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Finanzen

Taschengeld ist auch für Unfug da

Eltern sollen ihren Kindern beim Geldausgeben erst einmal wenig reinreden. Nur so bekommen sie ein Gefühl fürs Geld.
Von Claudia Wittke-Gaida und Falk Zielke

Wieviel Taschengeld soll es sein – und was soll damit gemacht werden. Dafür gibt es Empfehlungen von Experten. Foto: Jens Kalaene/dpa
Wieviel Taschengeld soll es sein – und was soll damit gemacht werden. Dafür gibt es Empfehlungen von Experten. Foto: Jens Kalaene/dpa

Fürth.Mama und Papa wollen ihre Kinder finanziell in der Regel nicht zu üppig ausstatten. Und wie die Kinder-Medien-Studie 2019 ergab, bekommen Heranwachsende tatsächlich weniger Taschengeld als noch vor zwei Jahren. Doch es kommt gar nicht so sehr auf die Höhe, sondern auf den Lerneffekt an, sagen Experten. Hier die wichtigsten Tipps:

Ab wann sollten Kinder Taschengeld bekommen?

„Sobald sie anfangen mit Zahlen umzugehen und lernen zu rechnen“, rät Dorothea Jung von der Onlineberatung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (bke). Kinder hätten noch keine Vorstellung vom Wert des Geldes. „Aber durch das Taschengeld sollen sie den Umgang mit Geld und erste Erfahrungen sammeln“, erklärt die Pädagogin.

Wie hoch sollte das Taschengeld sein?

Die aktuellste Empfehlung des Deutschen Jugendinstituts stammt aus dem Jahr 2017 und geht von einem kleinen Taschengeld aus: zwischen 1 bis 1,50 Euro pro Woche, sobald das Kind in die Schule kommt. Pro Lebensjahr steigt dann der Betrag um etwa 50 Cent. Mit neun Jahren sind es dann um die 2,50 bis 3 Euro. Ab zehn Jahren sei es sinnvoll monatlich zu zahlen – zwischen 15,50 und 18 Euro.

Was spielt noch eine Rolle?

„Die Höhe hängt sicher auch von den Einkommensverhältnissen der Eltern ab“, erklärt Jung. Dazu sollte klar festgelegt werden, ob das Geld nur für den persönlichen Spaß verwendet wird oder etwa auch für Schulmaterial. „Wenn der kaputte Füller ersetzt werden muss oder ein Geschenk für einen Kindergeburtstag zu kaufen ist, sollte das Budget höher angesetzt werden“, empfiehlt Jung.

Dürfen Eltern beim Ausgeben mitbestimmen?

Das ganze Taschengeld für Süßigkeiten ausgeben? Eltern sollten ihren Kindern da auch eigenen Erfahrungen machen lassen. Foto: Lisa Krassuski/dpa
Das ganze Taschengeld für Süßigkeiten ausgeben? Eltern sollten ihren Kindern da auch eigenen Erfahrungen machen lassen. Foto: Lisa Krassuski/dpa

„Ich rate ab, dem Kind da reinzureden. Es sollte selbst überlegen, ob es für etwas Bestimmtes, etwa ein spezielles Spielzeug spart oder das Taschengeld verplempert“, sagt Jung. Das Kind müsse auch die Erfahrung machen können, dass es ein Fehler war, Geld für Blödsinn auszugeben. Für Kinder, die in die Pubertät kommen, könne es nach Ansicht der Expertin sinnvoll sein, zum Taschengeld auch einen Teil des Kleidergelds auszuzahlen: „Damit kann das Kind dann auch mal ein T-Shirt nach seinem eigenen Geschmack kaufen.“

Bar oder aufs Konto?

Für Erk Schaarschmidt von der Verbraucherzentrale Potsdam ist ein erstes eigenes Konto vor einem Alter von zehn Jahren nicht unbedingt sinnvoll. Der Grund: Für jüngere Kinder ist der Umgang mit Geld in der Regel etwas Abstraktes. „Die freuen sich oft mehr, wenn sie das Taschengeld direkt von den Eltern ausgezahlt bekommen“, sagt Schaarschmidt. Denn dadurch werde das etwas sperrige Thema für Kinder erfahrbar. „Münzen kann ich schließlich in der Hand halten.“

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