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SSV Jahn verspielt Derby-Sieg gegen Club

Ein Eigentor des eingewechselten Tim Knipping in der Nachspielzeit beschert den Nürnbergern ein 2:2-Unentschieden.
Von Heinz Gläser

Jahn-Torschützen unter sich: Andreas Albers (l.) jubelt mit Sebastian Stolze nach seinem Treffer zum 1:1.  Foto: Daniel Karmann/dpa
Jahn-Torschützen unter sich: Andreas Albers (l.) jubelt mit Sebastian Stolze nach seinem Treffer zum 1:1. Foto: Daniel Karmann/dpa Foto: Daniel Karmann/dpa

Regensburg.Der SSV Jahn hat einen riesengroßen Schritt in Richtung Klassenerhalt in letzter Minute verpasst. Nach dem 2:2 (1:1) im Derby gegen den 1. FC Nürnberg, dem dritten Unentschieden in Folge, hat der Regensburger Fußball-Zweitligist nunmehr 35 Zähler auf dem Konto. Der Club (31 Punkte) schwebt derweil weiterhin in akuter Abstiegsgefahr.

Andreas Albers (44. Minute) und Sebastian Stolze (48.) schienen mit ihren Toren im Geisterspiel am Dienstagabend den Jahn-Sieg bereits gesichert zu haben, ehe der eingewechselte Tim Knipping (90.+4) mit einem unglücklichen Kopfball-Eigentor dem Club doch noch einen Punktgewinn bescherte. Mikael Ishak (11.) hatte die Gäste in Führung geschossen.

„Wir sind nicht so gut ins Spiel gekommen. Das Wichtigste war, dass wir uns danach nicht versteckt und wieder Moral bewiesen haben. Wir haben eine richtig gute Leistung gezeigt, auch viele Torchancen erspielt“, bilanzierte Jahn-Coach Mersad Selimbegovic. Er fügte hinzu: „Leider haben wir es nicht geschafft, die Punkte zu behalten. Unglücklicher geht’s nicht!“ Club-Coach Jens Keller sagte: „Nach dem frühen Tor hat der Mannschaft der Mut gefehlt. Das Eigentor in der Nachspielzeit ist glücklich, gar keine Frage.“

Der Club schlug gleich in der Anfangsphase eine Einladung des SSV Jahn aus, in Führung zu gehen. Maßgeblich beteiligt war Torhüter Alexander Meyer, der eine zu scharfe Rückgabe von Charalambos Makridis prallen ließ. Ishak schob den Ball knapp neben das gähnend leere Tor.

Die Jahn-Starformation hatte eine faustdicke Überraschung geboten. Kapitän Marco Grüttner, seit seinem Wechsel aus Stuttgart nach Regensburg 2016 stets eine ebenso feste wie unumstrittene Größe im Team, saß auf der Bank. Für den 34-Jährigen stürmte Albers von Beginn an. Der beim 0:0 in Sandhausen gelbgesperrte Sebastian Nachreiner rückte wieder in die Innenverteidigung. Benedikt Saller erhielt den Vorzug vor Oliver Hein.

Logische Konsequenz

Die Franken gaben weiterhin eindeutig den Ton an, ihre frühe Führung war die logische Konsequenz. Ishak gab Meyer aus spitzem Winkel das Nachsehen. Der Rückstand schien das ohnehin dünne Nervenkostüm der Regensburger weiter zu strapazieren.

Ein Kopfball von Stolze nach einer Ecke von Chima Okoroji war nach 25 Minuten das erste Ausrufezeichen der Gastgeber. Albers setzte drei Minuten später gleich noch eins. Aus 20 Metern traf der Däne den Außenpfosten des Club-Gehäuses. Vornehmlich von den Eckstößen des SSV Jahn ging immer mehr Torgefahr aus, zumal sich Albers in vielen Kopfballduellen behauptete.

Klicken Sie sich durch unsere Bildergalerie mit den Jahn-Spielern in der Einzelkritik:

SSV Jahn gegen Nürnberg Einzelkritik

Erneut klatschte der Ball an den Pfosten, diesmal nach einer Hereingabe Okorojis, der Nürnbergs Torhüter Christian Mathenia nur hinterherschaute (38.). Den nunmehr überfälligen und verdienten Ausgleich besorgte Albers mit seinem achten Saisontor auf Vorarbeit von Saller und nach einer Flanke von Makridis von rechts. Der noch leicht abgefälschte Ball trudelte an Mathenia vorbei ins Netz.

So schwer sich die Regensburger zunächst getan hatten, ihren Rhythmus zu finden, so imposant war ihr Comeback in Lauf des ersten Abschnitts. Vornehmlich Stolze und Okoroji taten sich dabei als Antreiber hervor. Der Jahn hatte nach einer zerfahrenen Viertelstunde in der ersten Hälfte mehr Torgefahr produziert als im gesamten Sandhausen-Spiel.

Abstauber gegen Mathenia

Und die Regensburger blieben dieser Linie treu. Einen strammen Schuss von Albers ließ Mathenia abprallen, Stolze staubte mit seinem sechsten Treffer in dieser Spielzeit zur Führung ab. Die Hereinnahme von Albers hatte sich definitiv ausgezahlt.

Der Club, der nach der Dominanz der Anfangsphase den Regensburger immer mehr das Feld überlassen hatte, fand nur mühsam wieder in die Vorwärtsbewegung. Ishak meldete sich nach einer schöpferischen Pause mit einem Schuss neben das Tor zurück. Der eingewechselte Adam Zrelak kam bei einem Lattenschuss dem Ausgleich für Nürnberg noch am nächsten, ehe Knipping in der Nachspielzeit einen Schuss des ebenfalls eingewechselten Sebastian Kerk ins Tor abfälschte.

Statistik

Jahn Regensburg – 1. FC Nürnberg 2:2 (1:1)

Jahn Regensburg: Meyer – Saller (69. Hein), Nachreiner, Correia, Okoroji – Gimber (69. Geipl), Besuschkow – Makridis (89. Derstroff), Stolze (76. Grüttner), Wekesser (89. Knipping) – Albers

1. FC Nürnberg: Mathenia – Sorg, Sörensen, Mawropanos, Handwerker – Geis (73. Zrelak), Nürnberger – Dovedan (73. Kerk), H. Behrens, Heise (46. Schleusener) – Ishak (86. Lohkemper)

Schiedsrichter: Michael Bacher (Amerang); Tore: 0:1 Ishak (11.), 1:1 Albers (44.), 2:1 Stolze (48.), 2:2 Knipping (90.+4/Eigentor)

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