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Kopfhörer

Musik im, auf oder über dem Ohr?

Kopfhörer lassen sich für viele Zwecke nutzen. Entsprechend groß ist die Vielfalt an Bauarten. Hier gibt‘s einen Überblick.
Von Maximilian Konrad

Die Auswahl auf dem Kopfhörermarkt ist groß und bunt. Foto: Andrea Warnecke/dpa
Die Auswahl auf dem Kopfhörermarkt ist groß und bunt. Foto: Andrea Warnecke/dpa

Berlin.Eigentlich geht es bei Kopfhörern vor allem darum, dass nicht alle um einen herum die Musik von Smartphone, MP3-Player oder Anlage mithören müssen. Was sich einfach anhört, ist in den vergangenen Jahren aber zu einer Wissenschaft geworden.

In-Ear, On-Ear oder Over-Ear. Akustisch offen oder akustisch geschlossen. Mit oder ohne Kabel. Das sind nur einige Entscheidungen, die Verbraucher bei der Wahl ihres Kopfhörers treffen müssen.

Bluetooth-Modelle

Immer mehr auf dem Vormarsch ist die kabellose Bluetooth-Variante. „Aktuell geht der Trend bei Kopfhörern in Richtung True Wireless, also dem kompletten Verzicht auf Kabel“, sagt Peter Schlossnagel vom Portal Kopfhoerer.de. Ein Vorteil der Bluetooth-Modelle: Sie lassen sich mit anderen technischen Geräten smart vernetzen und bieten damit mehr Optionen als nur Musikhören.

Hartmut Gieselmann ist Redakteur beim Fachmagazin c’t. Foto: Melissa Ramson/Heise Medien/dpa
Hartmut Gieselmann ist Redakteur beim Fachmagazin c’t. Foto: Melissa Ramson/Heise Medien/dpa

„Immer mehr kabellose Kopfhörer wollen uns durch Herzfrequenzmessung oder Schrittzählung in Sachen Fitness-Coaching unter die Arme greifen“, erklärt Schlossnagel. Praktisch ist: Viele Hersteller liefern bei Bluetooth-Kopfhörern ein Kabel mit. So können Verbraucher die Kopfhörer zum Beispiel an der Stereoanlage nutzen. Nachteil der Funkmodelle: Der Akku muss regelmäßig geladen werden.

Nicht für jeden sind Bluetooth-Modelle die richtige Wahl: „Für Musiker ist diese Art von Kopfhörern ungeeignet, weil die Bluetooth-Übertragung die Ausgabe verzögert“, erklärt Hartmut Gieselmann von der Fachzeitschrift c’t.

In-Ear-Kopfhörer

Eine weitere Frage stellt sich bei der Form: im Ohr, auf dem Ohr – oder über dem Ohr? Wer es klein und handlich mag, setzt auf In-Ear-Kopfhörer. Der Klassiker lässt sich leicht transportieren. „Wenn die Kopfhörer den Ohrkanal mit einer Manschette luftdicht abschließen, können sie selbst tiefste Bassfrequenzen druckvoll übertragen“, sagt Gieselmann. Wegen ihrer Größe eignet sich diese Form ideal für sportliche Aktivitäten. Jedoch droht mit zunehmender Nutzungsdauer wegen der geringen Stabilität früher oder später ein Kabelbruch.

In-Ear-Kopfhörer sitzen recht nahe vor dem Trommelfell. Sie sollte man nicht zu laut aufdrehen. Foto: Andrea Warnecke/dpa
In-Ear-Kopfhörer sitzen recht nahe vor dem Trommelfell. Sie sollte man nicht zu laut aufdrehen. Foto: Andrea Warnecke/dpa

Verbraucher sollten außerdem nicht zu laut aufdrehen. „Die Klangquelle sitzt recht dicht vor dem Trommelfell, das klingt sehr direkt und nah, birgt aber auch die Gefahr der Hörschädigung sowie der zu starken Abschottung von Außengeräuschen. Das kann gerade im Straßenverkehr lebensbedrohlich werden“, erklärt Schlossnagel.

Over-Ear-Modelle

Klassik- und Jazzliebhaber greifen idealerweise zu Over-Ear-Modellen, die also das gesamte Ohr umschließen. Sie überzeugen durch ihre klangliche Bandbreite, weil durch ihre Bauform das Klangbild beeinflusst wird – der Sound wirkt räumlich differenzierter und meist lassen sich einzelne Instrumente genau zuordnen. „Man kann daher sagen, dass das Hören mit großen Kopfhörern eher unserem natürlichen Hören nachempfunden ist“, sagt Schlossnagel.

Over-Ear-Kopfhörer bedecken die gesamte Ohrmuschel. Mit ihrem Sound, bei dem sich einzelne Instrumente zum Teil genau zuordnen lassen, sind sie etwas für Klassik- und Jazzliebhaber. Foto: Christin Klose/dpa
Over-Ear-Kopfhörer bedecken die gesamte Ohrmuschel. Mit ihrem Sound, bei dem sich einzelne Instrumente zum Teil genau zuordnen lassen, sind sie etwas für Klassik- und Jazzliebhaber. Foto: Christin Klose/dpa

Von Nachteil – vor allem im Vergleich zu der In-Ear-Variante – sind Größe und Gewicht. „Aber auch der Anpressdruck ist ein nicht zu unterschätzender Faktor: Sitzt der Kopfhörer zu eng, entsteht ein unangenehmes Druckgefühl, welches sogar schmerzhaft werden kann.“

On-Ear-Kopfhörer

Eine dritte Bauart für die Ohren sind die On-Ear-Kopfhörer. Der Vorteil: Diese Modelle liegen direkt auf der Ohrmuschel auf und sind im Vergleich zu In-Ear-Kopfhörern robuster. „Damit sie Bass gut übertragen, brauchen sie jedoch einen hohen Anpressdruck, der auf Dauer unbequem wird. Angenehmer zu tragen sind große Kopfhörer, die die Ohrmuschel komplett umschließen“, sagt Gieselmann.

Störgeräusche mit einem Knopfdruck ausblenden. Kopfhörer mit aktivem Noise-Cancelling können die Umgebung für die Ohren gewissermaßen stummschalten. Foto: Franziska Gabbert/dpa
Störgeräusche mit einem Knopfdruck ausblenden. Kopfhörer mit aktivem Noise-Cancelling können die Umgebung für die Ohren gewissermaßen stummschalten. Foto: Franziska Gabbert/dpa

Einige Modelle bieten die Funktion des Noise-Cancelling – eine Art Stummschaltung der Umgebung. Besonders für Reisende in Bahn, Bus oder Flugzeug ist das Feature, das Geräusche von außen aktiv unterdrückt, sinnvoll. Doch kann die Technik nicht gegen alle Geräusche vorgehen. „Bei höherfrequenten Geräuschen oder Sprache ist Noise-Cancelling weitgehend machtlos und kann die empfundene Störung sogar verstärken. Zudem beeinträchtigt Noise-Cancelling die Musikwiedergabe und ist als leises Rauschen wahrnehmbar“, erklärt Gieselmann. Wen das stört, für den sind Kopfhörermodelle mit passiver Dämpfung sinnvoll.

Optimale Klangqualität

Eine weitere Unterscheidung gibt es zwischen akustisch offenen und akustisch geschlossenen Modellen. Hierbei geht es vor allem um die Klangqualität: „Offene Kopfhörer sind für Klang-Connaisseurs geeignet, die ihre Musik in einem ruhigen Umfeld genießen können und ein ausgewogenes Klangbild mit weitläufiger Raumdarstellung schätzen“, erklärt Klaus Laumann von der Fachzeitschrift Stereoplay.

„Aktuell geht der Trend bei Kopfhörern in Richtung True Wireless, also dem kompletten Verzicht auf Kabel.“

Peter Schlossnagel, Kopfhoerer.de

Geschlossene Konstrukte hingegen dichten den Bereich zwischen Ohr und Schallerzeuger für bessere Basswiedergabe und gegen Störeinflüsse von außen ab. „Insofern sind Kopfhörer mit geschlossener Bauform vor allem im mobilen Einsatz und in lauten Umgebungen die beste Wahl.“

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