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Salzburger Land

Mit Genuss von Hütte zu Hütte

Drei neue Routen verbinden am Hochkönig Kulinarik und Sport. Für die perfekte Orientierung sorgt eine App.
Von Stefan Gruber

  • Auf der Terrasse der Steinbock-Alm lassen sich die perfekte Küche und das prächtige Panorama gleichermaßen genießen. Foto: Stefan Gruber
  • Alles dreht sich um Choupette. Thomas Schwaiger sieht es gelassen. Foto: Gruber
  • Der Hochkönig (rechts) und das Steinerne Meer bilden am Aberg-Langeck die Kulisse. Foto. Gruber
  • Dienten strahlt viel Gemütlichkeit aus. Foto: Gruber
  • Die Tom Almhütte zählt zu den beliebtesten Aprés-Ski-Locations in Maria Alm. Foto: Gruber
  • Kulinarische Höhepunkte wie das Zweierlei vom Kalb auf der Steinbock-Alm verspricht die Gipfelgenuss-Tour. Foto: Gruber
  • Am Aberg-Langeck-Gipfel zählt das Panorama. Foto: Gruber
  • Ein Selfie von Choupette muss sein. Foto: Gruber
  • Tolle Pisten finden sich auf der Wastlhöhe. Foto: Gruber

Maria Alm.Choupette schaut ziemlich mürrisch drein. Man könnte meinen, eine rauflustige Katze ist ihr über den Weg gelaufen oder das letzte Leckerli hat sauer geschmeckt. Aber vielleicht schaut ein Mops einfach so. Der Beliebtheit von Choupette tut dies keinen Abbruch. Der drollige Vierbeiner, der als riesige Holzfigur vor der Tür zur neuen Tom Almhütte wacht und sich drinnen auf Kissenbezügen, Wandbildern, Türen und sogar als süße Praline zum Cappuccino wiederfindet, ist der Star im Skigebiet Hochkönig. Ein Foto muss da sein, noch besser ein Seflie – und ab damit auf Instagram.

In kürzester Zeit hat sich die Tom Almhütte als Aprés-Ski-Location einen Namen gemacht. Nicht nur Choupette wegen. Die Lage am Natrun hoch über Maria Alm könnte besser nicht sein. Bei schönem Wetter öffnet sich das riesige Glasdach und die Gäste genießen unter freiem Himmel Livemusik und Rumtopf-Spritz. Oder karamellisiertes Muas mit Moosbeeren und Sorbet. Wer das neue Angebot „Gipfelgenuss-Tour“ gebucht hat, schwingt zum Dessert in der Tom Almhütte ein.

Menüfolge auf drei Hütten

Grillwürstl und Germknödel waren gestern, der Verbund Ski amadé setzt vielmehr auf die kulinarische Krönung des Winterurlaubs. Insgesamt 14 Genuss-Routen gibt es in dieser Saison erstmals in den fünf Skiregionen, drei davon warten am Hochkönig. Das Prozedere ist einfach: Der Gast erwirbt beim Tourismusverband oder an der Liftkasse einen Genussroutenpass. Auf drei Hütten kann er dann Vorspeise, Hauptgang und Dessert genießen – und falls im Bauch kein Platz mehr sein sollte, lässt sich das Angebot auch auf mehrere Tage verteilen.

Genuss-Routen sollen Skifahrer begeistern Video: MZ

„Mit den neuen Genuss-Ski-Routen wollen wir unseren Gästen die Insidertipps der Einheimischen verraten“, erzählt Ski-amadé-Sprecherin Magdalena Putz. Die teilnehmenden Hütten werden zertifiziert, müssen auf regionale Produkte und Rezepte setzen und einen Bedienservice anbieten. Gleichzeitig sollen es die Tour-Vorschläge möglich machen, das jeweilige Skigebiet zu „erfahren“. Wer dabei gern auf High-Tech setzt, wählt in der Ski-amadé-App die entsprechende Genuss-Ski-Route aus und schon geht es – fast wie mit einem Navi – über die Piste.

Na, dann mal los! Wir haben uns an diesem Tag für die Gipfelgenuss-Tour entschieden. Das Frühstück will aber erst abtrainiert werden. Von Maria Alm aus geht es über den Natrun hinüber zum Aberg-Langeck mit seinen rassigen Nordhang-Abfahrten. Spätestens auf der Piste hinunter nach Hintermoos beginnen die Oberschenkel zu glühen, die Kalorien schmelzen dahin, wie die Eiszapfen in der Frühlingssonne. Über den Gabühel erreichen wir Dienten. Das kleine Dörfl mit seiner markanten Dorfkirche schmiegt sich höchst malerisch in das enge Tal. Jetzt noch hinauf zur Wastlhöhe, dann wartet in der „Dientnerin“ die erste Stärkung: Spinat-Ricotta-Teigtaschen mit Butter, Haselnuss und Rucola.

Skigebiet Hochkönig

  • Anfahrt:

    Auf der A 8 bis Siegsdorf, von hier über Lofer nach Maria Alm.

  • Skipass: Sechs Tage 275,50 Euro (Jugend 206,50, Kinder 138, jeweils gültig in allen Ski-amadé-Gebieten)

  • Genuss-Skirouten: Kräutergenuss-Tour (Tiergarten-, Bürgl-, Wastl-, Zachhofalm), Heimatliebe-Tour (Wiesenstadl, Gabühelhütte, Karbach-alm), Gipfelgenuss-Tour (Dientnerin, Steinbockalm, Tom Almhütte). Preise: 44 bis 60 Euro (inkl. Getränke)

  • Hotel-Tipp: Die 44 stylischen Suiten im neuen ****S-Hotel „Hochkönigin“ spiegeln mit dem gelungenen Materialmix aus Holz, Stein und Filz die heimische Umgebung wider. Eine 2000 Quadratmeter große Wellnesslandschaft mit spektakulärem Infinity-Outdoorpool verspricht Erholung nach dem Skitag, der vor der Haustüre beginnt. www.hochkoenigin.com

Wirt Mirko Verdorfer strahlt eine Begeisterung für seinen Beruf aus, die der Gast wohlwollend goutiert. „Das neue Programm wird sehr gut angenommen“, freut er sich über die positive Resonanz. „Wir haben uns entschieden, dafür ein eigenes Gericht zu kreieren, das nicht auf der Karte steht. Für den Gipfelgenuss sollte es schon etwas Besonderes sein.“ Nicht übertrieben! Die Teigtaschen sind auf den Punkt gekocht, fein gewürzt und zergehen förmlich auf der Zunge.

Zehnergondel schließt Nadelöhr

Da fällt es uns fast schwer, wieder in die Bindung zu steigen. Aber der nächste Genuss ruft. Erstmal der sportliche und gleichzeitig visuelle. Auf den weiten Sonnenhängen Richtung Kollmannsegg und Schneeberg lassen wir die Kanten glühen, der mächtige Felsengigant Hochkönig bildet dabei die Kulisse. In Mühlbach geht es wieder retour. Die neue Zehnergondel von Dienten hinauf zum Gabühel hat in diesem Winter auch das letzte Nadelöhr im Skigebiet geschlossen.

In der Steinbock-Alm harmonieren Kulinarik und Panorama perfekt. Mit Blick auf die tief verschneiten Gipfel der Hohen Tauern lassen wir uns Zweierlei vom Kalb mit Mais, Bohnen und Ginger Ale munden.

Langsam werden unsere Schwünge jetzt etwas weiter, aber Aufgeben gilt nicht! Ein Dessert geht schließlich immer. Der süße Schmelz ist nicht aufdringlich, paart sich dezent mit der feinen Säure der Moosbeeren (wie in Österreich die Heidelbeeren genannt werden). „Das Rezept für das Pinzgauer Muas stammt von meiner Oma“, erzählt Thomas Schwaiger. Der Wirt der Tom Almhütte hat – wie seine Kollegen – nur positive Erfahrungen mit der Genuss-Ski-Route gemacht. „Die Gäste sind begeistert und dankbar, auf diese Weise auch die eine oder andere für sie neue Hütten kennenzulernen.“

Im Hintergrund macht sich der sonore Klang eines Saxophons breit, durch die riesige Fensterfront fallen die letzten Strahlen der Sonne, die sich hinter den Pinzgauer Bergen verabschiedet. Das abendliche Naturschauspiel am Natrun scheint auch Choupette zu genießen. Im Arm von Herrchen Tom posiert sie entspannt neben ihrem Holz-Pendant und fast scheint es, als würde ein zartes Schmunzeln die dunkle Schnauze umspielen.

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