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Mit dem Smartphone richtig filmen

Ob Hochzeit oder Urlaub: Smartphone oder Camcorder sind schnell gezückt. Aber wie fängt man Situationen gekonnt ein?
Von Bernadette Winter, dpa

 Ob Digitalkamera oder Camcorder: Ist das Gerät nicht veraltet, lassen sich damit ansprechende Videos aufnehmen. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
Ob Digitalkamera oder Camcorder: Ist das Gerät nicht veraltet, lassen sich damit ansprechende Videos aufnehmen. Foto: Christin Klose/dpa-tmn

München.Videos mit hoher Auflösung, ohne Wackler und mit gutem Ton: Aufnahmen im Stil eines Profis können auch Besitzer eines Smartphones, einer Digitalkamera oder eines Camcorders anfertigen. „Ist das Gerät einigermaßen aktuell, lassen sich auch mit günstigen Modellen sehr ansprechende Ergebnisse erzielen“, sagt Rainer Schuldt von der „Computer Bild“. Aber wie holt man als Hobby-Filmer das Beste aus seinen Aufnahmen raus?

Erst einmal gilt es, die Linse sauber halten, empfiehlt Schuldt. Gerade das Smartphone verschwinde im Alltag allzu oft in der Hosen- oder Jackentasche oder liege auf dem Tisch. In der Kameralinse sammeln sich Flusen und Staubkörner, die Teile der Linse verdecken und zu verpfuschten Aufnahmen führen. Man sollte sie aber nur sauber pusten, nicht wischen, rät Schuldt. „Kleine Sandkörner oder andere Partikel können nämlich die empfindliche Linse zerkratzen.“

Stativ gegen Wackler

Filmt man los, gilt es, sich nicht zu viel und wenn schon, dann nur langsam zu bewegen. „Sonst verursacht man beim Zuschauer ein leichtes Gefühl von Kopfschmerzen“, meint Johannes Schuba von der Fachzeitschrift „t3n“.

Mit einem Gimbal bleibt das eingespannte Smartphone dank ausgeklügelter Mechanik stabil in seiner Position, auch wenn sich die Hand des Filmenden bewegt. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn
Mit einem Gimbal bleibt das eingespannte Smartphone dank ausgeklügelter Mechanik stabil in seiner Position, auch wenn sich die Hand des Filmenden bewegt. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn

„Am besten hält man das Smartphone oder die Kamera mit beiden Händen, um etwaiges Zittern auszugleichen“, rät Rainer Schuldt. Ein Stativ hilft, Bilder ohne Wackler zu drehen. Manche lassen sich zusammen klappen und leicht verstauen. Oder man legt sich ein Gimbal zu. Das ist eine Vorrichtung, die man in der Hand hält. Diese stabilisiert die Kamera bei Wacklern. Das Smartphone etwa spannt man darin ein.

Mit fünf Einstellungen ans Ziel

Bei der Komposition ist zu beachten: Bilder, auf denen das Motiv mittig abgebildet ist, wirken künstlich, statisch und langweilig, meint Schuldt. Viel besser gelängen Aufnahmen, wenn man den Goldenen Schnitt anwendet, also das Motiv etwas seitlich verschiebt. Bei Personen sollte die Kamera immer auf Augenhöhe sein.

Auch mal näher herangehen und andere Blickwinkel suchen: Markus Valley ist Videoproducer, Sachbuchautor und gibt als Trainer Workshops zum Thema Videoproduktion. Foto: Katrin Mohr/dpa-tmn
Auch mal näher herangehen und andere Blickwinkel suchen: Markus Valley ist Videoproducer, Sachbuchautor und gibt als Trainer Workshops zum Thema Videoproduktion. Foto: Katrin Mohr/dpa-tmn

Der Trick besteht laut Videoproducer, Sachbuchautor und Trainer Markus Valley darin, wie bei einem Foto zu denken. Das heißt: Auch mal näher herangehen und andere Blickwinkel suchen. „Am besten filmt man fünf Einstellungen aus fünf Perspektiven, die man gut aneinander montieren kann“, rät Valley. Je wichtiger etwas für das Bild ist, desto größer sollte es gezeigt werden.

Generell sollten Filmer bereits während ihrer Dreharbeiten den fertigen Film grob im Kopf haben. Wer schon weiß, ob die neue Sequenz zum bereits Gefilmten passt, der spart unnützes Bildmaterial. In eine Bewegung der Kamera hineinzuschneiden, macht beispielsweise keinen Sinn. Lieber das Bild fünf Sekunden halten, anschließend die Perspektive wechseln und dann wieder fünf Sekunden halten.

Eine der Grundregeln für wackelfreie Smartphone-Filmchen: Das Mobilgerät mit beiden Händen festhalten. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
Eine der Grundregeln für wackelfreie Smartphone-Filmchen: Das Mobilgerät mit beiden Händen festhalten. Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Vom Zoomen raten die Experten völlig ab. „Lieber geht man näher ans Objekt ran und schneidet es später zusammen“, empfiehlt Valley. Die Qualität des Videos nehme beim Zoomen ab, ergänzt Johannes Schuba.

Spezielle Apps für noch mehr Einstellungen

Für die ersten Filmversuche reichen die vorinstallieren Kamera-Anwendungen der meisten Smartphones völlig aus, meint Schuba. Wer etwas tiefer einsteigen will, dem empfiehlt Markus Valley Apps wie Filmic Pro oder MoviePro (nur für iOS), die allerdings kostenpflichtig sind.

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Stets eine Herausforderung ist das Licht. Das sei eines der größten Probleme beim Videodreh, meint Johannes Schuba, „weil man hinterher nicht mehr viel korrigieren kann“. Deshalb sei es wichtig, in Räumen mit dem Rücken zum Fenster zu drehen und den Protagonisten ins Licht zu setzen. Eine weiße Wand könne dazu genutzt werden, das Licht einer Lampe widerzuspiegeln. Draußen sei auf Schatten zu achten. Er rät, am besten erst das Licht zu arrangieren und anschließend ein kurzes Testvideo zu drehen, um die Einstellungen zu kontrollieren.

In den Fokus

Wer ein Motiv scharf einfangen will, sollte die Kamera fokussieren. Bei den meisten Smartphones tippt man dafür auf die Stelle, an der das Motiv zu sehen ist und stellt damit auch die Belichtung ein.

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Was man mit dem Smartphone dreht, lässt sich prinzipiell auch auf dem Smartphone schneiden. Valley empfiehlt einen Stift, um die Knöpfe und Regler besser zu treffen. Hier können Anwendungen wie die kostenlose App Inshot helfen, wie Johannes Schuba ergänzt. „Wenn es etwas aufwendiger wird, ist der Schnitt am Rechner aber vorzuziehen.“

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