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Reisevorbereitung

Winterurlaub mit dem Auto

Vor der Fahrt in winterliche Bergregionen müssen Reisende ihr Auto oder Wohnmobil für den Ski- oder Rodelurlaub präparieren.
Von Thomas Flehmer

Dunkel und glatt: Die Winterreise kann Auto und Fahrer stärker fordern als eine sommerliche Tour. Foto: Tobias Hase/dpa
Dunkel und glatt: Die Winterreise kann Auto und Fahrer stärker fordern als eine sommerliche Tour. Foto: Tobias Hase/dpa

Berlin.Winterzeit ist auch Reisezeit – egal, ob Skifahren, Rodeln oder auch nur ein Wohnmobilwochenende in winterlicher Abgeschiedenheit. Doch bevor Reisende in die Bergregionen aufbrechen, müssen sie Auto und Wohnmobil vorbereiten und auf ein paar Dinge achten – etwa auf die Autobahngebühren in der Schweiz und Österreich.

Für Pkw und Wohnmobile bis 3,5 Tonnen fallen in Österreich neun Euro für eine Zehn-Tages-Vignette an, zwei Monate kosten 26,20 Euro, das Jahrespickerl 87,30 Euro, erklärt Thomas Schreiner, Pressesprecher vom Auto- und Reiseclub Deutschland (ARCD).

In der Schweiz gibt es nur eine Jahresvignette für Pkw, Motorräder und Wohnmobile mit einem Gesamtgewicht bis zu 3,5 Tonnen für aktuell umgerechnet 36,50 Euro. Vignetten können bereits vor der Fahrt bei Verkehrsclubs bestellt werden, um auf der Reise Wartezeiten zu vermeiden.

Schneeketten mitnehmen

Auch korrekte Bereifung ist wichtig. In Deutschland gilt eine situative Winterreifenpflicht. So dürfen bei winterlichen Straßenverhältnissen etwa mit Schneematsch oder Eisglätte Autos nur auf geeigneten Winterreifen rollen. Der ARCD rät, sie ab einer Außentemperatur von dauerhaft sieben Grad oder weniger zu montieren. Mindestens 1,6 Millimeter Profil sind vorgeschrieben.

In Alpenländern wie Österreich müssen Autofahrer vor der Fahrt eine Vignette kaufen. Foto: Robert Günther/dpa
In Alpenländern wie Österreich müssen Autofahrer vor der Fahrt eine Vignette kaufen. Foto: Robert Günther/dpa

In Österreich besteht von 1. November bis 15. April ein Sommerreifenverbot auf Schnee, Matsch und Eis. Alternativ können die Sommerreifen auf durchgehend bedeckter Fahrbahn mit Schneeketten bestückt werden. Der ARCD rät laut Schreiner aber dringend von dieser Variante ab, „da Winterreifen mit ihrer auf niedrige Temperaturen abgestimmten Gummimischung aus Sicherheitsgründen auch auf trockener Fahrbahn die bessere Wahl sind“. Die gesetzliche Mindestprofiltiefe beträgt vier Millimeter bei Radial-, fünf Millimeter bei Diagonalreifen.

Für Wohnmobile mit Lkw-Zulassung besteht im genannten Zeitraum eine Winterreifen- und Schneekettenmitführpflicht. Da bei extremen Bedingungen für alle eine situative Schneekettenpflicht ausgerufen werden kann, ist es empfehlenswert, Ketten immer mit dabeizuhaben.

Zufrieren verhindern

Auch in der Schweiz gibt es keine generelle gesetzliche Pflicht für Winterreifen. Es könne aber zu Geldbußen kommen, falls es aufgrund von nicht geeigneter Reifen zu Behinderungen kommt, erklärt der ADAC auf seiner Seite. Wer mit Sommerreifen auf winterlichen Straßen einen Unfall baut, müsse demnach mit einer erheblichen Mithaftung rechnen. Es kann situativ auf entsprechend ausgeschilderten Abschnitten Schneekettenpflicht geben. Schneeketten können bei den Autoclubs gemietet werden.

Zusätzlicher Grip: Nötige Schneeketten sollten Autofahrer immer griffbereit im Fahrzeug verstauen. Foto: Sebastian Zintel/ADAC/dpa
Zusätzlicher Grip: Nötige Schneeketten sollten Autofahrer immer griffbereit im Fahrzeug verstauen. Foto: Sebastian Zintel/ADAC/dpa

Dass die Schneeketten ebenso greifbar bleiben wie etwa Scheibenfrostschutz, Eiskratzer der Türschlossenteiser sollte beim Bepacken des Autos bedacht werden. Generell gehört Leichtes nach oben, schwere Gegenstände weiter nach unten, damit der Schwerpunkt des Autos niedrig bleibt. „Ein Auto mit einem erhöhten Schwerpunkt ist ganz grausig zu fahren“, sagt Andreas Keßler, Autoexperte des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB). Das gilt auch für das Bepacken der Dachbox. Auch dort sollten leichte und sperrige Gegenstände wie Ski und Skistöcke platziert werden. „Die schwereren Sachen gehören in den Kofferraum.“

Mit Platzproblemen haben Wohnmobilfahrer kaum Schwierigkeiten. Sie müssen vor der Tour aber einiges mehr beachten als Pkw-Fahrer. Neben den Frostschutzmitteln auch für den Kühler sollten sämtliche Gummidichtungen an Klappen und Türen mit einem Gummipflegemittel eingerieben werden, um ein Zufrieren zu verhindern, erklärt Thorsten Erhardt vom Wohnmobilhersteller Bürstner.

Gasnachschub besorgen

Darüber hinaus gibt es Winterisoliermatten für die Scheiben und den Fußboden des Fahrerhauses. Mit speziellen Winterpaketen werden Wasser- und Abwassertanks beheizt, damit diese auch bei Minusgraden funktionieren. Die Heizung selbst sollte auch bei Abwesenheit angeschaltet bleiben, um ein Auskühlen zu vermeiden.

Ausrüstung für die kalte Jahreszeit: Im Winter sollten Autofahrer ein paar mehr Untensilien mit an Bord nehmen. Foto: U. Kröner/GTÜ/dpa
Ausrüstung für die kalte Jahreszeit: Im Winter sollten Autofahrer ein paar mehr Untensilien mit an Bord nehmen. Foto: U. Kröner/GTÜ/dpa

„Moderne Heizungssysteme lassen sich per App steuern. So kann man zum Beispiel von der Skipiste aus die Temperatur steuern, sodass bei Ankunft die gewünschte Wärme herrscht“, so Erhardt. Man sollte sich vor der Fahrt zudem nach Anschlüssen von Gasflaschen im Ausland informieren und mögliche Adapterstücke einpacken. „Eine automatische Gasflaschenumschaltanlage erspart einem, dass man nachts – denn wenn, dann ist die Flasche zumeist nachts leer – raus muss, um die Flasche zu wechseln.“ Auch sollte die Anzeige regelmäßig geprüft werden, damit rechtzeitig für Nachschub gesorgt werden könne.

Ebenso rät Erhardt zu einem weichen Besen an Bord, um das Dach von Schnee zu befreien und zu entlasten. Auch die Satellitenanlage könnte davon ebenso profitieren wie die Lufteinlässe. Ein Eimerchen mit Split und Klappschaufel leiste auf vereisten Campingwegen wertvolle Dienste. Ein Stoßlüften des Wohnmobils oder Wohnwagens sei unabdinglich. Die nasse Skikleidung sollte zudem in den Trockenräumen des Campingplatzes untergebracht werden.

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