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3. Liga

SSV Jahn kämpft gegen den Trend

Drei Zähler trennen die Regensburger von Platz drei und der Aufstiegsrelegation. Ausgerechnet jetzt ist die Stimmung im Keller.
Von Heinz Reichenwallner, MZ

REGENSBURG. Drei Niederlagen hintereinander haben dem SSV Jahn die Bilanz verhagelt. In das trübe Bild passt, dass der Regensburger Fußball-Drittligist jetzt auch noch das Toto-Pokal Viertelfinale gegen die SpVgg Unterhaching in den Sand gesetzt und damit seine Pleitenserie ausgedehnt hat. Kein Wunder, dass die Stimmung dadurch in ein Tief gerutscht ist. „Wir brauchen Punkte“, fordert Markus Weinzierl und hofft im Heimspiel gegen Preußen Münster (Samstag, 14 Uhr) auf ein Ende des Negativlaufs.

Den Ausdruck Krise blendet der Jahn-Coach aus. Mit dem Wort Druck macht er sich jedoch vertraut. Im Rennen um Platz drei, gibt der 37-Jährige zu, verspüre man natürlich Druck. „Aber es ist ein Druck, den wir uns selbst auferlegt haben“, betont er und erinnert an die vergangenen Spielzeiten, in denen der Jahn in dieser Phase der Saison fast immer gegen den Abstieg und um die Existenz gespielt hat. Diesmal spielt man jedoch oben mit, und die Hoffnungen zumindest auf Platz drei und die Aufstiegsrelegation sind nicht begraben.

Sieben Runden sind noch zu absolvieren, und der Jahn liegt mit der zweitbesten Tordifferenz (+12) als Tabellensechster ganze drei Zähler hinter dem Dritten Chemnitzer FC und nur ein Pünktchen hinter den Teams des SV Wacker Burghausen und des 1.FC Heidenheim. Trotzdem: Der Trend spricht im Moment gegen die Regensburger.

Ein Blick auf die nackten Zahlen zeigt: Nach der Vorrunde stand der Jahn mit 34 Punkten und der komfortablen Tordifferenz von +16 auf dem 2. Platz. Im Tableau der Rückrunde nimmt er indes nach zwölf Spielen nur Rang 14 ein, mit der mickrigen Ausbeute von 13 Zählern aus zwölf Spielen und einer Differenz von minus vier Toren. Zum besagten Zeitpunkt hatten die Regensburger in der Hinrunde bereits 23 Zähler auf ihrem Konto. Realistisch gesehen ist damit der Beweis erbracht, dass der Jahn monatelang am oberen Rande seiner Möglichkeiten gespielt hat und wohl oft sogar über sich hinausgewachsen ist.

Wer sich aufmacht, um nach weiteren Gründen für das Verlassen der Erfolgsspur zu suchen, kommt an drei Tatsachen nicht vorbei: So schwächten das Team die langen Verletzungspausen der beiden erfolgreichsten Torschützen, Tobias Schweinsteiger und Michael Klauß. Hinzu kommt ein ex-trem enger Terminkalender, der dem Jahn allein im März sechs Punktspiele bescherte. Zudem hat die Konkurrenz aus Chemnitz und Heidenheim in der Winterpause stark aufgerüstet.

Derweil muss Franz Gerber für die neue Saison planen. Jedoch fehlt es ihm (noch) an Planungssicherheit – und Geld. „Wir haben einen engen Etat und dadurch finanzielle Grenzen“, sagt der Sportchef. Mit Schwein-steiger (FC Bayern München II), Ronny Philp (FC Ausburg), Stefan Binder (Karriereende) und Leihgabe Christian Bickel (zurück zum SC Freiburg) stehen vier Abgänge fest. Aus dem erweiterten Profikader laufen 18 Verträge im Sommer aus.

Sieben Spieler haben angeblich schon konkrete Angebote vom Verein vorliegen. „Es liegt an ihnen zu unterschreiben“, so Gerber. Nächste Woche will er mit den anderen Akteuren sprechen, von denen einige aber bereits auf der Wunschliste anderer Klubs stehen. Gerber gibt sich für die Zukunft jedoch zuversichtlich: „Es ist uns immer wieder gelungen aus dem Nichts eine gute Mannschaft zusammenzustellen.“

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