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Freizeit

Ein Haus zum Entspannen

Perfekt restauriert plus eine gute Küche – so wurde „Der Rauchensteiner“ auf der Landshuter Mühleninsel zum Wohlfühl-Ort.
Von Michaela Schabel

„Der Rauchensteiner“ ist durch die gelungene Sanierung ein architektonisches Juwel in Landshuter Bestlage. Fotos: Peter Litvai
„Der Rauchensteiner“ ist durch die gelungene Sanierung ein architektonisches Juwel in Landshuter Bestlage. Fotos: Peter Litvai

Landshut.Vor 35 Jahren war die Landshuter Insel zwischen Großer und Kleiner Isar noch ein wildes Durcheinander von Gewerbe- und Wohngebiet und Parkflächen, um schnell in die Altstadt zu kommen. Oberbürgermeister Deimer ist es zu verdanken, dass die Insel wurde, was sie jetzt ist: Eine grüne Oase und Naherholungsgebiet mit Springbrunnen und dezent versteckter Parkgarage, mit Spielplatz und der Neuen Galerie im Gotischen Stadel.

Das Rauchensteiner Haus auf der Mühleninsel war zwar in seiner architektonischen Struktur reizvoll, aber völlig desolat und heruntergewirtschaftet, selbst als billiger Wohnraum nicht mehr vermietbar. Bis in die Mitte des 15. Jahrhunderts gehen die Ursprünge des Rauchensteiner Hauses zurück. Der Name etablierte sich im 19. Jahrhundert, als die Familie Rauchensteiner das Haus als Verwaltungsgebäude ihres Sägewerks nutzte. Innerhalb der städtischen Verdichtung wurde es zunächst zugebaut, später von Nachbarbauten wieder befreit und auf die Denkmalliste gesetzt.

Pures Design

2015 erwarb Dr. Bernhard Schaub das Gebäude. Er mag alte Gebäude, will sie erhalten und zeitgemäß verwenden. Bedingt durch die wunderschöne Lage mitten auf der Insel mit einer großen Wiese davor, sollte das Haus ein Platz für die Öffentlichkeit werden, von dem jeder etwas hat. Ein Haus, das die Insel belebt. Pläne für ein Ärztehaus oder eine Rechtsanwaltsgemeinschaft kamen nicht in Frage. Schaub entschied sich für die Gastronomie, was die Sanierung wesentlich erschwerte und eine aufwändige Kernsanierung und zusätzliche Unterkellerung entsprechend den gastronomischen Notwendigkeiten erforderlich machte. Das Ergebnis dieser kostspieligen Sanierung ist ein bestechend stimmiges Gasthaus mit vielen Facetten, Edelrestaurant, Schwemme und Wirtshaus unter einem Dach in Landshuts bester Lage.

2015 kaufte Bernhard Schaub das Rauchensteiner Haus.
2015 kaufte Bernhard Schaub das Rauchensteiner Haus.

Egal ob drinnen oder draußen – der Rauchensteiner ist modern reduziert und doch durch Farbakzente, Licht und Materialien mit einer ganz speziellen Atmosphäre ausgestattet. In seiner ursprünglichen Farbe, einem warmen Grau-Weiß, kombiniert mit ziegelroten Türen und symmetrisch angeordneten historischen Kastenfenstern ist das Haus eine feine Adresse für Gäste, die auf Ästhetik, edle Materialien und gute Küche Wert legen.

Die Eröffnung des „Rauchensteiner“ entwickelte sich allerdings schwierig. Wegen der komplizierten Sanierungsarbeiten stand lange Zeit der genaue Starttermin nicht fest – inzwischen eröffneten der „Bernlochner“, das „Denkmahl“ und „Freiraum“.

Die ersten Pächter, die Gebrüder Zinner, unterschätzten den „Rauchensteiner“. Sie glaubten, das Restaurant parallel zu ihrem „Wirtshaus Zinner“ in Taufkirchen führen zu können, stellten sich aber zu wenig auf die Landshuter Begebenheiten ein. Zu stark verengten sie das Image des „Rauchensteiner“ auf exquisite Kulinarik. Ab dem Frühjahr 2018 war dann Schluss.

Der Rauchensteiner

  • Geschichte:

    Die Ursprünge des Rauchensteiner gehen bis in 15. Jahrhundert zurück. Namensgebend wurde die Familie Rauchensteiner, die das Haus als Verwaltungsgebäude ihres Sägewerks nutzte. 2015 erwarb Notar Bernhard Schaub das Gebäude, um es zu restaurieren und es zu einem Platz für die Öffentlichkeit zu machen. Einige Freilegungen der ursprünglichen Ziegelmauern im Kellerbereich sollen bewusst den sorgsamen Umgang mit dem Denkmal und seiner Geschichte dokumentieren.

  • Sanierung:

    Die Sanierungsarbeiten gestalteten sich zum Teil äußerst schwierig, da unter dem Gebäude ein alter Keller freigelegt wurde, weshalb die komplette Unterfangung und Stützung der alten Fundamente und Mauern und das Abdichten des Kellersbereichs gegen Hochwasser notwendig wurde. Zusätzlich musste ein weiterer Keller unter der heutigen Terrasse bebaut werden, um zusätzliche Lagerräume und Gästetoiletten für den Restaurantbetrieb zu schaffen.

Nun haben Bernhard und Jacqueline Schaub die Konzeption der Gastronomie selbst in die Hand genommen. Der Dreiklang „Schwemme – Stube – Restaurant“ bringt es auf den Punkt. Ziel ist es, dass möglichst viele Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen Lust haben, ins „Rauchen-steiner“ zu kommen.

In der „Schwemme“ im restaurierten Gewölbe mit dem Steinboden kann man gemütlich ein Bier – auch vom Fass – trinken und dazu eine Kleinigkeit essen. Bis zu 15 Leute haben an den langen Ahorntischen Platz. Die Stube und der Stammtisch bieten von morgens bis abends kleine herzhafte Gerichte – zum Beispiel Fleischpflanzerl, Wiener Schnitzel oder auch vegetarische Pasta. Im Obergeschoss wird im großen Raum (rund 45 Sitzplätze) und im kleineren Rauchensteinerzimmer (27 Sitzplätze) aufgetischt.

Große Terrasse

Der Clou an warmen Tagen ist die große Terrasse. Vor den Rosenbeeten und der Wiese mit Blick über die Alf-Lechner-Skulptur hinweg auf Isar, Altstadt, Martinsdom und Burg, ergibt sich ein herrliches Ambiente, um Hochzeiten und Feste aller Art zu feiern. Gemeinsam mit Tobias Krikl (Restaurant, Wein, Service), Thomas Gerlach (Küchenchef, Objektleiter) und Isabelle Senger (Immobilienverwaltung) entwickelt der „Rauchensteiner“ ein eigenes Profil. Die „Kunstgenussveranstaltungen“ als Symbiose von „Kunst & Essen“ sind ein Teil davon. Der „Rauchensteiner“, das steht schon fest, macht das ganze Umfeld gepflegter.

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