MyMz

Wie sollte ein Testament aussehen?

Ein Experte erklärt, welche Begriffe verwendet werden sollten – und was mit ihrer Verwendung einhergeht.
Von Rechtsanwalt Harald Nerlich

Wer ein Testament aufsetzt, sollte einiges beachten.
Wer ein Testament aufsetzt, sollte einiges beachten. Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Schwandorf.Ein Testament sollte so formuliert sein, dass keine Zweifel darüber entstehen, was gemeint ist. Beispielsweise sollte man die Fachausdrücke „Erbe“ und „Vermächtnisnehmer“ verwenden, um klarzumachen, welche Personen unmittelbare Rechtsnachfolger werden und welche Personen nur Ansprüche gegen die Erben geltend machen können.

In typischen Laientestamenten werden Vermögensgegenstände verteilt. Es ist dann völlig unklar, ob hiermit eine Erbeinsetzung verbunden ist oder nur ein Vermächtnis bestimmt wurde. Es ist schon möglich, bestimmte Vermögensgegenstände bestimmten Personen zuzuordnen, das ist aber zu wenig, um eindeutig zu klären, wer Erbe und wer Vermächtnisnehmer ist. Hat man im Lauf der Jahre mehrere Testamente geschrieben, gilt immer nur das letzte Testament, soweit ein früheres Testament einen entgegenstehenden Inhalt hat.

Testamente können sich ergänzen

Es ist aber auch zulässig, dass sich mehrere Testamente ergänzen. Dies sollte aber klargestellt werden. Außerdem ist es wichtig, dass das Testament ein sauber geschriebenes Datum enthält. Besonders viele Fehler entstehen, wenn Ehegatten ein gemeinschaftliches Testament schreiben. Dies ist insbesondere dann schwierig, wenn Ehegatten Kinder aus anderen Verbindungen haben. Hier wird oft nicht beachtet, dass in solchen Fällen für ein Kind ein Pflichtteilsanspruch nur für den Tod des eigenen Elternteils besteht, nicht dagegen, wenn der Stiefelternteil stirbt.

Recht

Wie Scheidung die Steuer prägt

Die Scheidung führt zwangsläufig auch zum Steuerklassenwechsel. Was es dabei zu beachten gibt, erklärt eine Expertin.

Wer bereit ist, ein Testament fachlich überprüfen zu lassen, wird seinen Nachkommen viel Zeit und Geld sparen. Wer Vermögen und Immobilien hat, sollte auch auf die Erbschaftssteuer achten. Hier ist zu berücksichtigen, dass Notare keine steuerliche Beratung vornehmen. Bei gemeinschaftlichen Testamenten oder Testamenten, die mit anderen Personen abgesprochen werden müssen, besteht die Gefahr widerstreitender Interessen. Hier trifft beispielsweise einen beratenden Notar die sogenannte Neutralitätspflicht. Eine einseitig auf die Interessen eines Erblassers ausgerichtete Beratung kann der Notar somit nicht bieten. Dies darf nur ein Rechtsanwalt.

MZ-Spezial: In unserer Rechtskolumne erläutern Rechtsanwälte aus dem Landkreis Schwandorf jede Woche juristische Fälle aus dem Alltag.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht