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Tirol

Zwischen Nostalgie und Moderne

Seefeld ist als Hochburg der nordischen Disziplinen bekannt. Der sanfte Wintersport wird hier regelrecht zelebriert.

  • Am berühmten Seekirchl treffen sich Eisstockschützen und Langläufer. Foto: Stephan Elsler
  • Am Pfarrhügel finden die Schlittenfahrer tolle Möglichkeiten, sich auszutoben. Foto: Stephan Elsler
  • Eine rasante Rodelstrecke führt von der Rauthütte ins Tal. Foto: Johannes Geyer

Seefeld.Wer hat an der Uhr gedreht? Seefeld hat sich in den 100 Jahren seit dem Beginn des Wintertourismus seinen ganz eigenen Charme bewahrt. Ob Eisstockschießen, Schlittenfahren oder Winterwandern – hier oben auf dem Seefelder Plateau erlebt man einen Winter, wie er früher einmal war. Aber mit allen Vorzügen eines modernen Wintersportortes.

Mal ganz ehrlich: Früher war beileibe nicht alles besser! Aber die Winter waren in den Siebzigern und Achtzigern irgendwie doch weißer als heute, die Schneeburgen höher, Frau Holle einfach besser gelaunt. Wer erinnert sich nicht daran, als früher die Eiseskälte wohlig an den Wangen bitzelte, der Schnee unter den Moonboots knirschte und die Tage im Weiß herrlich unbeschwert waren? Im Tiroler Wintersportort Seefeld können Winterfrischler die romantischste aller Jahreszeiten genießen – bei sanftem Wintersport abseits des Pistentrubels. Wie anno dazumal.

Lange Wintersport-Tradition

Seefeld liegt inmitten eines sonnenverwöhnten Hochplateaus auf 1200 Meter Seehöhe – strategisch ausgesprochen günstig genau zwischen Garmisch und Innsbruck. Es kann laut einer Mitteilung des örtlichen Tourismusverbands auf eine lange und glitzernde Geschichte als Wintersportort zurückblicken. Dank der frühen Anbindung an das Postbus- und Schienennetz entwickelte sich das Bergdorf hoch über dem Inntal schon Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts zu einem der beliebtesten Fremdenverkehrsorte Tirols. Und mit dem Tourismus kam ab den 20er-Jahren des letzten Jahrhunderts auch der Wintersport aufs Seefelder Plateau. Allen voran das Langlaufen.

Bei den Olympischen Winterspielen 1964 und 1976 wurden die Nordischen Disziplinen hier oben, 600 Meter über Innsbruck, ausgerichtet. Seefeld war im Wintertourismus-Olymp angekommen, spielte fortan in einer Liga mit St. Moritz, Davos und Zermatt. Der (vorerst) letzte Höhepunkt der Geschichte: die Nordischen Skiweltmeisterschaften 2019. Hier zeigte sich Seefeld einem Millionen-TV-Publikum von seiner schönsten Seite. Blauer Himmel, weißer Schnee – genauso muss Winter sein!

Zurück in die Zukunft

Wer an einem sonnigen Wintertag – und davon gibt es hier oben mehr als sonst wo in Tirol! – durch das tief verschneite Dorfzentrum Seefelds spaziert, atmet in den Shoppingarkaden einer der ältesten Fußgängerzonen Tirols einen Hauch von mondän-altehrwürdigem Luxus. Und obwohl der Ort nur gut 3000 Einwohner zählt, umgibt ihn ein ganz eigenes städtisches Flair in schneeweiß. Höchster ICE-Bahnhof Europas inklusive. Einmalig: die kurzen Entfernungen ins Wintersportglück! Beim Olympiabad flitzen die Eisläufer übers glatte Parkett. Am Pfarrhügel, direkt hinter der spitzgetürmten Sankt-Oswald-Kirche, sausen die Kinder auf ihren Holzschlitten den Hügel hinab.

Auf der anderen Seite der Fußgängerzone, am Geigenbühel, übt der Windelskikurs am sympathischen Birkenlift „Pizza“ und „Pommes“. Von irgendwoher hört man das lustige Gebimmel einer Pferdekutsche. Am berühmten Seekirchl, in Sichtweite der Olympiaschanzen und des WM-Langlaufstadions, machen sich die Langläufer auf den Weg in Richtung Mösern und Leutasch. Und die Winterwanderer stapfen durch die verschneite Landschaft. Willkommen im modernen Vintage-Winter!

Weitere Infos unter www.seefeld.com

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