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Eiskunstlauf

Und am Ende jubelt der ECR doch wieder

Aus einer Saison mit schlechten Aussichten wurde mit neuen Talente der sechste Gewinn des begehrten Klötzer-Pokals seit 2013.
Von Claus-Dieter Wotruba

Erfolg verbindet: Der ECR-Nachwuchs jubelt wieder einmal über den Gewinn des Karl-Klötzer-Pokals, einer Wertung der bayerischen Eiskunstlauf-Vereine.  Foto: Brünner/ECR
Erfolg verbindet: Der ECR-Nachwuchs jubelt wieder einmal über den Gewinn des Karl-Klötzer-Pokals, einer Wertung der bayerischen Eiskunstlauf-Vereine. Foto: Brünner/ECR

Regensburg.Eiskunstlauf ist ein Einzelsport. Normalerweise. Nicht so, wenn es zum Ende der Saison zu den bayerischen Jugendmeisterschaften geht. Dann zählt der Mannschaftsgedanke mehr und auch jedes einzelne Ergebnis – denn jeder Läufer trägt wichtige Punkte zum für seinen Verein so wichtigen Ergebnis bei. So kann auch ein sechster Platz entscheidende Bedeutung bekommen.

Jener Klötzer-Pokal war seit 2013 fest in der Hand des EC Regensburg. Nach fünf Siegen hatte vor einem Jahr allerdings der EC Oberstdorf um drei Pünktchen mit 70:67 die Nase vorne. Noch Anfang Dezember hielten Nicole Brünner und Ferdinand Dedovich, seit vielen Jahren die treibende ECR-Kräfte, eine Revanche für eine Utopie.

Mittleres ECR-Ergebnis reicht

Doch nach einem Sommer der Abgänge und Enttäuschungen sorgen die Weiterentwicklung der vorhandenen Talente und einige neue Läufer für mehr als nur etwas Hoffnung. 68 Zähler reichten diesmal, um mit 20 Punkten Vorsprung Oberstdorf und Augsburg auf die Plätze zu verweisen. Für den ECR, der bei seinen Siegen stets zwischen 47 und 96 Punkten auf sein Konto gebracht hatte, reichte diesmal also ein mittleres, aber höchst überraschendes Resultat zum Sieg. „Sonst haben wir während der Wettbewerbe schon mal gerechnet und hier und da geschaut, was passiert“, sagt Nicole Brünner. „Aber diesmal nicht: Nachdem auch noch Jana Schwegler ausfiel und Sophia Gienger im Kurzprogramm neun Punkte weniger hatte als beim Deutschland-Pokal hatte, dachte ich, dass es auch schon wurscht ist.“

Acht Mal Treppchen

  • Siege:

    Für den ECR gewannen in Oberstdorf Leon Kraiczyk (Nachwuchs A, 91,71 Punkte) und Annabelle Schwegler (Anfänger A, 42,70) ihre Wettbewerbe.

  • Treppchenplätze:

    Medaillen gewannen auch Luca Fünfer (3., Nachwuchs A, 76,33), Loreen Fröhlich (3., Anfänger A, 38,63), Tim Fünfer (2., Anfänger B, 39,14), Chin Neng Lim (2., Anfänger B, 37,85), Marie Bierwert und Sophie Erhardt (2. und 3., beide Sternschnuppen, 41,23 bzw. 39,35)

  • Und außerdem:

    Knapp vorbei am Podest sprang Sophie Gienger, die sich nach verpatztem Kurzprogramm von Rang 13 mit der zweitbesten Kür noch Vierte vier wie Loris Kraiczyk (74,54) wurde.

War es nicht, denn auch diesmal wurde der Klötzer-Pokal zum Beleg für die Qualität der ECR-Arbeit. „Man kann an dieser Wertung sehen, dass wir auf die Basis Wert und Grundlagen legen. Das ist ein Beweis dafür“, sagt Brünner durchaus mit Stolz. Neuerdings sind nach den Zugängen der Fünfer-Brüder Luca und Tim aus Königsbrunn sowie den seit Jahren für den ECR startenden Kraiczyk-Zwillingen Leon und Loris die Jungs in den bis auf den Nachwuchs A spärlich bis gar nicht besetzten Klassen des männlichen Nachwuchses auch Punkte-Bringer. „Leon war in seinen Programmen sicher und hat auch den Doppel-Axel wieder gut gemacht“, berichtet Brünner über den 14-Jährigen, der sich auch nach Zahlen merklich verbesserte. „Nach 76 Punkten am Anfang der Saison ist er jetzt bei 91 angekommen. Das ist schon eine große Steigerung“, weiß Brünner.

Carolin Traub ist zurück

Annabelle Schwegler trug einen zweiten ECR-Sieg bei und wird die bayerischen Farben gemeinsam mit Leon Kraiczyk und den Fünfers beim Arge-Alp-Pokal der Alpenländer in der Schweiz vertreten. „Auch Luca Fünfer lief zwei fehlerfreie Programme und steht kurz davor, den Doppel-Axel zu schaffen. Aber er ist ja erst seit kurz vor Weihnachten bei uns“, sagt Nicole Brünner. Und auch die Mädchen der Sternschnuppen-Klasse, Marie Bierwert und Sophie Erhardt, bestätigten mit Silber und Bronze ihren Status der Zukunftshoffnungen ein weiteres Mal. Freilich zählten in Oberstdorf nicht nur die Siege und Medaillenplätze. Carolin Traub, die Anfang der Saison wegen ihrer Verletzung wie der ECR am Boden war und nach ihrem Erfolg in Chemnitz in Oberstdorf auf Rang sechs landete, war so ein Beispiel. „Damit hat sie einige geschlagen, die eine Fahrkarte zu den deutschen Meisterschaften geholt hatten.“ Und zudem kündigen sich für den ECR Neuzugänge aus Nürnberg und Ingolstadt an.

Schon nach dem Deutschland-Pokal war das Fazit positiv. Lesen Sie hier eine Bilanz.

Eiskunstlauf

Der ECR schöpft neue Hoffnung

Nach einem Aderlass vor der Saison rücken Talente nach. Bei einem ist gerade der Knoten beim Deutschland-Pokal geplatzt.

Jedenfalls haben Brünner/Dedovich neue Energie getankt. „Man sagt, dass nach sieben fetten Jahren sieben magere kommen. Das hätten wir wohl nicht durchgestanden“, sagt Brünner, während sich ihr Mann nach dem desaströsen deutschen Abschneiden in allen Klassen bei den Junioren-Weltmeisterschaften – auch die Ex-Regensburgerin Ann-Christin Marold stürzte von Rang 20 im Vorjahr mit Platz 38 auf einen Platz jenseits des Finales ab – bemüht, dem deutschen Verband abzuringen „neue Wege zu gehen“. Dass es beim ECR trotz nicht perfekter Voraussetzungen immer wieder gut gelingt, sollte Hinweis genug sein.

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