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Klopp: „Man darf mehrere Lieben haben“

Der Kult-Coach freut sich auf seine Rückkehr nach Dortmund – sieht Liverpool aber als klaren Außenseiter.
von Teresa Dapp, dpa

Ist nach wie vor mit vollem Einsatz dabei: Jürgen Klopp
Ist nach wie vor mit vollem Einsatz dabei: Jürgen Klopp Foto: dpa

Liverpool.Im Viertelfinale der Europa League trifft Jürgen Klopp kommenden Donnerstag mit Liverpool auf seinen Ex-Verein Dortmund. Der Coach des Neunten der Premier League sieht den aktuellen Zweiten der Bundesliga als klaren Favoriten im Wettbewerb, hofft aber auf ein „großartiges Spiel“.

Haben Sie sich schon Gedanken gemacht, wie es sein wird, im Stadion einzulaufen?

Jürgen Klopp: „Dass das speziell werden wird, ist ja keine Frage. Ich war sieben Jahre da, das muss man ja auch nicht wegdiskutieren, ganz im Gegenteil. Ich habe unglaublich viele tolle Menschen kennengelernt und ganz viele davon arbeiten noch beim BVB und rund um den BVB. Das geht los bei den Security-Leuten, die ich wahrscheinlich alle kennen werde. Es wird einfach so sein, dass ich niemand richtig gerecht werden kann mit meiner Aufmerksamkeit, dass ich trotzdem versuchen werde, alle freundlich zu begrüßen. Ich freu‘ mich natürlich drauf.“

Gibt es da einen Konflikt zwischen der alten und der neuen Liebe?

„Das eine hat ja mit dem anderen relativ wenig zu tun. Ich hatte eine sehr intensive Beziehung zu Mainz 05, bis heute, durfte eine sehr intensive Beziehung zu Borussia Dortmund aufbauen, und bin jetzt hier in Liverpool auch schon ein halbes Jahr, bin sehr herzlich aufgenommen worden und habe fantastische Leute kennengelernt. Im Fußball ist es glücklicherweise ein bisschen anders als im normalen Leben, man darf mehrere Lieben haben. Dementsprechend tu’ ich mich damit nicht schwer.“

Im Fußball ist es glücklicherweise ein bisschen anders als im normalen Leben, man darf mehrere Lieben haben.

Wie haben Sie von der Auslosung des Viertelfinales erfahren?

„Wir saßen mit unseren Analysten zusammen. Und einer hatte den Laptop auf den Knien. Nach dem Spiel in Manchester habe ich gesagt, warum soll ich mir die stärkste Mannschaft wünschen? Wenn, dann im Finale. Wenn man allerdings sowieso die stärkste Mannschaft schlagen will, weil man diesen Wettbewerb gewinnen will, dann hat es mehr Sinn, man hat ein Spiel davon zu Hause. Jetzt ist das die Konstellation, dass zwei der außergewöhnlichsten Vereine weltweit aufeinander treffen und beide Mannschaften endlich mal wieder in ihren eigenen Stadien dieses Spiel zelebrieren dürfen.“

Wie muss man eine Mannschaft wie Dortmund angehen?

„Mutig, das macht glaube ich Sinn. Jetzt hier zu sagen, wir haben den 100-Prozent-Plan, wie man Dortmund schlägt, das fänd ich ein bisschen lächerlich. Wenn wir an einem guten Tag, und den werden wir sicher brauchen, den Plan, den wir sicher haben werden, gut umsetzen, dann ist es kein Zuckerschlecken, gegen uns zu spielen. Den Beweis haben wir mehrfach angetreten.“

Borussia Dortmund ist weiter als wir, das steht ja außer Frage.

Ist der Druck in diesem Spiel besonders groß?

„Den Druck, ein richtig gutes Spiel machen zu wollen dort, den hab‘ ich, den haben wir. Borussia Dortmund ist weiter als wir, das steht ja außer Frage. Sie sind eingespielt, sie haben einen tollen Lauf. Das können wir nicht in der kurzen Zeit alles hinkriegen. Druck wird auf beiden Seiten da sein. Wer besser damit umgeht, hat noch nicht gewonnen, aber hat es vielleicht leichter.“

Hier geht es zu den Samstagsinterviews der MZ-Sportredaktion.

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