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Welches Brautkleid welcher Frau steht

Bei der eigenen Hochzeit soll das Kleid perfekt sitzen. Jeder Brautkleid-Schnitt hat hierbei besondere Vorzüge.
Von Jana Illhardt

In den meisten Fällen muss das Brautkleid noch angepasst werden, damit es auch richtig sitzt. Foto:Jens Schierenbeck/dpa
In den meisten Fällen muss das Brautkleid noch angepasst werden, damit es auch richtig sitzt. Foto:Jens Schierenbeck/dpa

Hochheim.Bräute stehen sich oft selbst im Weg. Viele haben schon klare Vorstellungen von ihrem Kleid für die Hochzeit, noch bevor sie in ein Geschäft gehen. Und nicht selten seien das die schwierigsten Kundinnen, sagt Nancy Weitzel, Geschäftsführerin von Forever Brautmoden in Hochheim am Main (Hessen).

Das Problem: „Oft kommen Frauen mit einem Foto eines Meerjungfrauen-Kleides, aber bedenken nicht, dass das Model 1,85 Meter groß ist und eine 34 trägt, sie selbst nur 1,50 Meter und etwas korpulenter sind“, berichtet die Brautmodenberaterin. Dann ist die Enttäuschung groß, denn das Traumkleid passt nicht perfekt.

Experten geben im Folgenden Tipps, wem am ehesten welcher Schnitt steht.

Das A- oder Duchesse-Kleid

„Das ist die figurfreundlichste Schnittform“, sagt Tatjana Schlössl, Inhaberin des Brautmodengeschäfts Ganz in Weiß in Kaufering (Bayern). Am Oberkörper liegt es eng an, was das Dekolleté betont. Ab der Taille ist es mal mehr, mal weniger ausgestellt. „Das kaschiert hervorragend Problemzonen an Bauch, Beinen und Po.“

Brautkleider im Prinzessinnen-Stil entsprechen der A-Linie. Sie haben lediglich einen vergleichsweise weit ausgestellten Rock und enge Oberteile (Cymbeline, Preis auf Anfrage). Foto: Cymbeline/dpa
Brautkleider im Prinzessinnen-Stil entsprechen der A-Linie. Sie haben lediglich einen vergleichsweise weit ausgestellten Rock und enge Oberteile (Cymbeline, Preis auf Anfrage). Foto: Cymbeline/dpa

Das Kleid ist damit ideal für kurvige Frauen. „Sie haben oft wunderschöne Dekolletés und schöne Taillen. Diese Hingucker sollte man betonen“, findet Beraterin Weitzel. „Was mit dem Po ist, fällt unter dem weiten Rock kaum auf.“ Zugleich sei die A-Linie ideal für kleinere Frauen, „weil die senkrecht fallenden Schnittlinien die Braut schlanker und größer wirken lassen“, erklärt Schlössl.

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Übrigens: Duchesse-, Prinzessinnen- oder Sissi-Kleider sind nichts anderes als A-Linien. Sie haben lediglich einen vergleichsweise weit ausgestellten Rock und enge Korsagen. Schlössl erklärt: „Dieser Schnitt kann grundsätzlich von allen Figurtypen getragen werden. Der ausgesprochen weibliche Look verzeiht auch etwas breitere Hüften.“

Frauen mit einer H-Figur wird ebenfalls zur A-Linie geraten. Sie haben eine eher androgyne Figuren mit wenig Taille, Po, Busen und Hüfte. Die A-Linie modelliert hier mehr Taille.

Der Empire- oder i-Stil

Schmal und gerade geschnitten sind Brautkleider im i-Stil – und damit gut für Frauen mit schmaler Taille geeignet (kisui Berlin; Preis auf Anfrage). Foto: kisui Berlin/dpa
Schmal und gerade geschnitten sind Brautkleider im i-Stil – und damit gut für Frauen mit schmaler Taille geeignet (kisui Berlin; Preis auf Anfrage). Foto: kisui Berlin/dpa

„Kleine Frauen sind oft unsicher, ob ihnen ein langes Kleid steht“, berichtet Angela Stöckel, Inhaberin des Brautmodengeschäfts Weiß zu Schwarz in Frankfurt. „Sie befürchten, es lasse sie noch kleiner wirken.“ Für sie ist der Empire-Stil gut. „Die Taille beginnt hier direkt unter der Brust, was den restlichen Körper länger erscheinen lässt“, erklärt Stöckel. Dieser Kleiderschnitt ist hingegen weniger gut für große Frauen. Ihnen stehen Kleider einer tiefer sitzenden Taille oft besser. Schmaler und noch gerader geschnitten sind i-Linien-Modelle. „Schlanke Frauen mit einer Sanduhren-Figur sind damit gut beraten, weil es die schmale Taille betont“, sagt Schlössl. Bräute mit einer H- oder V-Figur – also mit vergleichsweise breiten Schultern – könnten sie ebenfalls gut tragen.

Das Meerjungfrau- oder Trompeten-Kleid

Das Meerjungfrauen-Kleid liegt an Oberkörper, Hüfte, Po und Oberschenkeln eng an, ab den Knien ist es dann weiter geschnitten (Modeca Europae BV 2019, Preis auf Anfrage). Foto: Modeca Europae BV 2019/dpa
Das Meerjungfrauen-Kleid liegt an Oberkörper, Hüfte, Po und Oberschenkeln eng an, ab den Knien ist es dann weiter geschnitten (Modeca Europae BV 2019, Preis auf Anfrage). Foto: Modeca Europae BV 2019/dpa

Das Meerjungfrauen-Kleid ist sehr beliebt. An Oberkörper, Hüfte, Po und Oberschenkeln liegt es eng an, ab den Knien ist es dann weiter geschnitten. Ideal ist es für große und schlanke Frauen, „weil es ihre Figur betont und sie optisch nicht noch größer erscheinen lässt“, erklärt Weitzel. Grund dafür ist der tiefsitzende ausgestellte Part. Aber die Braut sollte Kurven haben. „Dieses Kleid setzt den Po in Szene. Ist der ganz flach, wirkt das nicht richtig“, so die Brautmodenberaterin. Schlössl hat einen Tipp für alle Bräute, die sich ein solches Kleid wünschen, aber keine 1,75 Meter groß sind: „Die Trompeten-Form ist verwandt mit dem Meerjungfrauen-Kleid, aber schon ab dem Po ausgestellt“, erklärt die Expertin. „Der Cut liegt also höher, wodurch kleinere Frauen optisch nicht noch kleiner wirken.“

Das kurze Kleid

Insbesondere für standesamtliche Trauungen sind kurze Kleider beliebt. „An Frauen mit schönen Beinen sehen sie toll aus“, sagt Weitzel. „Man sollte aber hohe Schuhe dazu tragen.“

Kurze Brautkleider sind gerade für standesamtliche Trauungen beliebt. Sie stehen laut Experten jedem Figurtyp (Marylise, Preis auf Anfrage). Foto: Marylise/dpa
Kurze Brautkleider sind gerade für standesamtliche Trauungen beliebt. Sie stehen laut Experten jedem Figurtyp (Marylise, Preis auf Anfrage). Foto: Marylise/dpa

Dem kurzen Schnitt ist egal, ob die Frau ein paar Pfunde mehr oder weniger hat. Denn Varianten mit ausgestelltem Rock, also A-Linien, stehen auch in kurzer Form fast jeder Frau, sagt Schlössl. „Besonders solche im Marilyn-Monroe-Stil sehen auch an Frauen mit größerer Konfektionsgröße toll aus, weil die Taille betont wird und der Petticoat den Po und die Oberschenkel versteckt.“ Weitzel rät: „Endet der Rock über den Knien, lässt das die Beine schmaler wirken.“

Etui-Kleider sind figurbetont. Der Stoff liegt hier bis zu den Knien eng an. „Der schmale Schnitt streckt die Braut optisch und ist daher besonders für kleinere Frauen vorteilhaft“, erklärt Schlössl. Schlanke Frauen ohne größere Problemzonen können es gut tragen. „Kleinere Problemzonen können mit einem etwas weiteren Schnitt kaschiert werden.“

Basteln

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Das Vokuhila-Kleid

Das Vokuhila-Kleid ist ausgefallen. Wie die namensgebende Frisur ist es vorne kurz und hinten lang (Lilly, Preis auf Anfrage). Foto: Lilly/dpa
Das Vokuhila-Kleid ist ausgefallen. Wie die namensgebende Frisur ist es vorne kurz und hinten lang (Lilly, Preis auf Anfrage). Foto: Lilly/dpa

Das Vokuhila-Kleid ist ausgefallen. Wie die namensgebende Frisur ist es vorne kurz und hinten lang. „Hier ist es ganz besonders wichtig, dass die Braut schöne lange Beine hat und möglichst groß ist“, findet Brautkleidberaterin Weitzel. Zudem sollte die Braut ihre Knie auch gern zeigen und grundsätzlich eher den flippigen Look mögen.

Träger: Ja oder nein?

  • Träger betonen die Schultern und sie stützen die Brust ab. Während zierliche Bräute gut Kleider mit dünnen Trägern wählen können, rät Stöckel Frauen mit kräftigen Schultern zu eher breiten Varianten. Idealerweise bedecken die Träger auch ein Stück weit die Arme. Bräute mit einem sehr sportlichen Oberkörper sind mit trägerlosen Korsagen gut beraten. „Sie denken oft, sie bräuchten Träger, aber die lassen den Rücken eben nur noch breiter erscheinen“, erklärt Weitzel.

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