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Fussball

SSV Jahn: Mit Vollgas in zwei Derbys

Regensburgs Coach Achim Beierlorzer sprüht vor dem Spiel beim 1. FC Nürnberg vor Zuversicht. Druck habe nur der Club.
Von Heinz Gläser

6. August 2017, Schauplatz Continental-Arena: Im Hinspiel unterlag der SSV Jahn (hier Keeper Philipp Pentke in Aktion) dem Club mit 0:1. Foto: Andreas Nickl
6. August 2017, Schauplatz Continental-Arena: Im Hinspiel unterlag der SSV Jahn (hier Keeper Philipp Pentke in Aktion) dem Club mit 0:1. Foto: Andreas Nickl

Regensburg.Wären Vorfreude und Zuversicht handfeste Waren, Achim Beierlorzer könnte derzeit einen Großhandel eröffnen. Während am Montag draußen vor der Continental-Arena Schneeflocken wirbelten, herrschte drinnen bei der Pressekonferenz vor dem Gastspiel beim ruhmreichen 1. FC Nürnberg eitel Sonnenschein. Mögen andere Zweitligisten – wie beispielsweise der Club – für eine optimale Vorbereitung vor den garstigen Bedingungen hierzulande geflohen sein, ist der Coach des SSV Jahn Regensburg rundum zufrieden mit der „bewussten Entscheidung“, auf einen Ausflug in südliche Gefilde verzichtet zu haben.

„Bilanz: hervorragend!“, auf diese zwei Worte verdichtete der 50-Jährige seinen Situationsbericht. „Wir konnten jede Trainingseinheit so gestalten, wie wir uns das vorgestellt haben. Das Wetter hat absolut mitgespielt.“ Und auch sonst strahlte Achim Beierlorzer die Gewissheit aus, in der kurzen Winterpause alles für einen erfolgreichen Verlauf der 16 verbleibenden Spiele in der zweiten Liga getan zu haben. „Wunderbar“, „toll“, „sensationell“ – geradezu verschwenderisch ging der Fußballlehrer mit den Adjektiven um, als es galt, seinen Optimismus in Worte zu gießen.

16 Partien Zeit und Gelegenheit haben die Regensburger, weitere 15 Zähler für den sicheren Klassenerhalt aufs mit 25 Zählern gefüllte Konto zu häufen. Deshalb verortet Beierlorzer den Druck im Derby an diesem Dienstag (20.30 Uhr) einzig und allein aufseiten des Aufstiegskandidaten aus Nürnberg, für den er selbst mal vier Jahre (von 1984 bis 1988) am Ball war. Der gebürtige Mittelfranke Beierlorzer wünscht dem Club beim Unternehmen Bundesliga-Rückkehr gutes Gelingen. Im Spiel gegen die eigene Mannschaft ruht jedoch die Zuneigung zum Tabellendritten.

Ein Video von der Jahn-Pressekonferenz sehen Sie hier:

Die Pressekonferenz vor dem Jahn-Spiel in Nürnberg.

Genährt wird der aktuelle Optimismus des Jahn-Trainers von verschiedenen Faktoren. Es spendierte seiner Mannschaft ausdrücklich ein „ganz, ganz großes Lob“. Auch diejenigen Spieler, die sich in der Vorrunde mit wenigen Einsatzminuten begnügen mussten, hätten in der Vorbereitung „richtig Gas gegeben“. Dies wiederum habe die Stammkräfte animiert, selbst „Vollgas“ zu geben. Das Team befindet sich nach Beierlorzers Wahrnehmung nun also gemeinsam auf der Überholspur und ist weiter zusammengewachsen.

Vorgaben umgesetzt

Der 5:1-Testspielsieg zuletzt beim FC Liefering rundete den Eindruck ab. „Ich war begeistert von der Mannschaft – und zwar von der ganzen Mannschaft“, merkte Beierlorzer an. Es habe ihn „wahnsinnig gefreut“, wie die Spieler die Vorgaben umgesetzt hätten.

Auf der personellen Seite hat der Coach viele Alternativen. Zwar fehlt Sargis Adamyan in Nürnberg wegen einer Gelbsperre, doch hat sich der einzige Winter-Neuzugang Hamadi Al Ghaddioui („Er ist genau der Spieler, den wir haben wollten“) als Alternative aufgedrängt. Deutet man Beierlorzers Aussagen richtig, dann dürfte der Mann aus Lotte erste Wahl für den Platz im Sturm neben Kapitän Marco Grüttner sein. Für Albion Vrenezi und Jonas Nietfeld (nach überstandener Schambeinentzündung) bliebe dann jeweils ein Platz auf der Bank. Auf den Außenbahnen herrscht derweil sogar die Qual der Wahl. Jann George, Sebastian Stolze, Joshua Mees und Sebastian Freis bieten sich an. „Wir machen uns Gedanken“, lässt sich Achim Beierlorzer nicht in die Karten schauen.

Keine Rolle in seinen Gedanken zu diesem Derby spielen Oliver Hein und Andreas Geipl. Hein hat zwar nach seiner langen Verletzungspause durch seine Muskelverletzung einen kleinen Rückschlag erlitten, sollte aber ebenso wie Geipl bald wieder voll ins Mannschaftstraining einsteigen können. Letzterer könnte schon im folgenden Derby am Freitag (18.30 Uhr) daheim gegen Ingolstadt ein Thema sein, muss sich aber voraussichtlich bis zum Auftritt in Kiel gedulden. Übrigens: Fürs Duell mit Ingolstadt hat der Jahn bereits 11 000 Tickets verkauft. Nach Nürnberg werden wohl mindestens 2000 Fans die Regensburger begleiten.

Den Club beschrieb Beierlorzer als „absolute Top-Mannschaft mit herausragenden Spielern“ – und zählte diese Akteure namentlich auf, von Rechtsverteidiger Enrico Valentini über das Mittelfeld mit Hanno Behrens und Kevin Möhwald bis hin zu Torjäger Mikael Ishak; nicht zu vergessen die drei Neuzugänge Federico Palacios Martinez, Ulisses Garcia und Marvin Stefaniak. Nach Cedric Teuchert (zu Schalke) haben die Nürnberger auch Rurik Gislason (nach Sandhausen) abgegeben. Der Club krönte eine gelungene Vorbereitung mit einem 2:1-Sieg gegen den tschechischen Erstligisten Dukla Prag. Für Gesprächsstoff beim Altmeister sorgte derweil der Abgang von Vereinsikone Raphael Schäfer, dessen Kontrakt als Torwartkoordinator aufgelöst wird.

Füße hochlegen

Angesichts des Katzensprungs nach Nürnberg wird der Jahn am Dienstag um 10 Uhr noch einmal kurz trainieren. Nach dem Mittagessen geht es in die Noris, um dort ein „Taghotel“ (Beierlorzer) zu beziehen, wo die Spieler bis zum späten Anstoß im Max-Morlock-Stadion um 20.30 Uhr „nochmals die Füße hochlegen können“.

Nebenbei bemerkt grassiert auch in den Reihen des SSV Jahn derzeit das American-Football-Fieber. Innenverteidiger Marvin Knoll hat schon eine gemeinsame Super-Bowl-Party in der Nacht vom 4. auf 5.  Februar anberaumt. Und der ansonsten gestrenge Coach hat das Vergnügen abgesegnet.

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