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Streit

Wenn Kinder die Nachbarn ärgern

Im Garten spielende Kinder können Nachbarn gehörig auf die Nerven gehen. Wir erklären, was Kinder dürfen und was nicht.
Sabine Meuter

Wenn Kinder im Garten spielen und toben, geht es nicht immer leise zu. Foto: Andreas Gebert/dpa
Wenn Kinder im Garten spielen und toben, geht es nicht immer leise zu. Foto: Andreas Gebert/dpa

Berlin.Wenn Kinder im Garten spielen und toben, geht es nicht immer leise zu.

Aber auch Bälle, die über den Zaun fliegen, oder kahlgepflückte Büsche sind für manche Nachbarn ein rotes Tuch. Ein Überblick, was bei typischen Streitfällen gilt.

Wie laut dürfen Kinder sein?

Nachbarn müssen von Kindern ausgehenden Lärm in erhöhtem Maße dulden. Der Gesetzgeber hat klargestellt, dass Geräusche von Kindern kein Lärm im Sinne des Bundesimmissionsschutzgesetzes sind. „In welchem Maße genau der Lärm zu dulden ist, hängt vom Einzelfall ab“, erklärt Julia Wagner vom Eigentümerverband Haus & Grund Deutschland mit Sitz in Berlin. Kriterien sind Alter und Reife des Kindes sowie die Spielmöglichkeiten des Kindes in der näheren Umgebung.

„Wenn es bei einem Nachbarstreit hart auf hart kommt, muss ein Sachverständiger eine Lärmmessung vornehmen“, sagt Ludwig Scherzler, Münchner Anwalt für Nachbarschaftsrecht. Ein kostengünstigerer Weg: Nachbarn können sich mit einer Schiedsperson an einen Tisch setzen und miteinander reden.

Dürfen Kinder das Obst aus Nachbars Garten pflücken?

Das ist grundsätzlich verboten. „Diese Aussage ist auch dann gültig, wenn die Äste des Baumes über den Gartenzaun reichen“, sagt Wagner. Wer von Nachbars Baum pflückt, begeht formal einen Diebstahl. Anders sieht es aus, wenn das Obst aufs eigene Grundstück fällt. „Diese Früchte dürfen aufgesammelt und verzehrt werden“, erklärt Scherzler.

Beim Spielen im Garten fliegt schnell mal ein Ball aufs angrenzende Grundstück. Nachbarn müssen das hinnehmen. Foto: Christin Klose/dpa
Beim Spielen im Garten fliegt schnell mal ein Ball aufs angrenzende Grundstück. Nachbarn müssen das hinnehmen. Foto: Christin Klose/dpa

Selbst wenn die jüngsten Familienmitglieder etwas Unerlaubtes tun: Der Grundsatz „Eltern haften für ihre Kinder“ gilt nur eingeschränkt. „Eltern haften nur, wenn sie ihre Aufsichtspflicht verletzt haben“, stellt Scherzler klar. Je älter und verständiger die Kinder sind, desto weniger müssen sie überwacht werden. Im eigenen Garten müssen Eltern selbst Kindergartenkinder nicht ununterbrochen beaufsichtigen.

Falls doch einmal Früchte von nebenan im Mund des Nachwuchses landen, empfiehlt Wagner Eltern, ein Zeichen für den nachbarlichen Frieden zu setzen und Ersatz anzubieten.

Was, wenn ständig Bälle oder anderes Spielzeug über den Zaun fliegen?

Fliegt ab und an ein Ball über den Gartenzaun, muss der Nachbar dies dulden. Ebenso muss er hinnehmen, dass der Ball zurückgeholt wird - er muss dafür aber seine Erlaubnis geben. „Einfach so auf das Nachbargrundstück zu gehen, könnte unter Umständen sogar Hausfriedensbruch darstellen“, erklärt Wagner.

Fliegt immer wieder Spielzeug in den Garten nebenan, muss der Nachbar dies jedoch nicht ohne weiteres hinnehmen. „Der Nachbar ist zwar verpflichtet, das Spielzeug herauszurücken, er muss es aber nicht zwingend sofort tun“, erklärt Scherzler.

Rechtlicher Rahmen hin oder her: „Im Idealfall setzen sich Nachbarn an einen Tisch und loten gemeinsam eine Lösung aus“, empfiehlt Bodo Winter vom Bundesvorstand des Bundes Deutscher Schiedsmänner und Schiedsfrauen (BDS). Sind beide Seiten völlig zerstritten, kann ein Dritter helfen, etwa eine Schiedsperson.

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