über viele Wochen so komplexe Aufstiegsrennen der 2. Liga viel einfacher dar. Die Schere ging auseinander, Düsseldorf und Nürnberg haben sich ganz oben ein gutes Stück abgesetzt. Sind sie als direkte Aufsteiger bereits durch? „Ja, das glaube ich schon“, sagt Achim Beierlorzer. Für den Trainer des SSV Jahn dürfte sich die eigene Aufgabe damit grundsätzlich relativ einfach gestalten. Es gibt noch einen Platz im Aufstiegsrennen zu vergeben – den Relegationsplatz. Auf dem steht derzeit Holstein Kiel, doch der SSV Jahn hat nur zwei winzige Pünkchen Rückstand. Drei Spiele haben die Regensburger noch Zeit, diesen Rückstand aufzuholen und das eigentlich Unvorstellbare zu schaffen – zum dritten Mal in Folge an einer Aufstiegsrelegation teilzunehmen und dann womöglich sogar zum dritten Mal in Folge aufzusteigen.

Jahn-Coach Achim Beierlorzer Foto: Eibner
Jahn-Coach Achim Beierlorzer Foto: Eibner

Der Jahn spielt am Sonntag in Duisburg und dann noch daheim gegen Darmstadt und zum Finale in Bochum. Kiel spielt am Sonntag in Ingolstadt, dann in Düsseldorf und zum Finale daheim gegen Braunschweig. Holstein scheint damit das schwerere Restprogramm zu haben. Braucht der Jahn am Ende also vielleicht sogar nicht einmal drei Siege, um den entscheidenden Platz zu klettern? Reichen vielleicht sogar sechs oder sieben Punkte?

Beierlorzer rechnet nicht

Auf derlei Spielchen lässt sich Beierlorzer nicht ein. Nein, er habe die letzten drei Spieltage nicht durchgerechnet, sagt er. Und auch sonstige Nachrichten, die nichts mit dem Jahn und dessen nächsten Gegner zu tun haben, lassen ihn kalt, sagt er. Am Donnerstag etwa wurde bekannt, dass die Kieler bei einem möglichen Aufstieg überhaupt erst einmal auf eine Ausnahmegenehmigung für ihr Stadion hoffen müssen, um in der Bundesliga mitspielen zu dürfen. Ungeachtet dessen, dass im Fall der Fälle wohl irgendwie eine Lösung gefunden werden dürfte, beschäftigt sich Beierlorzer nach eigener Aussage damit ohnehin nicht. „Definitiv nicht“, betont er sogar – und spricht dafür umso ausführlicher über das, was ihn sehr wohl interessiert: den nächsten Gegner des SSV Jahn, den MSV Duisburg.

Dieser Gegner hat es auch durchaus in sich. Der MSV ist schließlich der dritte Klub aus dem glorreichen Aufsteiger-Trio, das die Liga lange Zeit gemeinsam gerockt hat. Im Gegensatz zu Kiel und Regensburg brachen die Duisburger zuletzt aber etwas ein und brauchen deswegen noch den einen oder anderen Punkt – und am liebsten schon an diesem Sonntag, wie auch Jahn-Kapitän Marco Grüttner glaubt: „Die wollen vor heimischer Kulisse den Klassenerhalt feiern.“

Geschenke dürfen die Regensburger also nicht erwarten. Abzuwarten ist außerdem, wie Beierlorzer und seine Spieler die vielen schlechten Nachrichten der vergangenen Tage verdaut haben. Da gab es eine Verletzung nach der anderen. Zunächst brach sich vor einer Woche Torwart Philipp Pentke eine Rippe, dann verletzte sich Sebastian Nachreiner am Kreuzband, danach riss bei Kevin Hoffmann der Innenmeniskus, dann zog sich Hamadi Al Ghaddioui einen Muskelfaserriss in der Wade zu und am Donnerstagnachmittag verletzte sich schließlich auch noch Oliver Hein schwer. Bei ihm sprang erneut die Kniescheibe heraus.

Dieselbe Verletzung hatte Hein zuletzt schon lange Zeit außer Gefecht gesetzt. Erst am vergangenen Samstag feierte er ein kurzes Comeback auf dem Platz. Nun muss er operiert werden und fällt wieder lange aus.

Abwehr muss umgebaut werden

Alle fünf Verletzten werden in dieser Saison nicht mehr angreifen können. „Es hat uns jetzt richtig erwischt, das muss man so sagen“, sagt Beierlorzer dazu. Da in Duisburg auch Marvin Knoll wegen der fünften gelben Karte gesperrt ist, muss der Coach insbesondere in der Innenverteidigung umbauen. Für die zwei zu vergebenden Positionen kommen Benedikt Gimber, Markus Palionis und Asger Sörensen in Frage. Doch letztlich wird es wohl nicht entscheidend sein, wen Beierlorzer am Ende in der Innenverteidigung oder sonstwo aufstellt. Jetzt, in der Crunchtime, ist im Fernduell mit Kiel wohl vor allem eines gefragt: Dass alle Spieler, die für den Jahn auf den Platz gehen, starke Nerven haben.

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