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Reise

Abenteuer im „Wilden Wasser“

Rafting mit Kindern? Im Salzburger Saalachtal gibt es Wildwasser-Touren für die ganze Familie – Nervenkitzel garantiert.
von Mathias Wagner

Keine Angst vor „Wildem Wasser“: Gemeinsam mit geschulten Guides geht es im Schlauchboot in die Wellen. Foto: Andreas Voglstätter/Motion Center Lofer
Keine Angst vor „Wildem Wasser“: Gemeinsam mit geschulten Guides geht es im Schlauchboot in die Wellen. Foto: Andreas Voglstätter/Motion Center Lofer

Lofer.Eine Wildwasser-Tour mit Kindern im Grundschulalter? Das mag im ersten Moment recht wagemutig klingen und zugegeben: Auch wir haben zuerst gestutzt. Wir, das sind sechs Familien, die gerade noch gemütlich am Ufer der Saalach beisammengesessen sind und jetzt eine Wildwasserfahrt mit Kindern im Grundschulalter an Bord vor uns haben. Wir haben uns im österreichischen Lofer getroffen – rund eine halbe Stunde von Salzburg entfernt. Hier wollen wir ein Abenteuer erleben, von dem wir und vor allem unsere Kinder noch lange erzählen werden. Völlig ungeübt wagen wir uns mit dem Boot in die „Wilden Wasser“ des Salzburger Saalachtals. Natürlich nicht völlig auf uns alleine gestellt. Wir werden professionell angeleitet und begleitet. Stefan Pfnür vom Motion Team und seine Kollegen verteilen zunächst Neoprenanzüge für Groß und Klein, Schwimmwesten und Helme. Dann fahren wir im Auto gemeinsam die Saalach entlang – von Lofer ein paar Kilometer flussabwärts nach Reith. Dort laden wir unsere drei Boote ab und bekommen eine letzte Einführung in Paddeltechniken und Sicherheitsvorkehrungen. Und ja: „Kein Boot wird umkippen“, versprechen die drei Guides. Der Herzschlag beruhigt sich nur wenig.

Ausflugsziele im Salzburger Saalachtal

Das Boot hebt blitzschnell ab

Schon am Vorabend haben wir beim „Lofer Rodeo“ Kajakfahrer aus aller Welt bei ihren atemberaubenden Fahrten im Scheinwerferlicht bestaunt. Ganz so wild soll es heute nicht zugehen.

Raftingstrecken werden in Schwierigkeitsstufen eingeteilt. Die Saalach bietet die Stufen eins bis fünf. Wildwasserfahrer genießen hier die anspruchsvollsten Stromschnellen der Welt. Rund um den Globus gibt es nur wenige Orte, an denen es wilder zugeht. „Stufe sechs würdet ihr nicht überleben“, erklärt uns ein Profi, als er uns mustert. Dann also nur Schwierigkeitsgrad eins für uns – der Kinder wegen. Dann geht es hinein in die Saalach, ins „Wilde Wasser“. Drei Boote sind jeweils mit zwei Familien und einem erfahrenen Guide besetzt.

Das ist beim Lofer Rodeo geboten:

„Und vorwärts!“ Sofort schießen zwei Paddel ins Wasser und das Schlauchboot nimmt Fahrt auf. Rafting ist eine riesige Gaudi, die aber auch nicht ganz ungefährlich ist. Deshalb sitzt unser Guide hinten im Boot und gibt uns von dort rechtzeitig die Kommandos für die Manöver, die wir ausführen sollen. Vorwärts, alle nach rechts, alle rückwärts und schon schießen die Paddel ins Wasser. Stefan Pfnür ist ausgebildeter Guide und sorgt auf unserem Boot dafür, dass wir sicher ankommen. Er sorgt aber auch dafür, dass die Insassen eine Menge Spaß haben.

Rafting in Lofer:

Die „Wilden Wasser“ im Saalachtal sind ideal dafür. Während ein paar Kilometer flussaufwärts Sportler in ihren Kajaks anspruchsvolle Wellen und Stromschnellen bezwingen, fließt die Saalach zwischen Reith und Schneizlreuth etwas gemütlicher und ist deshalb für uns Anfänger geeignet. Doch die Strömung hat es auch hier in sich: Schon nach wenigen Metern hebt eine Welle das Boot blitzschnell nach oben. Sekunden später ist jeder Insasse patschnass. Die Kinder schreien – erschrocken und begeistert. Stromschnellen beschleunigen unser Boot, treiben uns plötzlich links an einen Felsen und dann gleich wieder nach rechts in die nächste Welle. In einer Sekunde klammern wir uns fest, in der nächsten gleiten schon wieder die Paddel ins Wasser.

Rafting in der Saalach: Angriff mit dem Paddel. Foto: Motion Center Lofer
Rafting in der Saalach: Angriff mit dem Paddel. Foto: Motion Center Lofer

Doch immer wieder geht es während der rund dreistündigen Tour auch ein wenig ruhiger zu.

Zeit zum Entspannen? Nein! Denn die Familien sind uns auf den Fersen, holen uns ein und spritzen uns mit ihren Paddeln nass. Eine feuchtfröhliche Schlacht beginnt.

Nach rund zwei Stunden Fahrt und viel Spaß und Nervenkitzel biegen wir ab. Kurz vor Schneizlreuth geht es über einen kleinen Bach zum Mußbachfall. Dort gibt es eine Jause. „Wo sind die Mutigen hier?“, fragt uns Jan, ebenfalls Guide beim Motion Center. Drei Papas melden sich und klettern mit ihm einen Felsen hoch. Circa vier Meter über dem Wasser und direkt neben einem Wasserfall „dürfen“ wir hinunterspringen – ins eiskalte Wasser. Vor den Augen unserer Familien...

Der Puls beschleunigt

Die vierjährige Greta hüpft ins eiskalte Wasser am Mußbachfall. Foto: Motion Center Lofer
Die vierjährige Greta hüpft ins eiskalte Wasser am Mußbachfall. Foto: Motion Center Lofer

Die Kinder, alle im Alter zwischen vier und neun Jahren, bestaunen ihre Papis. Und wollen jetzt auch hoch. Begleitet von unseren Guides dürfen auch sie nach oben auf den Felsen. Voller Mut stehen sie da oben, mit Helm, Neoprenanzug und Schwimmweste – und springen. Jetzt beschleunigt der Puls, vor allem der Puls der Eltern. Doch alle Kinder tauchen mit einem Lächeln und einem stolzen Blick aus dem kalten Wasser auf. Und sie wissen: Am Montag in der Schule können sie von einem Abenteuer erzählen, das ihre Freunde noch nicht erlebt haben.

Die wild-rauschende Saalach bietet für alle Generationen ideale Ausgangspunkte für Outdoor-Abenteuer. Rund um Lofer zeigt sich die Natur noch von ihrer ursprünglichen und schönsten Seite – ideal für einen Kurzurlaub mit der ganzen Familie.

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