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Unterwegs

Knackige Radtour „ab dahoam“

Auf dem Fünf-Flüsse-Radweg erradelten sich zwei befreundete Ehepaare die Erkenntnis, wie schön es in der Region ist.
Von Manuel Schwindl

Schnappschüsse von der Tour: Gabi und Achim Bauer und Nicola und Michael Kraus absolvierten den Fünf-Flüsse-Radweg. Foto: Bauer
Schnappschüsse von der Tour: Gabi und Achim Bauer und Nicola und Michael Kraus absolvierten den Fünf-Flüsse-Radweg. Foto: Bauer

Kelheim.Ein schöneres Kompliment für die eigene Heimat kann es fast nicht geben. „Die erste Etappe war genial. Es ist fast die schönste“, schwärmt Gabi Bauer. Gemeinsam mit ihrem Mann Achim und Nicola und Michael Kraus, einem befreundeten Ehepaar haben sie für die Aktion von Tourismusverband im Landkreis Kelheim und Mittelbayerische Zeitung in fünf Tagen den Fünf-Flüsse-Radweg auf Fahrrädern absolviert

Und die beiden befreundeten Ehepaare haben schon einiges gesehen auf der Welt. Im Sommer, als sie die Nachricht erhielten, dass sie zu den Gewinnern bei unserer Aktion „Urlaub ab dahoam“ gehören, waren sie gerade von den Azoren zurück. Beide starteten entsprechend dem Namen der Aktion „Urlaub ab dahoam“ von ihren Wohnorten – das Ehepaar Bauer von Abensberg, das Ehepaar Kraus von Mühlhausen bei Neustadt. Gleich die erste Etappe führte sie von Kelheim nach Berching, „wohl die bekannteste Route im Landkreis“, vermutet Nicola Kraus. Und, wie gesagt, für Gabi Bauer, auch die schönste.

Ihr Ritual: Jeden Abend gab es Sekt. Foto: Kraus
Ihr Ritual: Jeden Abend gab es Sekt. Foto: Kraus

Kurz vor Berching hat eine Regenwolke alle Vier erwischt. „Wir haben zum Glück in einem kleinen Dorfhäusel Unterschlupf gefunden. Und es uns mit Sekt und Leberkäse gemütlich gemacht, bis der Regenschauer vorbei war“, erzählt Gabi Bauer.

Vernünftige Ausrüstung

Regenkleidung hatten die Vier natürlich dabei. Aus vielen gemeinsamen Unternehmungen wissen Sie: „Eine vernünftige Ausrüstung ist für eine lange Radltour das A und O“, rät Gabi Bauer. Die Fahrradtaschen wogen an die fünfzehn Kilogramm, schätzt sie. „Wir sind mit jeder Unterkunft zufrieden gewesen, und auch der Preis war sehr fair.“ Die in Kallmünz lag „leider nicht direkt an der Strecke, sondern dreihundert Meter höher. Was nach einer langen Radtour wirklich anstrengend sein kann.“

Schnappschüsse von der Tour: Gabi und Achim Bauer und Nicola und Michael Kraus absolvierten den Fünf-Flüsse-Radweg. Foto: Bauer
Schnappschüsse von der Tour: Gabi und Achim Bauer und Nicola und Michael Kraus absolvierten den Fünf-Flüsse-Radweg. Foto: Bauer

Dann passierte auch noch eine Panne. Ein Schaltseil riss. Aber die Radler fanden vor Ort einen Fachmann, der es reparierte. Auch die Männer waren sehr begeistert von dem Ausflug. „Ein Höhepunkt war auch, dass unsere Männer beim Canasta gewonnen haben“, schmunzelt Gabi Bauer.

„Auf dem Weg nach Berching kann man die wunderschöne Natur des Ludwig-Donau-Main-Kanals richtig genießen“, erzählte Kraus. Das kann Gabi Bauer nur bestätigen: „Man fährt an wunderschönen Alleen vorbei, direkt am Fluss“, schwärmte sie.

Die Familien Kraus und Bauer hatten größtenteils Glück mit dem Wetter. Foto: Kraus
Die Familien Kraus und Bauer hatten größtenteils Glück mit dem Wetter. Foto: Kraus

In Berching trennten sich die Vier vorübergehend. Die Bauers schauten sich Nürnberg genauer an; Nicola Kraus und ihr Mann radelten die Wegstrecke weiter. Gabi Bauer war begeistert von Nürnberg: „Mit dem Radl erkennt man erst, wie grün eine Stadt sein kann.“

Nicola und Michale Kraus radelten derweil gemütlich weiter. In Lauf an der Pegnitz kamen die Vier wieder zusammen. „Abends haben wir immer zusammen eine Flasche Sekt getrunken, als Art Ritual und Belohnung. Als wir uns in Lauf getroffen haben, war ich so froh. Wenn die Bauers keinen Sekt da gehabt hätten, wär ich sofort ins nächsten Wirtshaus gegangen“, erzählte Nicola Kraus lachend. Denn sie und ihr Mann fanden diese Tagesetappe mit neunzig Kilometern einfach zu lang. „Vor allem, weil man ja fünf Tage lang unterwegs ist“.

Die Aktion

  • Kooperation:

    Zusammen mit dem Tourismusverband im Landkreis Kelheim und seinen Partnern haben wir drei Touren verlost, bei denen die Gewinner aus dem Landkreis quasi ab ihrer Haustüre starten können und die deshalb jeder nachmachen kann.

  • Weitere Touren:

    Edi Albrecht und Karl-Heinz Hauser absolvierten die „Herstück-Tour“,Kerstin Mueller-Roeser und Tobias Mörz wanderten auf dem Donau-Panoramaweg

Lauf an der Pegnitz punktete bei den vier Radlern vor allem kulinarisch. Der echte fränkische Sauerbraten hatte es Gabi Bauer angetan, denn diesen gebe es der eigenen Heimat nicht so ohne weiteres. Begeistert waren die vier Fünf-Flüsse-Radler auch von Hersbruck, das ihnen nur von der gleichnamigen Autobahnausfahrt bekannt war.

Und dann wurde es wieder anstrengender: „Im bergigen Sulzbach-Rosenberg – gut, der Name sagt es ja einem schon – haben wir ordentlich reintreten müssen“, erinnert sich Gabi Bauer. Pausen ergaben sich immer wieder von selbst: beim Blick in die Karte. „Wir waren sehr froh, dass wir eine richtige Karte dabei hatten. Mit dem Navi ist es doch sehr klein und umständlich“, bilanziert Bauer.

Sport und Sightseeing

Die Truppe hat ihre Heimat mit dem Rad wieder ein Stückchen besser kennen lernen können. Foto: Kraus
Die Truppe hat ihre Heimat mit dem Rad wieder ein Stückchen besser kennen lernen können. Foto: Kraus

Viertes Etappenziel war Kümmersbruck. „Das Hotel zur Post dort war wahnsinnig schön. Die Chefin hat uns persönlich empfangen“ – und gleich einen Schnaps ausgegeben. In Kümmersbruck gönnten sich die Vier ausnahmsweise einen Abend im Biergarten – aber gegen neun war trotzdem Feierabend: Schließlich stand noch die letzte Etappe an. Am Steinberger See bei Schwandorf legten sie einen sehr erfrischenden Stopp ein: „Das Wasser hatte 21 Grad“. Von der Naab radelten sie zurück ins Vilstal Richtung Kallmünz. Zuletzt wurde es noch mal richtig „gaach“. Es ging stetig bergauf und bergab. „Aber es hat sich gelohnt“, sagten Gabi Bauer und Nicola Kraus.

Und was sagen die Vier nach rund 300 Fahrradkilometern in den Beinen? Insgesamt sei es eine sehr flache und schöne Strecke; die durchschnittlichen 65 Kilometer kann man gut meistern, findet Bauer. Man habe auch genügend Zeit, um sich die Städte anzuschauen.

„Wir waren unterwegs in vielen Kirchen, Kapellen und Klöstern, zum Beispiel im Kloster Plankstetten“, erzählt Gabi Bauer. Nicola Kraus fand auch Pielenhofen und Mariaort sehr sehenswert. Auch der Zeitpunkt der Radtour war super. „Wir fahren jetzt schon seit vielen Jahren immer in der zweiten Septemberwoche und da war es bis jetzt immer schön“, sagte Bauer.

Nach fünf Tagen und 300 Fahrradkilometern in den Wadeln waren sie durchaus froh, wieder zu Hause zu sein. „Nach fünf Tagen ist man dann schon erleichtert, dass man es geschafft hat“, sagte Bauer.

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