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SSV Jahn besiegt Mainz im letzten Test

Die Regensburger scheinen für den Punktspielauftakt bestens gerüstet. Max Besuschkow und Marco Grüttner erzielen die Treffer.
Von Heinz Gläser

Marco Grüttner zählte auch beim 2:1 gegen Mainz (Stefan Bell in Weiß) im letzten Testspiel vor dem Saisonstart zu den Torschützen. Foto: Wolfgang Fehrmann
Marco Grüttner zählte auch beim 2:1 gegen Mainz (Stefan Bell in Weiß) im letzten Testspiel vor dem Saisonstart zu den Torschützen. Foto: Wolfgang Fehrmann

Heimstetten.Der SSV Jahn hat seinen Testspielreigen in der Saisonvorbereitung mit einem Erfolgserlebnis abgeschlossen und scheint für den Auftakt in einer Woche bestens gerüstet. In Heimstetten bei München besiegten die Regensburger am Sonntagnachmittag den Bundesligisten FSV Mainz 05 über viermal 30 Minuten Spielzeit verdient mit 2:1 (2:0).

Max Besuschkow (40. Minute) und Marco Grüttner (49./Foulelfmeter) erzielten die Treffer für den Zweitligisten, der seinen steilen Aufwärtstrend in der Vorbereitung unterstrich und beim Anhang Hoffnungen auf einen gelungenen Start in die Spielzeit nährte. Danny Latza (69.) traf für den Bundesliga-Zwölften der Vorsaison. Marc Lais vergab für den SSV Jahn einen weiteren Foulelfmeter (82.).

Zufriedener Selimbegovic

„Wichtig ist, dass wir Mut und Leidenschaft im Spiel haben, kompakt auftreten und permanent unterwegs sind“, resümierte der sichtlich zufriedene Jahn-Trainer Mersad Selimbegovic nach dem Schlusspfiff. In Sachen möglicher Startaufstellung zum Saisonauftakt bleibt er seiner Linie treu, die Karten noch nicht auf den Tisch zu legen. „Wir haben wieder etwas ausprobiert. Für das Spiel gegen Bochum heißt das noch gar nichts“, betonte der 37-Jährige.

Unter den Augen von rund 500 Zuschauern und unter der Leitung von Fifa-Schiedsrichter Dr. Felix Brych (München) entwickelte sich von Beginn an ein munteres Spiel mit Chancen hüben wie drüben. Selimbegovic wartete mit einer überraschenden Variante auf. Auf der rechten Außenbahn agierten Oliver Hein und Benedikt Saller. Jann George, der ursprünglich vorgesehen war, aber wegen eines Staus verspätet eintraf, saß zunächst auf der Bank. „Ich habe schon überlegt, über Radio einen Hubschrauber anzufordern“, scherzte Mersad Selimbegovic.

Der Mainzer Trainer Sandro Schwarz reiste mit seinem Team aus einem einwöchigen Trainingslager im oberbayerischen Grassau an. Foto: Rene Weiss/Eibner
Der Mainzer Trainer Sandro Schwarz reiste mit seinem Team aus einem einwöchigen Trainingslager im oberbayerischen Grassau an. Foto: Rene Weiss/Eibner

Die Formation, die der Jahn-Trainer aufbot, gab eine Vorahnung davon, wie sich die Regensburger am kommenden Sonntag beim Punktspielstart daheim gegen den VfL Bochum präsentieren könnten. Alexander Meyer hütete das Tor, gemeinsam mit Hein bildeten Sebastian Nachreiner, der von einem Magen-Darm-Infekt genesene Marcel Correia und Chima Okoroji die Abwehrkette. Andreas Geipl und Besuschkow beackerten das defensive Mittelfeld, Saller und Sebastian Stolze kamen offensiv über die Außen. In der Spitze wirbelte Jan-Marc Schneider neben Kapitän Grüttner.

Der personelle Schachzug auf der rechten Seite war zwar der prekären Verkehrssituation rund um Regensburg geschuldet, zahlte sich jedoch prompt aus. Hein und Saller entwickelten Druck. Jean-Philippe Mateta traf für die Rheinhessen die Latte, doch dann diktierten die Regensburger Tempo und Spiel.

„Ich habe schon überlegt, über Radio einen Hubschrauber anzufordern.“

Mersad Selimbegovic zur Verspätung von Jann George

Stolzes Heber deutete Gefahr an, ebenso Schneiders Kopfballversuch nach einer Kombination über Hein und Saller. Letzterer vergab die bis dahin größte Chance, als er freistehend den Außenpfosten traf (27.). Auf der Gegenseite hätte Okoroji bei einem Abpraller den Ball um ein Haar im eigenen Tor versenkt.

Die Führung des SSV Jahn resultierte aus einem Eckball von rechts. Okoroji brachte den Ball herein, der viele Regensburger und Mainzer passierte, ehe er in Besuschkow einen dankbaren Abnehmer fand. Der Neuzugang von Eintracht Frankfurt staubte aus kurzer Distanz ab. Anschließend schlichen sich ein paar Nickligkeiten ein, die unter anderen Besuschkow die Gelbe Karten eintrugen. Brych sah sich veranlasst, Grüttner zu sich zu zitieren und an den freundschaftlichen Charakter des Duells zu erinnern.

Harte Bandagen: Der Mainzer Aaron Martin holt Oliver Hein von den Beinen. Foto: Wolfgang Fehrmann
Harte Bandagen: Der Mainzer Aaron Martin holt Oliver Hein von den Beinen. Foto: Wolfgang Fehrmann

Abermals war es der agile Mateta, der den Ausgleich auf dem Fuß hatte. Er grätschte den Ball jedoch aus wenigen Zentimetern neben das Tor. Grüttner besorgte alsdann den zweiten Regensburger Treffer, indem er einen Foulelfmeter sicher verwandelte. Besuschkow war im Strafraum gelegt worden. Zur Halbzeit nach einer Stunde nahm Selimbegovic nur punktuelle Veränderungen vor. Alexander Weidinger rückte ins Tor und stellte gegen Ridle Baku sofort seine Klasse unter Beweis. George ersetzte Schneider, dafür nahm Stolze die Position im Sturm ein. Weidinger war bei Latzas Anschlusstor noch dran am Ball, aber letztlich machtlos.

Tausch nach 77 Minuten

Der SSV Jahn ließ sich jedoch nicht von seiner Linie abbringen. Der für Besuschkow eingewechselte Tom Baack hatte den dritten Treffer auf dem Fuß. Nach 77 Minuten nahm Selimbegovic dann einen fast kompletten Austausch der Feldspieler vor. Der Spielfluss blieb auf beiden Seiten ein wenig auf der Strecke. Erneut zeigte Brych auf den Elfmeterpunkt, diesmal nach einem Foul an Julian Derstroff. Lais’ flach geschossener Elfmeter wurde jedoch zur Beute des Mainzer Keepers Robin Zentner. Derstroff und der Däne Andreas Albers vergaben Gelegenheiten, das Resultat in die Höhe zu schrauben.

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„Kommt Zeit, kommt Rat, wie man so schön sagt. Die Mechanismen greifen. Jetzt müssen wir nur noch eine Schippe drauflegen“, sagte Sebastian Stolze mit Blick auf den Verlauf der Vorbereitung. Er fügte hinzu: „Aus den vielen Chancen müssen wir eigentlich ein oder zwei Tore mehr machen. Aber die Sicherheit im Abschluss holen wir uns noch im Training.“

Andreas Geipl ergänzte: „Die Mannschaft hat richtig gut gearbeitet und sich heute auch mit einem Sieg belohnt.“ Zu verbessern seien jetzt „noch Kleinigkeiten, zum Beispiel die Kommunikation auf dem Platz“. Geipl versprach: „Wir werden weiter Gas geben.“

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