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Samstag, 26. Mai 2018 28° 2

Fussball

SSV Jahn besteht auch in Kiel

Regensburger ärgern den nächsten Aufstiegsaspiranten. Beim temporeichen 1:1 kommen die Zuschauer richtig auf ihre Kosten.

Regensburgs Marcel Hofrath (rechts, im Duell mit Kiels Kingsley Schindler) durfte für den gelbgesperrten Alexander Nandzik ran. Fotos: dpa

Kiel.Zuschauer, die derzeit Spiele des SSV Jahn Regensburg live verfolgen, laufen nicht Gefahr, kurz einzunicken. Und so kam auch das Publikum im hohen Norden am Samstagnachmittag voll auf seine Kosten. „Ich habe ein tolles Zweitliga-Spiel gesehen mit hoher Intensität und mit zwei Mannschaften, die beide den Sieg wollten“, fasste Jahn-Trainer Achim Beierlorzer seine Eindrücke vom 1:1 (1:1)-Unentschieden zwischen den Oberpfälzern und Holstein Kiel in der 2. Liga treffend zusammen. Im Aufsteiger-Duell entführten die Oberpfälzer dank einer starken Leistung einen Zähler beim Tabellendritten.

„Ich habe ein tolles Zweitliga-Spiel gesehen mit hoher Intensität und mit zwei Mannschaften, die beide den Sieg wollten.“

Achim Beierlorzer

Beide Teams kredenzten den 9506 Zuschauern eine temporeiche Partie. „Ich habe großen Respekt vor beiden Mannschaften. Ich glaube, für den Zuschauer macht diese Art von Fußball richtig Spaß“, lobte Beierlorzer beide Teams für ihren forschen Auftritt. In der ersten Halbzeit waren es vor allem die Gäste aus der Oberpfalz, die ordentlich für Betrieb sorgten und sich einmal mehr nicht von einem Rückstand aus dem Konzept bringen ließen. Ab der 4. Minute prangte eine 1:0-Kieler Führung auf der Anzeigentafel. „Wenn ich spiele, garantiere ich gegen Jahn Regensburg ein Tor von mir“, hatte Marvin Ducksch vor der Partie selbstbewusst angekündigt. Und der Kieler Angreifer löste sein Versprechen umgehend mit einem sehenswerten Freistoßtreffer in den Winkel ein. Doch der Jahn war davon nicht beeindruckt. „Es ist eine Stärke von uns, dass wir einfach nicht aufgeben. Das ist uns in der ersten Halbzeit eindrucksvoll gelungen. Da hat man ein Spiel auf ein Tor gesehen, mit vielen Torchancen auf unserer Seite. Da hätten wir uns belohnen müssen, dann wäre das Spiel vielleicht anders gelaufen“, resümierte Marco Grüttner. Die erste dicke Gelegenheit hatte Jann George, der mit seinem Seitfallzieher aber an Kiels Keeper Kenneth Kronholm, der in der Saison 2010/2011 13 Mal in der Landesliga für die zweite Mannschaft der Oberpfälzer auflief, scheiterte (9.).

Stimmen zum Spiel

  • Marco Grüttner:

    „Es ist eine Stärke von uns, dass wir einfach nicht aufgeben. Das ist uns in der 1. Halbzeit eindrucksvoll gelungen. Da hat man ein Spiel auf ein Tor gesehen mit vielen Torchancen auf unserer Seite. Da hätten wir uns belohnen müssen, dann wäre das Spiel vielleicht anders gelaufen. Wir sind aber zufrieden mit dem Punkt.“

  • Marcel Hofrath:

    „Ich denke, ich habe Alex Nandzik ganz gut vertreten. Wenn ich gebraucht werde, bin ich da. Ich bin zufrieden mit der ganzen Mannschaftsleistung. Dass wir einen Punkt mitgenommen haben. Das war unser Ziel.“

  • Marvin Knoll:

    „Heute hat ein bisschen das Glück gefehlt.“ (über seinen Pfostentreffer)

  • „Wir haben ein gutes Spiel gezeigt und auswärts verdient einen Punkt mitgenommen. Es hätte auch ein Dreier sein können. Wir sind zufrieden mit dem Punkt.“(zu Kiel)

  • „Wir haben jetzt ein schweres Heimspiel. Vor unserem Publikum wollen wir da wieder einen Dreier holen. (zu Heidenheim)

  • „Wir müssen von Spieltag zu Spieltag schauen. Ich hoffe, dass wir den Klassenerhalt schaffen. Wann ist mir eigentlich relativ egal.“ (zur Mission Klassenerhalt)

Nandzik jubelt mit Jahn-Fans

Der Jahn-Kapitän höchstpersönlich sorgte dann aber dafür, dass die rund 150 Regensburger Anhänger, die die 800 Kilometer mit in den hohen Norden reisten, im Gästeblock jubeln durften – darunter auch der gelbgesperrte Alexander Nandzik. Nach einer Flanke von Sebastian Nachreiner, die ein Kieler noch per Kopf verlängerte, erzielte Grüttner mit einem Drehschuss seinen achten Saisontreffer (28.). Der Regensburger Führung durch Freistoßspezialist Marvin Knoll stand der Kieler Pfosten im Wege (33.). „Heute hat ein bisschen das Glück gefehlt“, sagte der Innenverteidiger, der letztlich aber dennoch zufrieden war mit der Punkteausbeute beim Auswärtsauftritt, bei dem der Jahn vor allem im ersten Durchgang aufdrehte. Weitere aussichtsreiche Chancen von Benedikt Saller (38.) oder Grüttner (42.) fanden aber auch nicht den Weg ins Tor.

Reichlich Lob für Knoll und Co. gab es einmal mehr von Trainer Beierlorzer: „Wie meine Mannschaft das in der ersten Halbzeit gemacht hat, mit welcher Dynamik, mit welchem Druck, mit welcher Inbrunst, das hat mich begeistert.“ Den Punkt habe der Jahn hochverdient mitgenommen, resümierte der Jahn-Coach. Nach der Pause drehte auch Kiel auf. Beim zweiten starken Freistoß von Ducksch verhinderten Philipp Pentkes Fingerspitzen den Kieler Führungstreffer (55.). Drei Minuten später zappelte der Ball im Regensburger Netz. Kingsley Schindler traf zum vermeintlichen 2:1. Aber Schiedsrichter Dr. Martin Thomsen entschied auf Abseits.

In dieser Phase sahen die Zuschauer Chancen fast im Minutentakt – auf beiden Seiten. Sallers Schuss wurde gerade noch geblockt (63.), Marc Lais, der am Sonntag seinen 27. Geburtstag feierte, versuchte, Kronholm aus fast 50 Metern zu überlisten (64.). Pentke hielt mit einer starken Parade nach einem Kopfball von Aaaron Seydel (79.) den Punkt fest gegen Kiel, das nun seit acht Spielen auf einen Sieg wartet.

2:2 gegen den Club, 3:2 gegen Ingolstadt und nun ein 1:1 in Kiel: Der SSV Jahn hat den nächsten Aufstiegsaspiranten, gegen den es zuvor fünf Pleiten in Folge gesetzt hatte, geärgert und den happigen Dreierpack zum Start in die Restrückrunde mit Bravour gemeistert. 30 Punkte, Tabellenplatz sieben – der Jahn eilt mit großen Schritten in Richtung Klassenerhalt in der 2. Liga. „Wir sind sehr zufrieden mit der Punkteausbeute“, zieht Beierlorzer ein positives Fazit nach den knackigen Hürden.

Noch ist der Rechenschieber im Einsatz bei den Regensburgern, wenn sie aber weiter so aufspielen, dürfte er in einigen Wochen wohl endgültig in der Schublade verschwinden. „Wir hoffen, dass wir schnellstmöglich die 40 Punkte erreichen. Jetzt fehlen uns noch zehn und die wollen wir so schnell wie möglich holen, damit wir dann auch ruhiger arbeiten können für die Restsaison“, sagt Grüttner.

Pokalpleite als Weckruf

Am Samstag wartet mit Heidenheim erneut ein Gegner, mit dem die Regensburger noch eine Rechnung offen haben. „Wir haben jetzt ein schweres Heimspiel. Vor unserem Publikum wollen wir da wieder einen Dreier holen“, richtete Knoll den Blick gleich wieder nach vorne. Die 2:5-Pleite in der 2. Runde des DFB-Pokals gegen Heidenheim Ende Oktober war der Weckruf für die Oberpfälzer, die danach in zehn Zweitliga-Partien beeindruckende 21 Punkte holten.

Wie Heidenheim zu knacken ist, hat die Beierlorzer-Elf beim 3:1-Sieg in der Hinrunde gezeigt. Nach dem Heidenheimer Ausgleich vier Minuten vor Ende hatten die Regensburger in einer spektakulären Schlussphase noch zwei passende Antworten parat. Langweilig wird es wahrlich nicht mit dem Jahn.

Alles rund um den SSV Jahn lesen Sie hier:

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