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Geschenke

Da spielen wir gerne mit

Spiele gibt es viele – doch welche unter den Neuen sind gut? Unsere Expertin hat Tipps für Weihnachten und Nikolaus.
Von Tanja Liebmann-Décombe

Gesellschaftsspiele liegen wieder im Trend. Wer Geschenktipps sucht, wird nicht nur unter den Spieleklassikern fündig. Foto: Jens Kalaene/dpa
Gesellschaftsspiele liegen wieder im Trend. Wer Geschenktipps sucht, wird nicht nur unter den Spieleklassikern fündig. Foto: Jens Kalaene/dpa

In der Dose: Punto

Das Grundprinzip von „Punto“ ist bekannt: Wer seine Farbe in eine diagonale oder gerade Vierer-Reihe bringt, gewinnt. Gespielt wird mit Karten, die maximal neun Punkte zeigen, zufällig vom eigenen Nachziehstapel gezogen und in die Tischmitte gelegt werden. Der Clou ist: Spieler A darf die Karte von Spieler B überdecken, wenn seine Karte mehr Punkte als die Karte von Spieler B zeigt. Mit etwas Glück lassen sich die Pläne der Mitspieler also geschickt durchkreuzen. So bleiben die Partien bis zuletzt spannend. Fazit: Ein pfiffiges Legespiel für unterwegs, denn die handliche Blechdose passt in jede Hosentasche.

Punto von Bernhard Weber, erschienen bei Game Factory. 2-4 Spieler ab 7 Jahren, ca. 20 Minuten, ca. 6 Euro.

Für Stichspieler: Foppen

Überarbeitungen machen manche Spiele reizvoller. Das vor mehr als 20 Jahren erschienene „Foppen“ ist ein Beispiel dafür. Die neue Grafik und die Vorgabe, dass mindestens vier Leute am Tisch sitzen sollen, tun diesem interessanten Stichspiel mehr als gut. Interessant ist Foppen vor allem deshalb, weil immer derjenige, der in einer Runde die schlechteste Karte abwirft, eine grüne Foppen-Scheibe bekommt – und in der nächsten Runde aussetzen muss. Optimal ist das nicht, denn Gewinner wird, wer zuerst keine Karten mehr hat. Zum Großteil ist das Spiel zwar Glück, es kann aber auch taktiert werden. Fazit: kurzweilig und super für große Runden geeignet; bei sieben bis acht Spielern sind übrigens zwei Foppen-Scheiben im Umlauf.

Foppen von Friedemann Friese, erschienen bei 2F Spiele. 4-8 Spieler ab 8 Jahren, ca. 15 Minuten, ca. 8 Euro.

Für Glückspilze: Zwoggel

Zentral bei „Zwoggel“: Wer drei gleichfarbige Fantasiewesen – rote oder grüne – in einer Reihe aufdeckt, muss ein Plättchen nehmen. Und: Wer zum dritten Mal ein Zwoggel-Plättchen kassiert, scheidet aus. Wichtig zu wissen ist ferner, dass jeder Spieler nach zweimaligem Aufdecken immer drei neue Plättchen ziehen, sichten und verdeckt an beliebiger Stelle der Auslage platzieren darf. Wer clever ist, ein gutes Gedächtnis und Glück hat, kann im nächsten Spielzug sicher agieren. Fraglich ist nur: Erwischen die Mitspieler meine „gesicherten“ Stellen oder tappen sie in eine rote oder grüne Dreier-Falle? Da jeder Spieler Fallen stellen kann, ist es gar nicht so einfach, beim Aufdecken keinen Zwoggel zu erwischen. Fazit: klein, fein, gemein.

Zwoggel von Inon Kohn, erschienen bei Steffen Spiele. 2-4 Spieler ab 8 Jahren, 10-30 Minuten, ca. 12,50 Euro.

Für Familien: Lighthouse Run

Auf in Richtung Hafen! Ganz nach diesem Motto versuchen die Spieler bei „Lighthouse Run“ ihre Schiffe so weit wie möglich voranzubringen – und zwar durch das geschickte Ausspielen von Karten. Wann ein Spieler welche Schiffe wie weit bewegen kann, wird in der Anleitung sehr gut beschrieben. Einmal kapiert, ist die Symbolik der Karten selbsterklärend. Eile ist geboten, denn Runde um Runde naht ein Sturm. Um ihm zu entkommen und möglichst viele Punkte zu erzielen, kann es manchmal schlau sein, auch die Schiffe der Mitspieler zu bewegen und einen Bonus zu kassieren. Fazit: Ein taktisches Laufspiel für Jung und Alt; vorausschauende Planung und ein Quäntchen Glück beim Nachziehen der Karten sind von Vorteil.

Lighthouse Run von Jim Harmon, erschienen bei Amigo. 2-4 Spieler ab 8 Jahren, ca. 25 Minuten, ca. 30 Euro.

Für Kiga-Kinder: Concept – Tiere

Vor vier Jahren wurde „Concept“ für den Preis „Spiel des Jahres“ nominiert. Nun gibt es den partytauglichen Bilder-Rate-Spaß in einer Version für Kinder. Diese haben die Aufgabe, auf dem Spielplan verschiedene Symbole zu markieren, um das Tier auf ihrer Karte zu umschreiben – etwa Größe, Aussehen oder Lebensraum. Um auf eine Biene hinzuweisen, könnten die Spieler etwa die Symbole „klein“, „fliegt“, „Stachel“, „Wiese“ sowie die Farben „gelb“ und „schwarz“ markieren. Je nach Kartenwahl und Variante lässt sich der Schwierigkeitsgrad verändern. Fazit: prima geeignet, um Kinder spielerisch mit unterschiedlichen Tierarten vertraut zu machen.

Concept Kids – Tiere von Alain Rivollet und Gaëtan Beaujannot, erschienen bei Repos Production/Asmodee. 2-12 Spieler ab 4 Jahren, ca. 20 Minuten, ca. 27 Euro.

Für Teams: Roll for Adventure

Ein Spiel, viele Varianten – mit dieser Formel ließe sich „Roll for Adventure“ umschreiben. Für abwechslungsreiche Würfel-Partien sorgen etwa die unterschiedlich kniffligen Aufgabentafeln und die Feind-Karten, die sich zusätzlich untermischen lassen. Auch ist es möglich, über die Wahl der Spielplanteilseiten und Charaktertafeln neue Herausforderungen zu schaffen. So oder so: Einfach ist es nie, rechtzeitig so viele Steine zu sammeln, dass die gegnerischen Armeen machtlos bleiben. Wichtig fürs Gewinnen ist es, dass die Spieler sich gut absprechen, mehrere Dinge im Blick behalten und aus ihren Würfelergebnissen clevere Aktionen machen. Fazit: Ein gelungenes kooperatives Spiel mit prima Anleitung; reizt den Ehrgeiz.

Roll for Adventure von Brett J. Gilbert und Matthew Dunstan, erschienen bei Kosmos. 2-4 Spieler ab 10 Jahren, ca. 30 Minuten, ca. 30 Euro.

Kleine, neue Spiele für den Nikolaussack

  • Keine lahme Agame

    von Günter Peter (Mücke), 2-5 Spieler ab 10 Jahren, ca. 12 Euro: schön gestaltes Stichspiel (Agame ist eine Leguanart).

  • Scatterbones

    (HCM Kinzel), 2 Spieler ab 6 Jahren, ca. 12 Euro: schnelles Würfelspiel rund um ein Skelett.

  • Pechvogel

    von Peter Jürgensen (Zoch), 2-5 Spieler ab 8 Jahren, ca. 13 Euro: Würfelspiel mit Unglücksraben.

  • Lustige Quatschrätsel

    von Peter Neugebauer (moses), 1-10 Spieler ab 6 Jahren, ca. 10 Euro: Ratespiel mit Karten und witzigen Aufgaben

  • Risky Dice

    von Harald Havas (Piatnik), 2-8 Spieler ab 8 Jahren, ca. 10 Euro: Würfelspaß für Risikofreudige

  • Nessos

    von T. Sayama und T. Arao, (Iello), 3-6 Spieler ab 8 Jahren, ca. 14 Euro: Bluff mit griechischen Helden

Diese kleinen Spiele passen gut in den Nikolaussack – und in jeden Urlaubskoffer.
Diese kleinen Spiele passen gut in den Nikolaussack – und in jeden Urlaubskoffer.

Unsere Autorin Tanja Liebmann-Décombe ist Spiele-Expertin und war Mitglied der Jury „Kinderspiel des Jahres“. Sie gab bereits Tipps für Brettspiele rund um die Fußball-WM: „Brettspiele für WM-Pausen: Das Fußball-Großereignis hinterlässt seine Spuren auf dem Spielbrett – sechs Spiele, die es in sich haben“. Außerdem stellte sie den Spiele-Erfinder Wolfgang Warsch vor: „Ideen aus der Badewanne: Krebsforscher, Molekularbiologe – und Spieleerfinder: Im Interview verrät Wolfgang Warsch auch, wann ihm Einfälle kommen“.

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