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Ausflugstipp

Berggenuss an der Zugspitze

Deutschlands höchster Berg bietet grenzüberschreitendes Wandern und Radeln. Die Autorin stellt ihre Lieblingstouren vor.
Von Brigitta Ammer-Klein

An klaren Tagen sind über 400 Gipfel von der Zugspitze aus zu sehen. Der Blick reicht bis nach Österreich und in die Schweiz. Fotos: Brigitta Ammer-Klein
An klaren Tagen sind über 400 Gipfel von der Zugspitze aus zu sehen. Der Blick reicht bis nach Österreich und in die Schweiz. Fotos: Brigitta Ammer-Klein

Regensburg.Garmisch-Partenkirchen Die Zugspitze ist nicht nur Deutschlands höchster Berg, sie ist auch Ausgangspunkt für zahlreiche Entdeckungen in eindrucksvoller alpiner Landschaft. Bei zwei der schönsten Touren, einmal zu Fuß und einmal mit dem E-Bike, kommt man dem mächtigen Bergmassiv ganz nah.

Für eine genussvolle Tagestour an der Zugspitze lässt sich das Angebot der Bergbahnen nutzen. Die Wanderung führt durch hochalpines Gelände, ist aber unschwierig und für trittsichere Bergwanderer in fünf bis sechs Stunden zu bewältigen. Eine etwas ausgesetzte Felspassage bei der Gatterlscharte ist seilgesichert.

Das mächtige Wettersteinmassiv kann mit dem E-Bike als Tagestour umrundet werden.
Das mächtige Wettersteinmassiv kann mit dem E-Bike als Tagestour umrundet werden.

Wer an einem sonnigen Tag eine der ersten Gondeln nimmt, hat den fantastischen Fernblick von der Besucherterrasse fast für sich allein: Über 400 Berge sind von diesem Logenplatz aus zu sehen, ein Gipfelmeer, soweit das Auge reicht. Besonders im Herbst beeindrucken zauberhafte Lichtstimmungen am Morgen – das frühe Licht taucht die weite Alpenkulisse in zarte Blautöne.

Inmitten einer Mondlandschaft

Der Abstieg vom Gipfel zum Zugspitzplatt erfolgt auf steilem Geröll, die kurze Abfahrt mit der Gletscherbahn ist die bessere Variante. Im Sommer gleicht das Platt einer Mondlandschaft, das Eis des Schneeferners hat sich weit zurückgezogen.

Das Gatterl markiert die Grenze zwischen Bayern und Tirol.
Das Gatterl markiert die Grenze zwischen Bayern und Tirol.

Der Wanderpfad durchquert in weitem Bogen eine Karsthochfläche, immer begleitet vom herrlichen Panorama der umliegenden Bergketten. Nach knapp zwei Stunden lädt die Knorrhütte zu einer ersten Rast. Hier heißt es aufpassen, der Plattsteig Richtung Gatterl zweigt versteckt rechts ab. Höhe haltend geht es weiter inmitten einer beeindruckenden Szenerie. Eine Stunde später, nach kurzem versicherten Aufstieg in einer Rinne, wird das Gatterl erreicht: ein schmales Felstor mit einem alten Eisengatter, daneben ein Staatsschild, das die Grenze zu Österreich markiert.

Schlagartig ändert sich die Landschaft – saftige Almwiesen mit einer vielfältigen Alpenflora säumen den Weiterweg. Schöne Brotzeitplätze gibt es zuhauf, alternativ könnte man in der gemütlichen Hochfeldernalm einkehren.

Von dort geht es auf Wirtschaftswegen hinunter zur Hochfläche der Ehrwalder Alm. In der Nähe der Gondelstation lohnt ein kurzer Abstecher zum Almsee. Obwohl für den Skibetrieb angelegt, ist der kleine See ein lauschiges Plätzchen. Zahlreiche Sitzgelegenheiten bieten am Ende der Tageswanderung Erholung und herrliche Ausblicke zu den umliegenden Gipfeln.

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Die E-Bike-Tour

Die 87 Kilometer lange Umrundung des Zugspitzmassivs ist mit Akkuhilfe als Tagestour durchführbar – eine echte Empfehlung, denn wegen ihrer großartigen landschaftlichen Vielfalt ist sie ausgesprochen reizvoll. Di gesamte Strecke ist auch für Trekkingräder geeignet. Gestartet werden kann überall, die Tourenbeschreibung beginnt in Ehrwald.

Gleich nach der Gondelauffahrt mit der Ehrwalder Almbahn (kostenloser Radtransport) beginnt einer der schönsten Abschnitte: Die weiten Almböden sind übersät mit Wiesenblumen und Orchideen, eingerahmt von den markanten Felsgipfeln der Mieminger Kette. Am idyllischen Igelsee vorbei geht es in rasanter Abfahrt hinunter ins Gaistal, immer in Sichtweite eines Wildbachs. Ein kurzer Abstecher zur traumhaft gelegenen Tilfussalm ist Kult.

Im ursprünglichen Gaistal liegt malerisch die Tilfussalm.
Im ursprünglichen Gaistal liegt malerisch die Tilfussalm.

Den MTB-Schildern „Mooser Weg und Seenrunde“ folgend, erreicht man hinter Leutasch einen Forstweg, auf dem man erst durch dichten Bergwald, später entlang der Leutascher Ache bis hinab nach Schanz fahren kann. Noch oberhalb des hübschen Orts Mittenwald, berühmt für seine Lüftlmalereien, zweigt die Forststraße Richtung Elmau links ab. Die Route quert eine malerische Hochfläche mit zwei Badeseen: Auch ohne Badewetter ist der Ferchensee ein Traumplatz für ein Picknick. Der ausgebaute Radweg zwischen Klais und Garmisch bietet weite Berg- und Wiesenblicke, verläuft allerdings teilweise neben der Bundesstraße.

In Garmisch beginnt beim Stadion eine gemütliche Radstrecke, die bis Grainau durch hügelige Wiesen mit den typischen Heuschobern führt. Die letzte Etappe nach Ehrwald, die im wilden Loisachtal verläuft, kann alternativ mit der Bahn zurückgelegt werden – die Wettersteinrunde lässt sich so um knapp 20 Kilometer abkürzen.

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