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Unnötige Niederlage für den SSV Jahn

Der Regensburger Fußball-Zweitligist unterliegt dem HSV mit 1:2. Marco Grüttners Tor reicht nicht für einen Punktgewinn.
Von Heinz Gläser

Auf den Ball fokussiert: Bakery Jatta (links) und Jahn-Innenverteidiger Sebastian Nachreiner (Regensburg) im Zweikampf Foto: Sudheimer/Eibner-Pressefoto
Auf den Ball fokussiert: Bakery Jatta (links) und Jahn-Innenverteidiger Sebastian Nachreiner (Regensburg) im Zweikampf Foto: Sudheimer/Eibner-Pressefoto

Hamburg.Es war einmal ein Lieblingsgegner. Der SSV Jahn hat seine fast märchenhafte Erfolgsbilanz gegen den Hamburger SV nicht ausbauen können. Der Regensburger Fußball-Zweitligist unterlag am Samstag vor 41 317 Zuschauern im Volksparkstadion trotz einer starken Leistung mit 1:2 (1:1) und quittierte damit die dritte Niederlage in Folge. Jahn-Kapitän Marco Grüttner hatte mit seinem siebten Saisontor (40. Minute) den zwischenzeitlichen Ausgleich besorgt. Timo Letschert (24.) und Aaron Hunt (51.) trafen für den HSV. Mit der unnötigen Niederlage beim Aufstiegsaspiranten setzen die Regensburger den Negativtrend der vergangenen Wochen fort. Bislang hatten sie gegen den HSV in drei Duellen zwei Siege, darunter das spektakuläre 5:0 in Hamburg, sowie ein Remis verbucht.

Stolze zunächst auf der Bank

„Wir hatten uns einiges vorgenommen, haben taktisch sehr diszipliniert begonnen“, bilanzierte Jahn-Coach Mersad Selimbegovic: „Das Gegentor haben wir gut weggesteckt, alles probiert und weiter mutig gespielt. Wir haben es leider nicht geschafft, den Ausgleich zu machen, der in meinen Augen verdient gewesen wäre.“

HSV-Coach Dieter Hecking gab zu: „Wir haben uns wahnsinnig schwergetan, ins Spiel zu kommen.“ Der zweite Treffer sei für sein Team „gut reingefallen“, wie es Hecking ausdrückte. „Dass wir besser spielen müssen, ist auch klar“, kommentierte Hecking die Aufstiegsambitionen der Hamburger im weiteren Saisonverlauf.

SSV Jahn vs. HSV: Die Einzelkritik

Selimbegovic hatte darauf verzichtet, Sebastian Stolze von Beginn an zu bringen. Der 25-Jährige, der Ende Januar im Heimspiel gegen Hannover mehrere Gesichtsfrakturen erlitten hatte, nahm zunächst auf der Bank Platz. In der Jahn-Offensive kam anstelle des verletzten Aaron Seydel mit Erik Wekesser der Torschütze des Dresden-Spiels zum Zug. Ansonsten schenkte Selimbegovic erneut der Anfangself der Vorwoche sein Vertrauen. Bei den Hanseaten feierte der Ex-Regensburger Adrian Fein nach auskuriertem Jochbeinbruch sein Comeback in der Startformation.

Dass beim HSV derzeit gewaltig Druck im Kessel ist, war beinahe mit Händen zu greifen. Mit „Wut im Bauch“ werde der Gegner antreten, hatte der Jahn-Coach im Vorfeld prophezeit. Bei idealen äußeren Bedingungen und acht Grad plus wurde nach dem Anpfiff von Schiedsrichter Arne Aarnink schnell deutlich, wie der SSV Jahn die Marschroute des Teams von Coach Dieter Hecking durchkreuzen wollte. Die Regensburger standen sehr hoch, störten den Spielaufbau des HSV konsequent.

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Aggressives Pressing

Der HSV hatte bei einem Kopfball von Rick van Drongelen, der knapp übers Tor strich, den Hauch einer ersten Chance. Was der ehemalige Bundesliga-Dino darüber hinaus anzubieten hatte, war äußerst überschaubar und zunächst von spielerisch minderer Qualität. Das aggressive Pressing der Gäste behagte den Hamburgern sichtlich nicht. Allerdings tat sich auch der Jahn schwer, ins letzte Drittel zu kommen. Ein Schrägschuss von Wekesser in der 21. Minute, das war die magere Ausbeute. Chima Okoroji sah nach einem Foul an Louis Jordan Beyer früh Gelb.

Timo Letschert staubt ab

Überraschend ging Heckings Team doch in Führung. Louis Schaub brachte aus halbrechter Position einen Freistoß in den Strafraum, den Christoph Moritz mit dem Kopf gefährlich verlängerte. Der Ball prallte vom Innenpfosten zurück, und Letschert staubte per Kopf zur Hamburger Führung ab.

Referee Aarnink verwehrte anschließend beiden Teams den geforderten Elfmeter – zunächst, als Bakery Jatta im Strafraum zu Fall kam, dann, als Andreas Geipl im HSV-Sechzehner Ähnliches widerfuhr.

Der Jahn steckte den Rückstand gut weg und meldete sich zurück, als Andreas Albers eine Vorlage mit dem langen Bein nicht mehr die entscheidende Richtungsänderung geben konnte. Der Ausgleich resultierte aus einer Hereingabe von Jann George in den Strafraum, die Max Besuschkow vors HSV-Tor brachte. Letscherte wehrte den Ball zu kurz ab, und Grüttner traf aus rund acht Metern flach an Keeper Daniel Heuer-Fernandes vorbei. Die Regensburger verdienten sich das 1:1 zur Pause, da zudem noch Wekesser bei einer großen Einschussmöglichkeit im letzten Moment geblockt wurde.

Tor von George aberkannt

HSV-Kapitän Hunt läutete den zweiten Durchgang mit einem Fernschuss übers Tor von Alexander Meyer ein. Ein Tor von Jann George fand keine Anerkennung, weil sich Albers zuvor nach Ansicht des Schiedsrichters im Zweikampf mit Letschert zu robust den nötigen Platz verschafft hatte.

Erneut gingen die Gastgeber in Führung. Tim Leibold sprintete in den Strafraum und legte den Ball ideal auf für Hunt, der am Fünfmeterraum nur noch vollenden musste. Wenig später war Meyer bei einem Kopfball von Martin Harnik zur Stelle.

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7:1: So lautete nach einer Stunde das Eckenverhältnis zugunsten der Regensburger, die nach dem erneuten Rückschlag nicht aufsteckten und alles in die Waagschale warfen. Aarnink zeige Grüttner wegen Reklamieren und Wekesser nach einem harten Einsteigen die Gelbe Karte, bevor Grüttner erst kurz vor Torlinie am erfolgreichen Abschluss gehindert wurde.

Selimbegovic brachte nun Stolze für Wekesser, später Jan-Marc Schneider für Albers. Der SSV Jahn konnte sich in der Folge bei Meyer bedanken, der bei einem Kopfball des eingewechselten Lukas Hinterseer und einem Fernschuss von Jatta glänzend reagierte.

Der angeschlagene Beyer musste nach einer längeren Verletzungsunterbrechung mit der Trage vom Platz gebracht werden. Wie Hecking nach dem Schlusspfiff mitteilte, war er vorübergehend bewusstlos.

Mit Julian Derstroff für Besuschkow verstärkte Selimbegovic kurz vor Schluss die Offensive, aber der Jahn belohnte sich nicht mehr für seine Anstrengungen, obwohl er mit Macht auf den Ausgleich drängte.

Zu allem Überfluss sah Benedikt Saller die zehnte Gelbe Karte und wird im Heimspiel gegen Kiel fehlen.

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