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Jahn-Nachrichten
Freitag, 21. September 2018 28° 3

2. Bundesliga

SSV Jahn „vergoldet“ Fußball-Jahr

Mit einem schönen Punktepolster geht es in die Winterpause. Beim 3:2 verteilen die Regensburger und Bielefeld Geschenke.
Von Felix Kronawitter

  • Jonas Nietfeld (rechts) jubelt gemeinsam mit Benedikt Gimber, dem Torschützen zum zwischenzeitlichen Ausgleich. Foto: Nickl
  • Florian Hartherz (Arminia Bielefeld) gegen Sebastian Nachreiner (Regensburg) Foto: Andreas ‚Nickel
  • Kopfballduell Benedikt Saller (Regensburg) mit Tom Schuetz (Arminia Bielefeld) Foto: Nickel

Regensburg.Als der fünfte Heimsieg unter Dach und Fach war, feierten die Spieler des SSV Jahn Regensburg ausgelassen mit ihren Fans. Was hätte das Jahn-Drehbuch für das Fußball-Jahr 2017 auch anderes kredenzen sollen als einen 3:2 (2:1)-Heimsieg gegen Arminia Bielefeld zum Jahresabschluss? „Was für ein Jahr!“, brachte es Marvin Knoll nach dem Schlusspfiff auf den Punkt. „Mit dem Aufstieg, mit allem, war das das schönste Jahr bis jetzt für mich“, sagte er mit einem Strahlen im Gesicht.

Nach dem Durchmarsch in die 2. Liga geht die Erfolgsreise der Oberpfälzer auch im Fußball-Unterhaus weiter. Dank starkem Endspurt geht es mit einem schönen Punktepolster in die Winterpause: 25 Zähler, einstelliger Tabellenplatz. „Ich habe mal gesagt, wenn wir auf 23 Punkte kommen bis Weihnachten, das würde ich sofort unterschreiben. Jetzt haben wir 25. Das ist klasse!“, sieht Trainer Achim Beierlorzer sein Team mehr als im Soll auf der Mission Klassenerhalt. „Wenn man sich das Jahr 2017 des SSV Jahn Regensburg anschaut, dann hat sich die Mannschaft dieses Jahr mit diesem Dreier jetzt nochmal vergoldet“, zieht der Coach den Hut vor seiner Truppe. „Wir dürfen keinen Schritt nachlassen, dann bin ich zuversichtlich für den Klassenerhalt“, sagt Sargis Adamyan.

„Mit dem Aufstieg, mit allem, war das das schönste Jahr bis jetzt für mich.“

Marvin Knoll

Wie nah Freud und Leid in dieser Spielzeit in der extrem ausgeglichenen Liga beieinanderliegen, erfuhren die Gäste aus Nordrhein-Westfalen. Beierlorzers Trainerkollege Jeff Saibene war entsprechend bedient, dass seine Mannschaft beim Aufsteiger leer ausging und von den Regensburgern in der Tabelle überholt wurde. Auf der Pressekonferenz fand der Luxemburger deutliche Worte: „Ich bin sehr enttäuscht von unserem Auftritt. Die Jungs können froh sein, dass wir jetzt Ferien haben, sonst würden sie einiges erleben in den nächsten Tagen. Aber das werden wir in der Vorbereitung nachholen, das gebe ich ihnen schriftlich.“ Seine Mannschaft habe die richtige Mentalität vermissen lassen, kritisierte er.

Folgenschwerer Abwurf

Zu Beginn der Partie war der Bielefelder Coach allerdings noch bestens gelaunt. Denn da verteilten die Regensburger – wie schon zum Saisonauftakt auf der Bielefelder Alm – ein Geschenk. Für die Arminia werde es dieses Mal keine weiteren Weihnachtsgeschenke geben, hatte Beierlorzer vor dem Spiel noch angekündigt. Doch auch am 18. Spieltag leisteten sich die Regensburger einen folgenschweren Fehler. Ein Abwurf von Keeper Philipp Pentke landete nicht wie gedacht bei Alexander Nandzik, sondern bei einem Bielefelder. Die Gäste kombinierten sich durch die Regensburger Hintermannschaft, Andreas Voglsammer sagte Danke und markierte das 1:0 (12.).

Doch dann war die gute Laune von Saibene schon wieder passé. Erst blockten die Arminen einen Schuss von Benedikt Gimber noch, der Regensburger setzte aber erfolgreich nach und traf zum Ausgleich (14.). „Ein Tor zu schießen ist immer etwas Schönes. Wichtiger ist aber, dass die drei Punkte hierbleiben“, sagte Gimber nach seinem Premierentreffer. Der von der TSG Hoffenheim ausgeliehene Defensivmann lieferte auf der Sechs erneut eine starke Leistung ab. Gemeinsam mit Asger Sörensen, der früh für den verletzten Marc Lais eingewechselt wurde, sorgte er im defensiven Mittelfeld für Ordnung. „Asger und Benedikt haben das auf der Doppel-Sechs sehr gut gemacht“, lobte Beierlorzer. Die beiden etatmäßigen Innenverteidiger hielten der Jahn-Offensive, die jetzt immer mehr Schwung aufnahm, den Rücken frei. Allen voran Adamyan machte jetzt richtig Dampf. Nachdem der auffälligste Akteur auf dem Platz erst noch mit einem Schlenzer das Tor knapp verfehlt hatte, glänzte er nun als Vorbereiter. Und Marco Grüttner bewies mit seinem Treffer zum 2:1 einmal mehr, welch starker Kopfballspieler er ist (25.). Dass die Partie für Bielefeld nicht schon zur Pause gelaufen war, durften sie ihrem Keeper Stefan Ortega verdanken, der einen Drehschuss des Jahn-Kapitäns parierte (45.).

„Die Mannschaft hat tolle Moral bewiesen, eine extreme Laufbereitschaft gezeigt“, war Beierlorzer sehr angetan vom Auftritt seiner Mannschaft nach dem Rückstand.

So bewertet die MZ die Leistungen der Regensburger:

Jahn gegen Bielefeld - die Einzelkritik

Bielefeld revanchiert sich

Da die Bielefelder faire Sportsmänner sind, waren sie so kurz vor Weihnachten natürlich auch nicht ohne Präsente in die Oberpfalz gereist. Nach Vorarbeit von Benedikt Saller schoss Stephan Salger seinen Teamkollegen Florian Hartherz an. Von dessen Brust prallte der Ball ins eigene Tor (78.). Der Anschlusstreffer von Konstantin Kerschbaumer (90.+3) kam zu spät für die Gäste.

Zuvor hatte Jahn-Coach Achim Beierlorzer selbst noch ein kleines Präsent verteilt. Uwe Hesse, der am Samstag seinen 30. Geburtstag feierte, durfte in der Schlussphase noch einige Minuten ran. Erst zwei Minuten auf dem Platz, schaltete sich der Publikumsliebling gleich gefährlich mit in der Offensive ein. Am Strafraum der Bielefelder kam er an den Ball, schaute kurz und spielte dann auf Grüttner, der den Ball aber nicht erreichte. Wäre es die bessere Option gewesen, da selbst den Abschluss zu suchen bei seinem ersten Saisoneinsatz?

Lieber Drehbuchautor, dieses i-tüpfelchen wäre im Fußball-Jahr 2017 doch auch noch drin gewesen.

Live-Eindrücke vom Spiel sehen Sie hier.

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