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Leitsystem

Neuer Durchblick auf der Piste

Der Skicircus Saalbach will den Gästen die Orientierung erleichtern. Mit Zell am See entsteht Österreichs größtes Skigebiet.
Von Stefan Gruber

Sebastian Schweiger, Isabella Dschulnigg-Gessler und Markus Scheiber (von links) stellten die Bestandteile des neuen Pistenleitsystems im Skicircus Saalbach-Hinterglemm-Leogang-Fieberbrunn vor. Foto: Stefan Gruber
Sebastian Schweiger, Isabella Dschulnigg-Gessler und Markus Scheiber (von links) stellten die Bestandteile des neuen Pistenleitsystems im Skicircus Saalbach-Hinterglemm-Leogang-Fieberbrunn vor. Foto: Stefan Gruber

Saalbach.Manege frei! Der Skicircus schickt sich an, in den Reigen der ganz Großen vorzustoßen. Mit dem Start in diese Wintersaison wird das bisherige Pistenareal Saalbach-Leogang-Hinterglemm-Fieberbrunn noch um Zell am See/Schmittenhöhe erweitert – zumindest in eine Richtung. Wenn in zwei Jahren die neue Zehnergondel von Viehhofen hinauf Richtung Wildenkarkogel schwebt, ist Österreichs größtes Skigebiet (gleichzeitig eines der größten der Alpen) lückenlos befahrbar. Rund 350 Kilometer Piste stehen dann zur Verfügung. Da ist Orientierung gefragt. Damit Skizwerge und Pistenfeger dabei nicht den Durchblick verlieren, haben sich die Saalbacher für ein neues Pistenleitsystem entschieden. Es soll europaweit neue Standards setzen und beispielgebend sein.

Kein neuer Schilderwald

Zweieinhalb Jahre haben sich die Verantwortlichen der Bergbahnen Zeit genommen. Die Notwendigkeit für eine verbesserte Ausschilderung ergab sich dabei nicht nur aus der schieren Größe. „Eine Studie des Österreichischen Skiverbands hat gezeigt, dass der Skifahrer von heute deutlich schneller unterwegs ist, als noch vor etlichen Jahren“, erklärt Isabella Dschulnigg-Gessler, die Geschäftsführerin der Saalbacher Bergbahnen. Im Schnitt liege das Tempo bei 40 km/h, „viele fahren noch schneller.“ Die Entwicklung im Skibau macht es möglich. Die Folge liegt auf der Hand: „Ein Abzweig ist da schnell verpasst.“

Auch durch die Gläser unterschiedlicher Skibrillen sind die blauen und roten Pistenmarkierungen gut erkennbar. Foto: Stefan Gruber
Auch durch die Gläser unterschiedlicher Skibrillen sind die blauen und roten Pistenmarkierungen gut erkennbar. Foto: Stefan Gruber

Ein neuer Schilderwald im lichten Baumbestand zwischen Schattberg, Zwölferkogel, Henne und Asitz sollte aber auch nicht gepflanzt werden. „Unser Ziel war es, das gesamte System so auszurichten, dass es einerseits nicht auffällt, andererseits aber vorhanden ist, wenn es der Skifahrer braucht“, benennt Sebastian Schweiger, der Marketingleiter im Skicircus, die Vorgaben. Zusammen mit der Tiroler Gestaltungsagentur motadesign ging es an die Umsetzung.

Der erste Ansatz scheint bereits gewöhnungsbedürftig: Aus dem Saalbacher Schattberg-Nordhang wird A 1, Reckmoos Süd in Fieberbrunn heißt künftig E 123 und die Asitz-Talabfahrt in Leogang nennt sich nun L 206. „Die Einteilung des Skigebiets in alphanumerische Zonen erleichtert vor allem internationalen Gästen die Orientierung“, begründet Schweiger die Entscheidung. Der Pistenplan weist bislang zehn Zonen aus, von A für den Schattberg über C für die Hochalm in Hinterglemm bis L für Leogang. Sobald die Schmittenhöhe komplett angeschlossen ist, soll das Leitsystem auch hier zum Tragen kommen.

Bunte Praxis auf der Piste

Bis hierher ist die Theorie grau, auf der Piste wird es bunt. Zwar bleibt die – in Europa übliche – Einteilung der Schwierigkeitsgrade für Abfahrten in Blau, Rot und Schwarz erhalten, dennoch wurde an den Farben gedreht. „Wir haben getestet, welches Blau und welches Rot durch die verschiedenen Gläser der Skibrillen am besten sichtbar ist“, erklärt Markus Scheiber, Geschäftsführer von motadesign. Das bislang praktisch in allen Skigebieten existierende Problem, dass die blaue Markierung an der Abfahrt schnell als schwarz wahrgenommen wird, wurde so eliminiert.

Skicircus Saalbach

  • Skigebiet:

    Aktuell umfasst der Skicircus 270 Pistenkilometer in Saalbach, Hinterglemm, Leogang und Fieberbrunn. Die Verbindung zur Schmittenhöhe (Zell am See) ist ab Viehhofen möglich, für die Rückfahrt ist ein kurzer Bustransfer nötig.

  • Skipass:

    Die Alpin Card gilt bereits inklusive Schmittenhöhe (und Kitzsteinhorn). Tagespass: 56,50 Euro

  • Neue App:

    Demnächst soll auch die neue App „Alpin Mobile Navigator“ verfügbar sein.

  • Info:

    www.saalbach.com

Am auffälligsten wirkt das Leitsystem auf der Piste selbst. Große Vorwegweiser, flächig unterlegt in der Farbe der jeweiligen Abfahrt, kündigen bevorstehende Abzweigungen an. Wie auf der Straße erhält der Skifahrer dann an der Kreuzung die wichtigsten Infos wie Pistennummer und -schwierigkeit, Fernziele und Zonen sowie über spezielle Piktogramme zusätzliche Hinweise auf besondere Einrichtungen und Attraktionen. Um Skifahrern, die Probleme mit dem Erkennen der Farben haben, die Zuordnung der Schwierigkeitsstufe zu erleichtern, sind alle Pistennummern zusätzlich mit Kreis (leicht), Viereck (mittel) oder Sechseck (schwer) versehen. Skirouten werden in Orange mit Rautensymbol ausgeschildert.

Neue Benchmark in Europa

Zentrale Bedeutung im Leitsystem kommt den Panoramakarten und Infoportalen zu. Während Skifahrer und Boarder an den Kartentafeln im großen Format einen Detailplan der jeweiligen Zone sehen, in dem sie sich befinden, informiert eine deutlich kleinere Übersichtskarte über das Gesamtgebiet. Die Portale in den Einstiegsbereichen signalisieren Lift und Pistenstatus und geben im LED-Laufband aktuelle Infos. An entscheidenden Knotenpunkten wird zudem eine späteste Abfahrzeit angegeben, um die Rückkehr zum Ausgangspunkt nicht in Stress ausarten zu lassen.

„Mithilfe des durchgängigen Farb- und Formensystems sowie der Piktogramme wird es möglich, den Gästen eine mühelose Orientierung unabhängig von Witterung, Fahrgeschwindigkeit und Sprache zu bieten“, sagt Markus Scheiber. „Damit setzt das Saalbacher Pistenleitsystem die neue Benchmark in Europa.“

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