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INTERVIEW

Susi Lutz: „Ich warte auf die nächste Europameisterschaft“

Die deutsche Meisterin über 3000 Meter Hindernis aus Regensburg zieht stolz Bilanz und freut sich, am Samstag für Deutschland laufen zu dürfen.

Eine deutsche Leichtathletik-Meisterin aus Regensburg: Susi Lutz darf zur Belohnung in Annecy für Deutschland starten. Foto: Kiefner

REGENSBURG. Später Saison-Zeitpunkt, große Ehre: Susi Lutz, die seit Jahren eines der Aushängeschilder der Leichtathletik in der Oberpfalz ist, zieht am Samstag im französischen Annecy das Deutschland-Trikot über und bestreitet als deutsche Meisterin über 3000 Meter Hindernis ihren ersten Länderkampf im deutschen A-Team, in dem Stars wie Sprint-Europameisterin Verena Sailer, Ralf Bartels, Ariane Friedrich oder Nadine Kleinert stehen. MZ-Redakteur Claus Wotruba sprach mit der 23-jährigen Läuferin von der LG Telis Finanz Regensburg, die mit den Bronzemedaillen in der U20 und U 23 ihre größten Erfolge feierte, über den Länderkampf, ihre Saison und Pläne.

Das Deutschland-Trikot jenseits von Nachwuchs-Meisterschaften zu tragen kommt ja nicht oft vor.

Susi Lutz: Bei mir war das, glaube ich, in der U18 im polnischen Bydgoszcz mal der Fall. Und im Vorjahr bei der WM-Generalprobe in Berlin.

Länderkämpfe sind bei Athleten nicht immer beliebt. Wie sieht es mit der persönlichen Wertigkeit aus?

Für mich ist das ein Riesending. Zum Beispiel mit einer Verena Sailer im Team zu stehen, ist schon cool und ich will auch den einen oder anderen Punkt für Deutschland beisteuern. Aber es war schon ungewohnt, im September noch auf der Bahn Tempoläufe zu machen. Annecy ist für mich auf jeden Fall eine gute Gelegenheit, reinzuschnuppern bei den Großen.

Die Routine aus dem Telis-Alltag wäre ja sonst die Straßen-DM.

Stimmt. Das ist der gewohnte Saisonausklang bei uns. Nicht, dass ich nicht gerne die Straßen-DM laufe, aber das ist schon etwas Anderes und ich bin froh, dass ich mitfahren darf. Die Qualifikation habe ich mir in Braunschweig mit dem DM-Titel erworben.

Was sagt der Blick in die Starterliste von Annecy?

Ich habe mir die Ergebnisse der vergangenen Jahre angeschaut. Da hat man mit einer 9:45 gewonnen und die Russinnen habe auch mal eine geschickt, die gerade noch unter elf Minuten blieb. Mal sehen, wie es diesmal wird. Das ist erst vor Ort zu sagen.

9:58,60 ist seit der Gala im Juni in Regensburg ihre Bestzeit, aber die Entwicklung über die 3000 Meter Hindernis geht rasant vorwärts.

Da muss man unterscheiden. Auf Weltniveau geht es rund, wegen der Afrikanerinnen. Aber in Europa finde ich nicht. Da kann ich mir vorstellen, im Mittelfeld mitzulaufen. Seit der Gala habe ich das Gefühl, dass es noch schneller geht. Mit 9:50 oder 9:45 wäre ich gut dabei. Ich stoße da langsam rein, habe sozusagen jetzt angeklopft.

Die Läufer sind in Deutschland eine viel gescholtene Leichtathletik-Spezies.

Ja, wir bekommen einiges ab. Aber mit einer Mockenhaupt, einem Schlangen, auch einem Uliczka gibt es einige, die mitmischen. Man darf eben nicht nur auf Titel und Rekorde schauen. Auch fünfte Plätze können viel wert sein.

Zu Ihrer Saison: Deutsche Meisterin zu werden, ist ein Traum, der sich alle Jubeljahre erfüllt für Sportler unserer Region.

Ja, der Titel ist erstmal in Stein gehauen, den nimmt mir keiner mehr.

Aber danach ging nicht mehr so viel, oder?

Die Luft war irgendwo raus. Ich konnte die Spannung nicht mehr herholen. Aber der Titel und erstmals unter zehn Minuten gelaufen zu sein, das macht alles wett und war mehr als ich erwarten durfte vor der Saison.

Und was steht 2011 auf dem Programm, wenn es nach Susi Lutz geht?

Erst einmal kann ich nach Annecy die Laufschuhe in die Ecke stellen. Zum ersten Mal seit zwei Jahren mache ich Urlaub. Dann will ich 2011 auf der Hindernisstrecke ein bisschen schneller sein, auf den heuer ein bisschen zu kurz gekommenen Flachdistanzen vorwärtskommen und auf die nächste Europameisterschaft warten.

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