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Kanu

Stefan Holtz bekommt eine zweite Chance

Nach der eigentlich verpassten Qualifikation für den WM-Start mit dem Zweier-Canadier ist der Wahl-Regensburger nun doch wieder im Rennen.
Von Claus Gehr, MZ

Regensburg. Wenn vom 17. bis zum 19. Juni in Belgrad die Europameisterschaften der Kanuten stattfinden, wird man auf der olympischen 1000-Meter-Distanz der Zweier-Canadier (C2) vergeblich nach einem deutschen Boot suchen. Auch den Namen Robert Holtz wird man im Kader des Deutschen Kanu-Verbands (DKV) für die kontinentalen Titelkämpfe nicht finden. Holtz gehört zu jenen sechs Kanuten, die von den Bundestrainern für die nächsten zwei Wochen zum sogenannten C2-Projekt zusammengezogen wurden.

Spannende Tage in Kienbaum

Für den 30-jährigen Wahl-Regensburger Holtz und seine Canadier-Kollegen werden es spannende Tage im brandenburgischen Kienbaum. Chefbundestrainer Reiner Kießler und seine Kollegen spielen Zwei aus Sechs. Aus den drei Rechtsfahrern Tomasz Wylenzek, Erik Rebstock und Robert Nuck sowie den drei Linksfahrern Ronald Verch, Erik Leue und eben Stefan Holtz soll die bestmögliche Besetzung für den Zweier-Canadier gefunden werden, um bei den Weltmeisterschaften vom 18. bis 21. August im ungarischen Szeged an den Start zu gehen.

„Ich bin absolut zuversichtlich, dass ich mich durchsetzen kann“, sagt Holtz. Dabei lief es für ihn in diesem Jahr bislang noch nicht so rund, wie er sich das gewünscht hätte. Nach seinem Umzug nach Regensburg und dem sportlichen Wechsel von den Rheinbrüdern Karlsruhe zum SC DHfK Leipzig war das Ziel des gebürtigen Neubrandenburgers zusammen mit Robert Nuck, mit dem er 2009 Weltmeister wurde, sich als stärkster Zweier-Canadier durchzusetzen. Doch das Qualifikationsrennen Anfang April in Duisburg lief nicht ganz nach dem Geschmack der beiden. „Wir waren in Duisburg beide auch im Einer am Start. Das C2-Rennen war das letzte an diesem Wochenende. Im Einer lief es für mich sehr gut. Ich bin Zweiter über die 200 Meter und Dritter über die 500 Meter geworden. Doch das hat Kraft gekostet“, erklärt Holtz, warum es für ihn und seinem Partner im Zweier-Canadier über die olympische 1000-Meter-Strecke an diesem Tag nur zum achten Platz reichte.

Nuck bleibt Wunschpartner

Holtz: „Das war schon erst einmal eine Enttäuschung. Wir hatten wirklich gut trainiert. Schade, dass man uns nach Duisburg auseinandergenommen hat. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass Robert und ich zusammen am stärksten sind.“ Auf offizieller Seite des Kanuverbandes war man offensichtlich erst einmal anderer Ansicht. Und so konzentrierte sich Holtz nach der verpassten WM-Qualifikation in Duisburg erst einmal wieder verstärkt auf den Einer. „Das hat mir dann aber sogar sehr gut getan, weil ich mich wieder mehr auf mich selbst konzentrieren konnte. Außerdem lief es auch in den Rennen ganz gut“, sagt der Wahl-Regensburger. Zumindest so gut, dass sich Holtz nun doch wieder berechtigte Hoffnungen auf einen WM-Start im C2 machen darf.

Nachdem auch die anderen Besetzungen im Zweier-Canadier im bisherigen Saisonverlauf nicht überzeugen konnten, gibt es nun in Kienbaum noch einmal eine zweite Chance für Holtz. Ob er diese nutzen kann, entscheidet sich in den nächsten Tagen bei den Tests im Zuge des C2-Projekts. „Im Moment ist wieder alles offen“, sagt Holtz und ist überzeugt davon, dass er im Vergleich mit den anderen Linksfahrern die Nase vorne haben wird. Falls es dennoch nicht klappen sollte, wäre das zwar traurig für ihn, aber auch kein allzu großer Beinbruch. „Mein Ziel ist die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2012 in London“, meint der 30-jährige Modellathlet, verhehlt aber nicht, dass er schon gerne in Szeged dabei wäre. In wenigen Tagen weiß er mehr.

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