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Fussball

Ungewohntes Gefühl für den SSV Jahn

Heimreise mit null Punkten im Gepäck: Die Auswärtsserie des Regensburger Zweitligisten endet bei Holstein Kiel.

Andreas Geipl (rechts) und Kiels Janni Serra schenkten sich nichts. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa -
Andreas Geipl (rechts) und Kiels Janni Serra schenkten sich nichts. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa -

Kiel.Nach dem Schlusspfiff waren sich die Akteure des SSV Jahn Regensburg schnell einig, woran es haperte. „Wir hatten hervorragende Situationen, aus denen wir mehr machen müssen. Dann wäre was drinnen gewesen“, brachte es Trainer Achim Beierlorzer nach der 0:2 (0:1)-Niederlage bei Holstein Kiel auf den Punkt. Vor dem 20. Spieltag in der 2. Fußball-Bundesliga waren die Regensburger acht Mal in Folge auswärts ungeschlagen. Fehlende Effektivität und fehlende Fortune sorgten dafür, dass die Regensburger Serie im hohen Norden endete.

„Heute hätten wir Minimum ein Tor schießen müssen“, erklärte Keeper Philipp Pentke, der bei den beiden Gegentreffern machtlos war. In der ersten Halbzeit habe es der Jahn in der eigenen Hand gehabt, das Spiel mit einem anderen Ausgang zu bestreiten.

Kieler Kostprobe

In der 12. Minute gab es für ihn und seine Kollegen eine Kostprobe, wie man einen Konter veredelt. Kingsley Schindler brauchte nach Vorarbeit von Laszlo Benes nur noch den Fuß hinhalten. Die 1:0-Pausenführung der Gastgeber war aber äußerst schmeichelhaft. Denn die Regensburger schossen nicht nur viel öfter (10:5) aufs Tor als Kieler, sondern waren auch deutlich gefährlicher bei ihren Abschlüssen. Direkt nach dem Gegentor hatte Marco Grüttner die dicke Chance auf den Ausgleich. Mit seiner Direktabnahme traf er aber nur die Schulter von Sargis Adamyan (13.). Bitter aus Jahn-Sicht. Der wäre reingegangen.

„Heute hätten wir Minimum ein Tor schießen müssen.“

Philipp Pentke

Auch die Torgelegenheit von Jann George, der für den erkrankten Sebastian Stolze in die Mannschaft rückte, war eine, bei der mehr drinnen war (27.). Die Regensburger belohnten sich nicht für ihre Mühen. Grüttners Hereingabe touchierte den Pfosten, fand aber keinen Abnehmer (34.). Zwei Minuten vor der Pause stand dem Jahn-Ausgleich bei einem Kopfball von Asger Sörensen erneut der Pfosten im Weg. Kronholm lenkte den Ball noch ans Aluminium.

Jahn-Schwung fehlt

Nach der Pause schaffte es die Jahn-Offensive nicht, den Schwung beizubehalten. „Da konnten wir nicht mehr so viel Druck erzeugen“, analysierte Beierlorzer treffend. Seine Mannschaft lief jetzt viel mehr Gefahr, sich einen weiteren Gegentreffer einzufangen. Gegen Schindler eilte Pentke aber rechtzeitig aus seinem Kasten (50.). Kiels Janni Serra hatte die Vorentscheidung auf dem Fuß. Sörensen störte den Kieler Angreifer aber noch so, dass er wenige Meter vor dem Jahn-Tor drüber schoss (55.) Dann die nächste kritische Sitaution für die Regensburger: Kiels Masaya Okugawa traf in aussichtsreicher Position den Ball nicht richtig (62.). „Kiel hätte früher den Sack zumachen können“, sagte Beierlorzer, der mit Albion Vrenezi und Julian Derstroff noch mal frisches Offensiv-Personal auf den Platz beorderte. Vrenezi hatte mit einer Direktabnahme (72.) gleich eine aussichtsreiche Chance.

Nach dem Kopfballtreffer von Stefan Thesker schwanden die Jahn-Hoffnungen, noch was Zählbares mitzunehmen (82.). Grüttner bezeichnete den zweiten Gegentreffer danach als Nackenschlag. Der Jahn-Kapitän und seine Kollegen streckten sich vergeblich, noch mal Anschluss zu finden.

„Es ist ein ungewohntes Gefühl, mit null Punkten im Gepäck nach Hause zu fahren.“

Andreas Geipl

„Es ist ein ungewohntes Gefühl, mit null Punkten im Gepäck nach Hause zu fahren“, sagte Andreas Geipl. Zum letzten Mal war das am 1. September 2018 nach dem 3:5 auf der Bielefelder Alm der Fall. „Jeder weiß, dass wir nicht jedes Auswärtsspiel ungeschlagen sein können“, erklärt Grüttner und fügt hinzu: „Die Niederlage wirft uns nicht um.“ Ein schönes Polster auf die Abstiegsregion und vorerst nur fünf Punkte hinter Relegationsrang drei: Auf dem Papier sieht es trotz der Niederlage weiter rosig aus für die Regensburger.

Nicht so rosig sieht dagegen die Ausbeute der Regensburger in den Duellen gegen Kiel aus. Keines der vergangenen neun Pflichtspiel-Duelle (sechs Niederlagen, drei Remis) konnte der Jahn für sich entscheiden. Der letzte Sieg (1:0) datiert vom 9. November 2013. „Das ist keine gute Bilanz. Die Mannschaft liegt uns im Moment leider nicht“, erklärte Geipl nach dem Verfolger-Duell. „Kiel ist ein Gegner, der nicht zu Unrecht da oben steht“, sagte Pentke.

Grüttner blickt nach vorne

Irgendwelche Bilanzen des Jahn gegen andere Teams interessieren Grüttner dagegen nicht. „Es ist mir egal, wie oft wir gegen Kiel nicht gewinnen konnten“, sagt der Jahn-Kapitän. „Wichtig ist, dass wir die richtigen Schlüsse daraus ziehen und uns aufs nächste Spiel konzentrieren.“

Beim SSV Jahn geht es im neuen Fußball-Jahr Schlag auf Schlag. Am Freitagabend wartet zu Hause mit Arminia Bielefeld der nächste Prüfstein. Mit den Ostwestfalen, die am Samstag überraschend den Spitzenreiteer Hamburger SV mit 2:0 bezwungen hatten, haben die Regensburger nach der 3:5-Niederlage in der Hinrunde noch eine Rechnung offen. Schnell zurück in die Erfolgsspur, lautet die Jahn-Devise. „Als Fußballer will man die Scharte immer gleich auswetzen. Und das wollen wir am Freitag machen“, gibt Grüttner die Marschroute vor.

Hier gibt es den Liveticker zum Nachlesen:

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