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Verbraucher

Fit werden – aber mit Vorsicht

Was müssen Kunden wissen, wenn sie Verträge im Fitness-Studio unterschreiben? Unsere Expertin erklärt es Ihnen.
Von Nicole Bräu

Wer sich vertraglich an ein Fitnessstudio bindet, kann nicht so leicht vor Ende der Laufzeit wieder kündigen.  Foto: picture alliance/dpa
Wer sich vertraglich an ein Fitnessstudio bindet, kann nicht so leicht vor Ende der Laufzeit wieder kündigen. Foto: picture alliance/dpa

Cham.Am Aschermittwoch begann die Fastenzeit – für viele Menschen ein Grund, auch körperlich etwas für sich zu tun. Ein Abo beim Fitnessstudio erscheint da genau richtig, um das geplante Vorhaben in die Tat umzusetzen. Beim Vertragsabschluss gilt es jedoch, einiges zu beachten.

Schließen Sie Verträge mit Fitnessstudios nicht voreilig ab: Ein Vergleich lohnt sich im Hinblick auf die verschiedenen Angebote der Fitnessstudios. Prüfen Sie, ob das Programm zu Ihren Ansprüchen passt. Testen Sie die Einrichtung zunächst durch ein Schnuppertraining oder ein Probeabo.

Kein Widerrufsrecht bei Verträgen

Expertin Nicole Bräu Foto: Foto Koch
Expertin Nicole Bräu Foto: Foto Koch

Kein Widerrufsrecht bei Fitnessstudio-Verträgen: In der Regel besteht bei Verträgen mit Fitnessstudios kein Widerrufsrecht. Nur wer den Vertrag außerhalb des Studios, zum Beispiel in der Fußgängerzone, unterschreibt, hat das Recht, diesen innerhalb von 14 Tagen zu widerrufen. An den einmal geschlossenen Vertrag ist der Nutzer dann je nach Vereinbarung der Laufzeit sechs, zwölf oder sogar 24 Monate gebunden und zur Zahlung verpflichtet. Alle relevanten Informationen zur Laufzeit, zur Vertragsverlängerung und zur Kündigungsfrist finden Sie in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Lesen Sie diese aufmerksam durch, bevor Sie den Vertrag unterschreiben.

Sowohl einen Widerruf als auch eine Kündigung sollten Sie zu Beweiszwecken nur per Einschreiben versenden. In Ausnahmefällen und aus einem wichtigen Grund kann eine Kündigung möglich sein: Bei einem Vertrag mit längerer Laufzeit besteht eventuell das Recht auf vorzeitige und somit außerordentliche Kündigung. Als wichtiger Grund zählt eine Krankheit, die mit einer dauerhaften Sportuntauglichkeit einhergeht. Dafür benötigt der Vertragsinhaber ein ärztliches Attest, welches dies explizit bestätigt.

Unser Experte

  • Autor:

    Nicole Bräu ist Betriebswirtin und als Verbraucherberaterin beim VerbraucherService Bayern im KDFB in Cham tätig.

  • Kontakt:

    Beratungsstelle Cham, Obere Regenstraße 15, Telefon (0 99 71) 67 53, Fax (0 99 71) 7 68 20 47, E-Mail n.braeu@verbraucherservice-bayern.de .

  • Öffnungszeiten:

    Der Verbraucherservice ist am Montag von 13 bis 17 Uhr, am Dienstag von 9 bis 13, am Donnerstag von 9 bis 13 und am Freitag von 9 bis 13 Uhr geöffnet.

Einige Fitnessstudios lehnen auch die außerordentliche Kündigung ab, weil der Kunde trotz Sportunfähigkeit noch die Sauna nutzen oder am Yogakurs teilnehmen kann. Auch die Forderung, dass der Kunde den Vertrag nach der Krankheit weiterhin erfüllt, kommt immer wieder auf. Darauf müssen sich Verbraucher nicht einlassen, wenn Sie dauerhaft sportunfähig sind. AGB, die Ihre Kündigungsmöglichkeiten diesbezüglich einschränken, sind unwirksam.

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Kunde trägt das Risiko selbst

Führt eine Erkrankung oder eine Schwangerschaft zu einer vorübergehenden Sportunfähigkeit, besteht kein Sonderkündigungsrecht. Der Kunde ist zwar berechtigt, für die im Attest bescheinigten Monate „auszusetzen“, anschließend greift der Vertrag allerdings wieder. In der ausgesetzten Zeit werden keine Beitragszahlungen fällig.

Umzug oder geänderte Rahmenbedingungen: Der Bundesgerichtshof urteilte im Mai 2016, dass der Kunde bei längerfristigen Verträgen selbst das Risiko trägt, wenn er die Leistung wegen einem berufs- oder privatbedingten Wohnortwechsel nicht mehr in Anspruch nehmen kann. Ein Sonderkündigungsrecht besteht nicht. Zieht das Fitnessstudio um und ist aufgrund der neuen Lage nur noch schwer zu erreichen oder ändern sich Öffnungszeiten nachteilig, können Sie unter Umständen außerordentlich kündigen. Das Gleiche gilt, wenn das Studio Kurse und Angebote aus dem Programm nimmt, die Grund für den Abschluss Ihres Vertrages waren.

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