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UNIVERSIADE

Weitzel und ihre Reise zum letzten i-Punkt

Saisonfinale für die Regensburger Weitspringerin in Shenzhen in China. Die deutsche Meisterin will nochmal unter die Besten.
Von Claus-Dieter wotruba, mz

Sehr konstant war Weitzel diese Saison bei ihren Wettkämpfen. Foto: Lex

REGENSBURG. Ein sprunghaftes Wesen ist Michelle Weitzel höchstens in ihrer leichtathletischen Disziplin, dem Weitsprung. Ihre Auftritte prägte in dieser Saison vor allem eines: Schier unendliche Konstanz. „Nur der letzte Wettkampf in Hof fiel ein wenig aus der Rolle“, sagt die 24-Jährige von der LG Telis Finanz Regensburg über die 6,30 Meter eine Woche nach der deutschen Meisterschaft. Ansonsten bewegte sich Weitzel meist Richtung 6,60 Meter – und hatte früh die Universiade-Nominierung in der Tasche.

Den Uni-Weltspielen fiebert die Regensburger Studentin jetzt entgegen: Heute geht das Flugzeug. Die angehende Lehrerin erledigte die Praxisprüfungen in ihren Sportfächern Fußball, Handball und Tennis. Am Tag des Abflugs nach Shenzhen/China steht noch eine Psychologieprüfung ins Haus. Weitzel ist eine von 120 deutschen Aktiven in 18 Sportarten, die die Qualifikation schafften und von rund 70 Offiziellen begleitet werden.

Generalprobe für Weltmeisterschaft

Zur Qualifikation für die Weltmeisterschaft im südkoreanischen Dagu Ende August fehlten trotz der neuen Weitzel-Bestleistung von 6,64 Metern elf Zentimeter, doch die Universiade, an der rund 13000 Sportler aus 170 Ländern in über 300 Medaillenentscheidungen teilnehmen, ist mehr als ein Trostpflaster. Aus Deutschland nimmt zwar die zweite Garde teil, andere Nationen, für die Shenzhen auf dem Weg nach Dagu liegt, sehen es als Generalprobe. „Das war bei uns 2009 nicht anders: Da haben manche auch erst die Universiade und dann die WM in Berlin bestritten“, sagt Weitzel. Damals fand die Universiade, die als zweitgrößtes Multisport-Ereignis nach den Olympischen Spielen gilt, in Belgrad statt.

Für die Weitspringerin aus Regensburg, die in der Saison mit den Deutschen in der Halle und im Freien schon zwei Glanzpunkte setzte, gilt es vielleicht noch ein drittes i-Pünktchen draufzupacken. „Erst ins Finale, dann vielleicht in die Top Fünf und wenn’s ginge eine Medaille“, schildert Weitzel ihre Schritt-für-Schritt-Taktik im letzten Saisonwettkampf zum Start der Leichtathletik-Wettbewerbe am 16. und 17. August. Weitzel hat auch ein bisschen in den Ergebnislisten der Universiade von Belgrad gestöbert. „2009 war man mit 6,18 Meter schon gut dabei.“ Damals gewann die Serbin Ivana Spanovic übrigens mit exakt 6,64 Metern – der aktuellen Weitzel-Bestmarke.

Mehrkampf ist nicht geplant

Eine Teilnahme an den Mehrkampfmeisterschaften haben sie und ihre Trainerin Steffi Pietsch verworfen. „Außer, mir rutscht ein Ding raus“, sagt Weitzel. „Dann werden wir die Form vielleicht noch nutzen.“ In so einem Fall wäre Michelle Weitzel gerne ein sprunghaftes Wesen.

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