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Vorarlberg

Die ruhige Seite des Arlberg

Wenn die bekannten Tiefschneerouten längst durchpflügt sind, dann funkeln die Nordhänge in Warth-Schröcken noch unberührt.

Powdertraum in Warth-Schröcken Foto: Julian Rohn
Powdertraum in Warth-Schröcken Foto: Julian Rohn

Warth.Prominenz hat auch ihre Schattenseiten. Nicht nur bei Schauspielern und Sportlern, sondern auch bei Skigebieten. Bestes Beispiel: der Arlberg. Hier zwischen Innsbruck, Allgäu und Bodensee wurde vor gut 100 Jahren das Skifahren mit fester Bindung – so wie wir es heute kennen – erfunden. Spielfilme wie „Das Wunder des Schneeschuhs“ von 1920 und „Der weiße Rausch“ von 1933 transportierten später die „Neue Weißheit“ vom Arlberg in die Lichtspielhäuser Europas. Und nach dem Zweiten Weltkrieg begründete die Erschließung der Riesenhänge des Arlbergs durch Seilbahnen und Skilifte den Wohlstand von St. Anton, Lech & Co. Damals wie heute legendär: der regelmäßige Neuschnee, der hier allwinterlich aus den Wolken rieseln. Jährliche Gesamtschneesummen von elf Metern sind in Warth-Schröcken der Durchschnitt! Kein Wunder also, dass der Arlberg vor allem eines ist: das gefragteste Tiefschneerevier der Ostalpen.

Guides kennen die Powder-Plätze

Knapp acht Milliarden Menschen kennen die Vorderseite des Mondes. Seine Rückseite kennen nur die 21 Astronauten des Apollo-Programms. Ganz so krass ist das Verhältnis Vorder- und Rückseite des Arlberg zwar nicht, aber eines ist trotzdem klar: Die allermeisten Powder-Aficionados zieht es bei Neuschneealarm nach St. Anton, Stuben oder Zürs. Ruhiger geht es dagegen auf der Rückseite des Arlbergs zu – in den beiden 200-Seelen-Gemeinden Warth und Schröcken. An deren nordseitigen Traumhängen bleibt der Schnee länger unberührt. Noch ein echter Geheimtipp. Die lokalen Guides haben nicht umsonst den Ruf, immer noch ein gutes Plätzchen für frische Powderschwünge zu finden. Wer sich ihnen anschließt, dem knistert an Neuschneetagen bis zum Liftschluss um 16 Uhr nichts als der unverspurte Tiefschnee unter den breiten Latten.

Elf Meter Schnee im Schnitt

Auch wenn sich der gesamte Arlberg kaum über Schneemangel beklagen braucht, rieselt am Körbersee, mitten im Skigebiet von Warth-Schröcken, doch noch eine Skibreite mehr vom Himmel als „unten“ in St. Anton. Mit durchschnittlich elf Meter Schneefall pro Saison gilt Warth-Schröcken als schneereichstes Skigebiet der Alpen. Und wie gesagt, die meisten Hänge sind Nordhänge, das hält den Schnee über Tage frisch und locker. Wenn sich also das nächste Mal ein fettes Tiefdruckgebiet aus Skandinavien nähert, dann gilt es: ab an den Arlberg! Aber auf seine ruhige Seite. Nach Warth und Schröcken.

Weitere Infos zur Region finden sich unter www.warth-schroecken.at

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