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Tiersport

Der Hund als Trainingspartner

Sport mit dem Hund ist beliebt. Dogging sollte aber zu den Tieren passen: Nicht jeder Hund eignet sich für jede Sportart.
Von Maria Berentzen

Idealerweise läuft der Hund beim Fahrradtraining seines Frauchen ohne Leine. Voraussetzung ist aber, dass er in jeder Situation gut hört. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa
Idealerweise läuft der Hund beim Fahrradtraining seines Frauchen ohne Leine. Voraussetzung ist aber, dass er in jeder Situation gut hört. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Frankfurt.Hunde lieben es, sich zu bewegen und sich gemeinsam mit ihrem Halter auszutoben. Dabei muss man sich nicht auf Spaziergänge beschränken: Inzwischen gibt es eine Vielzahl von Sportarten, die Herrchen und Frauchen gemeinsam mit ihrem Hund ausüben können. Zum sogenannten Dogging – eine Kombination aus Dog und Jogging – zählen zum einen klassische Sportarten wie Laufen oder Walking. Aber auch Stand-up-Paddling und Yoga für Hunde.

Allerdings sollten Hundehalter vorab einige Dinge bedenken. „Mit Welpen oder sehr jungen Hunden sollte man noch keinen Sport machen“, sagt Astrid Behr, Sprecherin vom Bundesverband Praktizierender Tierärzte in Frankfurt am Main. Die Knochen und Gelenke der Hundebabys wachsen noch und sind nicht stabil genug für den Sport. Bei kleinen Hunden beträgt diese Phase etwa ein Jahr. „Großwüchsige Hunde sind zum Teil aber auch erst mit drei Jahren ausgewachsen.“

Passende Sportart finden

Man sollte auch darauf achten, alte und chronisch kranke Tiere nicht zu überfordern. „Im Zweifel sollte man vorher seinen Tierarzt um Rat fragen“, sagt Behr. Er kann einen Gesundheitscheck mit dem Hund machen, um beispielsweise Herz-Kreislauf-Erkrankungen auszuschließen. Der Tierarzt sollte zudem Tipps dazu geben, welche Sportart sich für den Hund eignet. Und er weiß, ob es bei bestimmten Rassen Probleme geben könnte.

Bei der Auswahl der gemeinsamen Sportart gilt: Was dem Hund nicht schadet, ist auch erlaubt. Das kann auch Surfen sein. Foto: Florian Schuh/dpa
Bei der Auswahl der gemeinsamen Sportart gilt: Was dem Hund nicht schadet, ist auch erlaubt. Das kann auch Surfen sein. Foto: Florian Schuh/dpa

Möpse und andere Rassen mit einer kurzen Schnauze bekommen beispielsweise oft nur schlecht Luft. Große und schwere Rassen wiederum eignen sich eher nicht für Sportarten, bei denen sie viel springen müssen, weil das schnell die Gelenke belastet. Auch auf Hundeplätzen gibt es dazu oft gute Ansprechpartner.

Um den passenden Sport zu finden, sollten Halter den Charakter ihres Hundes berücksichtigen. „Man muss schauen, was für ein Typ der Hund ist“, sagt Behr. „Ist er zum Beispiel eher ein Hüte-, Schutz-, Wach- oder ein Jagdhund?“ Für Jagdhunde biete sich ein Sport an, bei dem sie ihre gute Nase einsetzen können. Dazu zählt zum Beispiel das Mantrailing, bei dem die Hunde nach Personen suchen.

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Freude an Bewegung haben

„Grundsätzlich empfehle ich vor allem Sportarten, bei denen Hunde sich ausgewogen bewegen“, sagt Behr. Dazu zählen zum Beispiel Laufen oder Radeln mit Hund. „Idealerweise läuft der Hund dann ohne Leine“, sagt Behr. Voraussetzung ist aber, dass er in jeder Situation gut hört. „Wenn man den Hund lieber an der Leine am Fahrrad führen will, sollte man ein Gestell nutzen“, rät Behr. Das sorgt dafür, dass der Hund nicht schräg neben dem Rad laufen muss. Auch das Schwimmen ist gut geeignet, weil es die Gelenke entlastet. Sportarten wie Frisbee, bei denen die Hunde springen und Drehungen vollführen, können hingegen die Wirbelsäule belasten.

„Dass ein Hund Muskelkater hat, merkt man zum Beispiel daran, dass er eine Weile nach dem Sport gar nicht mehr aufstehen will.“

Petra Seidl, Tierphysiotherapeutin

Wichtig ist neben dem gesundheitlichen Aspekt auch, dass sowohl Halter wie auch Hund Freude an der jeweiligen Bewegung haben. Für die Auswahl einer Sportart gilt immer: „Was dem Hund nicht schadet, ist auch erlaubt“, sagt Lea Schmitz, Sprecherin beim Deutschen Tierschutzbund in Bonn. Wichtig ist zudem, das Wetter zu beachten und den Hund nicht in der Sommerhitze im Freien zum Sport zu treiben.

Hunde, die nicht mit Freude bei der Sache sind, werden ohnehin nicht mitmachen wollen. Halter sollten ihr Tier nie mit Druck zu einem Sport zwingen. „Ob der Hund Spaß hat, sieht man schnell am Verhalten und an der Körpersprache“, sagt Schmitz. „Duckt er sich oder lässt er sich leicht motivieren und ist freudig aufgerichtet bei der Sache?“ Halter sollten zudem daran denken, ihren Hund nicht nur körperlich, sondern auch mental zu fordern: „Denkaufgaben in Form von Suchspielen oder Ähnlichem gehören auch zu einer artgerechten Beschäftigung des Hundes.“

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Aufwärmen ist wichtig

Wie aber beginnt man mit dem Sport? Eigentlich ist es gar nicht so viel anders als bei Menschen: War man vorher unsportlich, muss man die Ausdauer erst langsam und Stück für Stück aufbauen – das gilt auch für den Hund. „Dass ein Hund Muskelkater hat, merkt man zum Beispiel daran, dass er eine Weile nach dem Sport gar nicht mehr aufstehen will“, sagt Petra Seidl, Tierphysiotherapeutin aus Schopfheim. Dann hat man es übertrieben und sollte es beim nächsten Mal behutsamer angehen lassen. Auch ein Hund, der langsam hinter dem Fahrrad hertrottet, ist müde.

Joggen mit dem Vierbeiner: Lässt sich der Hund leicht motivieren, hat er meist auch Spaß am Sport. Foto: Markus Hibbeler/dpa
Joggen mit dem Vierbeiner: Lässt sich der Hund leicht motivieren, hat er meist auch Spaß am Sport. Foto: Markus Hibbeler/dpa

Für alle Hundearten ist es wichtig, dass sie vor dem Sport ihre Muskeln gut aufwärmen. Dazu bietet es sich zum Beispiel an, mit dem Hund ein Stück zu gehen, zu rennen oder ihn Schlangenlinien durch die Beine laufen zu lassen. „Auch Kommandospiele mit Sitz, Platz und Stopp eignen sich dazu hervorragend“, sagt Seidl. Das Aufwärmen sollte laut der Tierphysiologin etwa 15 bis 20 Minuten dauern.

Ebenso wichtig ist es, nach dem Sport Zeit für den Cool Down einzuplanen. „Ansonsten sitzt der Hund im Auto und kühlt dann plötzlich stark ab“, sagt Seidl. Das kann ähnlich wie bei Menschen das Immunsystem schwächen oder dazu führen, dass die Muskeln schmerzen, und sollte entsprechend vermieden werden.

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