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Soziales

Keiner muss Angst im Alter haben

Im Pflegestift in Waldmünchen stehen 35 Plätze für Dauer- und Kurzzeitpflege bereit. Leiter Bernd Pirner lobt seine Mitarbeiter.
Von Ingrid Milutinovic

Beim gemeinsamen Mittagessen im Pflegestift treffen sich alle Heimbewohner.
Beim gemeinsamen Mittagessen im Pflegestift treffen sich alle Heimbewohner. Foto: Milutinovic

Waldmünchen.Im Bereich Pflege ist Waldmünchen durchaus gut aufgestellt. Zwei Einrichtungen, das BRK-Seniorenwohnheim im Breitenwiesweg und das Pflegestift von „Dienste für Menschen“ in der Residenzstraße, kümmern sich im Bereich „Stationäre Pflege“ mit viel Engagement um ihre Bewohner. Auch wenn die Arbeit oft nicht einfach ist und durchaus auch einmal an die Grenzen der eigenen Leistungsfähigkeit gehen kann – die Pflegekräfte erhalten durch den Dank und die Zuneigung „ihrer“ Bewohner immer wieder eine Bestätigung. Eine weitgehend selbstständige und abwechslungsreiche Tätigkeit – kein Tag ist wie der andere und regelmäßig warten neue Herausforderungen – machen den Beruf attraktiv.

Neue Gesetze für die Pflege

Aber auch im Bereich der „Ambulanten Pflege“ stehen mit verschiedenen Anbietern Ansprechpartner zur Verfügung. Zum 1. Januar 2015 wurde zunächst das 1. Pflegestärkungsgesetz rechtskräftig. Dies soll unter anderem den veränderten Gegebenheiten des demografischen Wandels Rechnung tragen. Immer mehr Menschen werden immer älter und somit steigt auch die Zahl derer, die in ihrem Tagesablauf auf Hilfe angewiesen sind. Dies muss nicht zwingend eine stationäre Pflege sein, oft reicht auch eine ambulante Pflege in den eigenen vier Wänden, um zum Beispiel Verbände zu wechseln, Tabletten zu reichen oder beim An- und Auskleiden Hilfestellung zu geben.

Eine Anpassung der Pflegeleistungen war somit zwingend notwendig geworden. Die Leistungen für Demenzerkrankte wurden erhöht. Für Kurzzeitpflege, teilstationäre Leistungen und Wohnen in ambulant betreuten Wohngruppen stehen hier jetzt Leistungen zu.

Auch für die Pflegeeinrichtungen haben sich durch das neue Gesetz Veränderungen ergeben. Die Leistungen der stationären Pflege sollen jetzt allen Pflegebedürftigen offenstehen. Hierzu soll die Zahl der Betreuungskräfte erhöht werden. Durch eine sogenannte „Pflegedokumentation“ kann jederzeit die geleistete Pflege überprüft werden.

Der Weg zum Altenpfleger/zur Altenpflegerin ist nicht einfach. Der klassische Fall ist der Schulabschluss „Mittlere Reife“, auf den eine dreijährige Ausbildung in einer Altenpflegeschule folgt. Mit Hauptschulabschluss und einem zweijährigen Helferkurs kann ebenfalls die Ausbildung begonnen werden.

Chef schwärmt von Mitarbeitern

Bernd Pirner, Leiter des Pflegestifts, ist seit Sommer 2014 im Amt. In dieser vergleichsweise kleinen Einrichtung stehen 35 Plätze in Einzel- und Doppelzimmern zur Verfügung. Wenn er von einen Mitarbeitern spricht, kommt Pirner ins Schwärmen. Ganz besonders motiviert seien sie alle, sagt er. Und auch die vielen unterschiedlichen Krankheitsbilder von Wachkoma bis Demenz oder einfach körperlichen Einschränkungen seien für alle überhaupt kein Problem.

Insgesamt kümmern sich elf Pflegefachkräfte, neun Pflegehelfer, drei Auszubildende und ein Mitarbeiter im freiwilligen sozialen Jahr um das Wohl der Bewohner. Vier Mitarbeiter im Bereich Hausreinigung, ein Hausmeister und fünf Mitarbeiter der Firma Hofmann in der Küche vervollständigen das Team.

Pirner weiß auch von den Vor- und Nachteilen der stationären und der häuslichen Pflege zu berichten. Viele Familienangehörige möchten sich gerne um ihre Eltern kümmern – und tun dies auch mit viel Hingabe und großem persönlichem Einsatz. Allerdings habe dies auch ganz klar Grenzen, sagt er. Nämlich dann, wenn die eigenen Kräfte nicht mehr ausreichen, um Kranke zum Beispiel aus dem Bett zu heben. Auch das nicht immer im nötigen Umfang vorhandene Fachwissen könnte ein Grund sein, dass eine stationäre Unterbringung die bessere Wahl ist.

Ein Heimbeirat dient im Pflegestift als Verbindungsglied zwischen den Bewohnern und der Heimleitung. In regelmäßigen Sitzungen werden die Belange der Bewohner besprochen und so gibt es für fast alle Probleme eine Lösung.

Bernd Pirners Wünsche für die Zukunft: eine noch bessere Anerkennung der Pflege in der Gesellschaft, Berührungsängste verlieren und junge Leute in den Beruf bringen.

Betreuung in Waldmünchen

  • 35 Plätze

    Im Pflegestift Waldmünchen werden auf 35 Plätzen Vollzeitpflege, Kurzzeitpflege (nach Krankenhausaufenthalt oder bei Verhinderung der Familie) und Tagespflege angeboten.

  • Konzept

    Der Stellenschlüssel der Einrichtung hat sich 2015 fast verdoppelt. Ein neues Betreuungskonzept soll ab April angeboten werden, das Kinonachmittage, Mobilisierung durch Gymnastik (auch an einer Spielekonsole) und Spiele enthält.

  • Verbesserungen

    Das 1. Pflegestärkungsgesetz ist seit Januar 2015 in Kraft. Es enthält Verbesserungen in der Leistung für Demenzerkrankte.

  • Ausbildung

    Die Ausbildung zur Altenpflegerin/zum Altenpfleger dauert drei Jahre. Voraussetzung ist ein Realschul- oder der Hauptschulabschluss mit anschließendem zweijährigem Helferkurs.

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