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Fussball

SSV Jahn fliegt aus dem DFB-Pokal

Regionalligist Saarbrücken gelingt die Sensation: Der Fußballkrimi endet 3:2. Der Favorit aus der Oberpfalz hat das Nachsehen
Von Heinz Gläser

Die Spieler des SSV Jahn Regensburg stehen nach der Niederlage im Kreis zusammen. Foto: Oliver Dietze/dpa
Die Spieler des SSV Jahn Regensburg stehen nach der Niederlage im Kreis zusammen. Foto: Oliver Dietze/dpa

Völklingen.Der SSV Jahn streicht im DFB-Pokal abermals früh die Segel. In der ersten Hauptrunde unterlag der Regensburger Fußball-Zweitligist am Sonntag dem viertklassigen 1. FC Saarbrücken nach einem packenden Fight mit 2:3 (0:0). Vor 5021 Zuschauern im Hermann-Neuberger-Stadion von Völklingen, der Ausweichspielstätte des 1. FCS, reichten der Mannschaft von Trainer Mersad Selimbegovic die Tore von Max Besuschkow (64., Foulelfmeter) und Kapitän Marco Grüttner (75.) nicht zum Weiterkommen. Gillian Jurcher (53. Minute, 90.+3) und Manuel Zeitz (77.) schossen die Saarländer mit ihren Treffern in die 2. Runde, die alleine an Prämien 351 000 Euro in die Vereinskasse spült. Bei den Regensburgern mussten Torschütze Besuschkow in der 76. Minute und Andreas Geipl (90.+5) mit Gelb-Rot den Platz räumen.

Spiel auf Augenhöhe

„Glückwunsch an Saarbrücken. Es war das erwartet hitzige Spiel. Wir hatten eigentlich alles im Griff. Das erste Tor fällt aus dem Nichts. Dann haben wir das Spiel gedreht. Sebastian Stolze hat das 3:2 auf dem Fuß, aber wie so oft wird man bestraft, wenn man das Tor nicht macht“, bilanzierte Jahn-Coach Mersad Selimbegovic. Saarbrückens Trainer Dirk Lottner sprach von einem „Spiel auf Augenhöhe“ und fügte hinzu: „Du musst in solchen Spielen die kleinen Situationen auf deiner Seite haben, und das hatten wir heute.“

SSV Jahn gegen Saarbrücken: Die Einzelkritik

Die Umstellungen in der Jahn-Elf betrafen die Innenverteidigung. Dort liefen Dominic Volkmer und Markus Palionis auf. Sebastian Nachreiner saß mit Rückenbeschwerden auf der Bank. Marcel Correia fehlte im Kader der Regensburger, nachdem er das Abschlusstraining abgebrochen hatte. Der 30-Jährige hatte im Training einen Schlag abbekommen.

Saarbrücken hatte in der Regionalliga Südwest mit sechs Zählern aus den Duellen mit Pirmasens und Steinbach einen optimalen Saisonstart hingelegt.

Dichte Rauchschwaden aus dem Gästeblock sorgten kurz nach dem Anpfiff von Schiedsrichter Sven Waschitzki dafür, dass die Partie unterbrochen wurde. Auf den SSV Jahn könnte wegen der Pyrotechnik-Einlage der Fans eine Geldstrafe zukommen.

Nach einem Freistoß köpft Regensburgs Markus Palionis auf das Saarbrücker Tor. Foto: Oliver Dietze/dpa
Nach einem Freistoß köpft Regensburgs Markus Palionis auf das Saarbrücker Tor. Foto: Oliver Dietze/dpa

Der Stadionsprecher hatte nach einem Kopfballtreffer von Markus Palionis bereits die Regensburger Führung verkündet, doch Waschitzki erkannte in dieser Szene auf Foulspiel. Aus Jahn-Sicht eine diskutable Entscheidung. Vorangegangen waren gleich zwei frühe Gelbe Karten gegen die robust einsteigenden Saarbrücker Steven Zellner und Christopher Schorch. In der Folge entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel, in dem der Jahn mit Gelb gegen Besuschkow und Oliver Hein in puncto Einsatz nichts schuldig blieb.

Die größte Chance im ersten Durchgang hatten bei strömendem Regen die Gäste. Aus einem Getümmel im Strafraum heraus köpfte Bone Uaferro den Ball in höchster Not an die eigene Latte. Jan-Marc Schneider setzte nach, kam aber nicht zum Abschluss. Auf der Gegenseite setzte Markus Mendler die größten Ausrufezeichen mit zwei Schrägschüssen, die jeweils an der langen Torecke vorbeistrichen, sowie einem Freistoß.

Das torlose Unentschieden beim Seitenwechsel entsprach dem Spielverlauf. Saarbrücken ließ auch nach Wiederbeginn nicht locker. Fanol Perdedaj kurbelte das Spiel immer wieder an. Und die Schützlinge von Coach Dirk Lottner belohnten sich für ihren Eifer. Jurcher entwischte der aufgerückten Jahn-Abwehr, umkurvte Keeper Alexander Meyer und schob aus spitzem Winkel zur Führung der Hausherren ein. Palionis’ Rettungsversuch kurz vor der Torlinie lief ins Leere.

Mehr Vorwärtsdrang

Nun musste der SSV Jahn den Vorwärtsdrang intensivieren. Ein Foulelfmeter brachte die Regensburger zurück ins Spiel. Besuschkow war im Strafraum von Schorch gelegt worden. Waschitzki ließ sich von den Protesten nicht irritieren. Besuschkow selbst verwandelte mit einem harten Schuss souverän zum Ausgleich. Nachdem zuletzt Marco Grüttner in Hannover mit einem Strafstoß gescheitert war, scheint nun ein Nachfolger in dieser Jahn-Problemdisziplin in Sicht.

Saarbrückens Gillian Jurcher feiert nach dem Sieg mit den Fans. Foto: Oliver Dietze/dpa
Saarbrückens Gillian Jurcher feiert nach dem Sieg mit den Fans. Foto: Oliver Dietze/dpa

Benedikt Saller bereitete dann die 2:1-Führung für den SSV Jahn vor. Grüttner hatte nach seiner präzisen Flanke von rechts keine Mühe, aus kurzer Distanz einzuköpfen.

Doch das brachte keine Ruhe ins Regensburger Spiel, eher im Gegenteil. Zunächst sah Torschütze Besuschkow die Ampelkarte, dann war nach einem Freistoß Saarbrückens Kapitän Manuel Zeitz zur Stelle und schaufelte relativ unbedrängt den Ball in die lange Torecke.

Selimbegovic reagierte auf den Platzverweis und brachte Marc Lais für Oliver Hein. Zuvor war Jann George für Schneider gekommen. In der Schlussoffensive des Jahn hatte Stolze die Entscheidung auf dem Fuß, scheiterte aber an Keeper Daniel Batz.

Dann schlug abermals Jurcher zu. Der DFB-Pokal und der SSV Jahn gehen weiter keine innige Verbindung ein.

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