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Gesellschaft

Lifestyle 2018: ein kleines Szenelexikon

2018 war vieles angesagt und hat uns beeinflusst – wie LED-Ballons, Poké und die Zeitumstellung samt nahendem Cloxit.
Von Gregor Tholl

Ein Trend des Jahres 2018: Immer mehr Mehrwegbecher sind im Umlauf. Foto: Mohssen Assanimoghaddam/dpa
Ein Trend des Jahres 2018: Immer mehr Mehrwegbecher sind im Umlauf. Foto: Mohssen Assanimoghaddam/dpa

Berlin.Fidget Spinners und Schokopizza? Genauso wie „I bims“ und Intermittierendes Fasten total 2017! Wir geben im Folgenden einen Überblick von Trends und Phänomenen des Jahres 2018 – alphabetisch geordnet.

ABBA: Das angekündigte Mini-Comeback elektrisierte die Musikwelt. „Es war so, als ob die Zeit stillgestanden habe, und wir waren nur für einen kurzen Urlaub weg“, verkündeten die vier Schweden von ABBA.

Bildschirmzeit: iOS 12 hat neben anderen Features und Änderungen auch das Tool „Bildschirmzeit“ eingeführt. Überwachung und Begrenzung sind damit möglich. Erkenntnis: Hilfe, ich bin täglich acht Stunden am Handy!

Johannes Sumpich alias Josh. steht auf dem Wiesn-Festgelände zwischen Stangen mit LED-Lichtern. Mit seinem Song „Cordula Grün“ hat er viele menschen begeistert. Foto: Lino Mirgeler/dpa
Johannes Sumpich alias Josh. steht auf dem Wiesn-Festgelände zwischen Stangen mit LED-Lichtern. Mit seinem Song „Cordula Grün“ hat er viele menschen begeistert. Foto: Lino Mirgeler/dpa

„Cordula Grün“: Der Wiener Josh. landete mit dieser eigentlich nachdenklichen Ballade – etwas mit Mädchen und Farben – einen Partykracher und den Wiesn-Hit des Jahres.

Drittes Geschlecht: Menschen, die sich weder als Frau oder Mann fühlen, können sich künftig offiziell als „divers“ bezeichnen. Die Regierung kam einer Forderung des Bundesverfassungsgerichts nach.

Das Eichhörnchen Pippilotta, aufgenommen in der Wildtierauffangstation Karlsruhe. Pippilotta machte Schlagzeilen, weil sie sich am 9. August 2018 frühmorgens so hartnäckig an die Fersen eines Mannes geheftet hatte, dass der die Polizei alarmierte. Foto: Latrissa Fritzenschaf/Wildtierauffangstation Karlsruhe/dpa
Das Eichhörnchen Pippilotta, aufgenommen in der Wildtierauffangstation Karlsruhe. Pippilotta machte Schlagzeilen, weil sie sich am 9. August 2018 frühmorgens so hartnäckig an die Fersen eines Mannes geheftet hatte, dass der die Polizei alarmierte. Foto: Latrissa Fritzenschaf/Wildtierauffangstation Karlsruhe/dpa

Eichhörnchen: Berühmt wurde Pippilotta aus Karlsruhe. Die Kleine heftete sich im August dehydriert so hartnäckig an einen Mann, dass der die Polizei rief. Trendtiere ansonsten: Alpakas und Lamas.

Frankfurt am Main: Krankfurt/Bankfurt hat jetzt eine neue Altstadt. Auch der Henninger Turm ist wieder da. Das Restaurant oben pflegt aber absurden Menü-Sprech: „Progressive German Vintage Cuisine“.

Gin Tonic: Der Longdrink-Trend ist langlebig und ging weiter. Auch Discounter hatten eine „Gin des Lebens“-Woche mit besonderen Sorten des Wacholderschnapses und der Bitterlimonade Tonic im Angebot.

 Eine Handykordel mit durchsichtiger Schutzhülle und in der Länge verstellbarem Trageband liegt in einer Werkstatt des Labels Xouxou Berlin. Foto: Jens Büttner/ZB/dpa
Eine Handykordel mit durchsichtiger Schutzhülle und in der Länge verstellbarem Trageband liegt in einer Werkstatt des Labels Xouxou Berlin. Foto: Jens Büttner/ZB/dpa

Handykette: Accessoire des Jahres. Beim „Smartphone Necklace“ baumelt das Handy in Schutzhülle an einer Schnur brustbeutelmäßig um den Hals. Die Marke der Erfindern Yara Jentzsch Dib heißt Xouxou Berlin.

Instagramibility: Wort für Orte, die sich gut für Fotos in sozialen Netzwerken wie Instagram eignen. Viele Jüngere suchen Reiseziele vor allem danach aus– egal, ob in Italien, Spanien, Norwegen oder den USA.

JWD: „Joko Winterscheidts Druckerzeugnis“, neues Personality-Magazin, also eine „Barbara“ für Männer. Auch „Guido“ kam an den Kiosk (Magazin von Guido Maria Kretschmer) sowie „Boa“ (Jérôme Boateng).

Kakigori: Nach rohem Keksteig zum Löffeln war dieses locker flockig geschabte Eis nun plötzlich der Desserttrend des Jahres. Heißer, pardon kalter, Trend aus Japan.

Der Dom wird beim Festival of Lights stimmungsvoll beleuchtet. Mit im Bild ein durchsichtiger Ballon mit bunten LED-Lichtern. Foto: Jens Kalaene/ZB/dpa
Der Dom wird beim Festival of Lights stimmungsvoll beleuchtet. Mit im Bild ein durchsichtiger Ballon mit bunten LED-Lichtern. Foto: Jens Kalaene/ZB/dpa

LED-Ballons: Utensil, das in diesem Jahr bei allen möglichen Open-Air-Veranstaltungen leuchtete – vom Festival im Sommer bis zum Weihnachtsmarkt im Winter.

#MeTwo: Ein Hashtag, der so ähnlich wie „MeToo“ klingt, sich aber um Alltagsrassismus und seine Ausmaße dreht. Bedeutet „Ich zwei“ und soll darauf hinweisen, dass ein Mensch auch zwei Heimaten haben kann.

„Nanette“: Ein Mitschnitt dieses Comedy-Programms machte via Netflix die lesbische Australierin Hannah Gadsby, die unterhaltsam übers Anderssein spricht, zum Star und brachte Millionen zum Nachdenken.

Ohrwurm: Wer den Ballermann-Song „Mama Laudaaa“ von Almklausi und Specktakel hörte, wurde ihn kaum mehr los. „Wie heißt die Mutter von Niki Lauda? Mama Lauda! Mama Lauda!“ Übrigens: eigentlich Elisabeth.

Poké: Hawaii war 2018 sehr angesagt, modisch-bunt mit Aloha-Wear und beim Food mit dem Fischsalat Poké (übersetzt „geschnitten“). Poké vereint einige Gastrotrends der letzten Jahre: Bowl, Sushi, Ceviche.

Auf einem Bildschirm sind mehrere E-Mails mit dem Betreff „DSGVO“ zu sehen. Diese Verordnung sorgte bei vielen Menschen für Unsicherheit. Foto: Fabian Sommer/dpa
Auf einem Bildschirm sind mehrere E-Mails mit dem Betreff „DSGVO“ zu sehen. Diese Verordnung sorgte bei vielen Menschen für Unsicherheit. Foto: Fabian Sommer/dpa

Qual: Die neue EU-Datenschutz-Grundverordnung DSGVO löste im Mai ein Chaos in E-Mail-Postfächern aus und verunsicherte Millionen Menschen in ganz Europa.

Rap: Im Hip-Hop wird noch ordentlich Geld gemacht. Die Rapper Bonez MC & RAF Camora brachen einige Rekorde. Skandale gab es auch: Hip-Hop-Star Kollegah killte mal eben kurz den Musikpreis Echo.

Sommer: Es war das Jahr des ewigen Sommers, gefühlt von Ostern bis Oktober. So trocken war es selten. Zum Sommerhit gekürt wurde der Partisanenlied-Remix „Bella Ciao“ von El Profesor und (DJ) Hugel.

„Toy“: Dieser Gacker-Ohrwurm ist ein mutmachender Frauensong (Ich bin nicht dein Spielzeug!). Das Lied der israelischen Sängerin Netta gewann im Mai in Lissabon den Eurovision Song Contest.

Teilnehmer der Kundgebung „Unteilbar“ gegen Rassismus ziehen am Roten Rathaus vorbei. Foto: Paul Zinken/dpa
Teilnehmer der Kundgebung „Unteilbar“ gegen Rassismus ziehen am Roten Rathaus vorbei. Foto: Paul Zinken/dpa

„Unteilbar“: Riesendemo im Oktober in Berlin, die an Loveparade-Zeiten denken ließ und ein Zeichen gegen Rechtspopulismus setzen wollte. Auch #Wirsindmehr war ein Schlagwort gegen Rassismus.

Viva: Oh, diesen Musiksender gab’s noch? Ein Vierteljahrhundert nach seiner Gründung kam das Aus. Viva teilte sich schon seit Längerem einen Programmplatz mit der Sendemarke Comedy Central.

Wiederverwendbare To-go-Becher: Der Coffee-to-go-Konsum verursacht jährlich einen Müllberg aus Milliarden Pappbechern. Kommunale Pfandsysteme kamen, Umweltbewusste setzten 2018 auf Mehrwegbecher.

Das X in „Spex“: Nach 38 Jahren wurde das Pop-Magazin „Spex“ eingestellt. Nach 29 Jahren verschwand auch „Groove“ als Print – und nach 15 Jahren das Nullerjahre-Organ „Neon“ für junge Erwachsene.

Yoga: Verrückte Varianten gibt es immer mehr – sei es Nackt-Yoga, Ziegen-Yoga, Bikram-Yoga oder Hunde-Yoga, auch DOGA (von Dog Yoga) genannt, bei dem man den eigenen Vierbeiner krault.

Zeitumstellung: Ein heiß diskutiertes Thema war in diesem Jahr die Idee der EU-Kommission, die Zeitumstellung (im Sommer eine Stunde vor, im Winter eine Stunde zurück) abzuschaffen. Der Cloxit naht!

Weitere interessante Artikel zu den Themen „Familie“, „Freizeit“, „Genuss“, „Gesundheit“ und „Natur“ gibt es in unseren gleichnamigen Themenwelten.

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